Termin in der Hämatologie: Laborergebnisse

Eine Minute vor meinem Termin erreiche ich die Hämatologie und melde mich direkt an. Ein Hinweis liegt bereit: Laborergebnisse können nicht ausgedruckt werden. Also spare ich mir die Frage und hoffe, dass sie die vollständigen Werte an die Hausärztin schicken.

Im Wartezimmer ist es voll und riecht unangenehm: eine fiese Mischung aus Körper- und Mundgeruch.

Bis auf eine Frau mit einer Zeitschrift und einen Mann, der einfach nur dasitzt, sind alle mit ihren Smartphones beschäftigt. Ununterbrochen. Jeder in seiner Welt, aber keiner in dieser. Der Mann neben mir schaut Videos, natürlich mit Ton. Nicht laut, aber so, dass fast alle unfreiwillig mithören können. Ich verstehe das nicht: diese Respektlosigkeit einerseits und andererseits dieses Bedürfnis, immer und überall abgelenkt zu sein. Gesund kann das nicht sein.

Nach fünfunddreißig Minuten werde ich aufgerufen, um mich vor das Arztzimmer zu setzen. Elf Minuten später sitze ich beim Arzt, der wieder einen sympathischen Eindruck macht. Er bestätigt, dass meine B-Lymphozyten zu niedrig sind, sieht aber mangels weiterer Symptome keinen Hinweis auf etwas anderes als meine Mycosis fungoides. Bei dieser Krankheit sei das oft so. Er schickt Bericht an die Hausärztin. Wir verabschieden uns.

Ich muss zugeben, dass dies der erste Termin war, zu dem ich sehr entspannt gefahren bin. So, als wäre es selbstverständlich, dass nichts weiter festgestellt wird. Naivität? Verdrängung? Gewissheit? Egal. Im besten Fall muss ich hier nicht mehr hin.

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