Zwei frühstücken bei Geiping

Nachdem wir mit unserem Frühstück in der Bäckerei Kanne nicht so zufrieden waren, geht es heute nach Lünen zur Bäckerei Geiping. Vorher besichtige ich aber erstmal das Haus der Großen, in dem sie mittlerweile viele Jahre wohnt. Die Zeit ist einfach gnadenlos, sie rennt in einem Mordstempo voran und wir müssen uns dem fügen, egal, was wir davon halten.

Bei Geiping gefällt es uns direkt besser als bei Kanne, auch das Frühstück finden wir besser. Das Gespräch ist gut, wobei ich zu viel rede, was ich beim nächsten Treffen auf jeden Fall reduzieren muss. Unser Tisch ist zu klein und zu niedrig. Wir haben keinen fürs Frühstück passenden Tisch gewählt.

Nachdem wir lange über Berufliches gesprochen haben, schauen wir uns die anderen Gäste an. Besonders deren Kleidung. Man erkennt, dass man unter Deutschen ist, denn Mühe hat sich keiner bei der Auswahl der Kleidung gemacht. Alles ist praktisch, überwiegend in dunklen Farben, auf Kontraste wird verzichtet. Alles passt vermutlich vorzüglich zur Stimmung in diesem Land. Vereinzelt trägt man Trainingshosen, einer präsentiert seine Arschritze.
Mottos könnten sein: Was interessiert mich mein Anblick. Wer das nicht sehen will, soll weggucken oder gehen. Was zählt, sind die inneren Werte. Ich fühle mich gut, so wie ich bin. Mir doch egal, was andere denken. Es muss nicht schick, sondern bequem sein.
Vielleicht gibt es auch gar kein Motto.

Wir finden es jedenfalls auffällig, dass sich keiner der zahlreichen und ständig wechselnden Gäste sichtbar Mühe beim Outfit gegeben hat. Eine interessante, wenn auch nicht überraschende Feststellung.

Damit haben wir es dann auch für heute. Wir räumen den Tisch ab und verlassen den Laden. Im Sommer, wenn man draußen sitzen kann, wollen wir wiederkommen. Im Winter ist es uns ein wenig zu frisch dort. Vielleicht hätten wir auch einfach unsere Jacken anlassen sollen. Haben einige Gäste gemacht, wollten wir aber nicht.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  1. Ich finde das auch immer seltsam oder ungemütlich, wenn die Gäste im Restaurant die Winterjacke anbehalten sollten, um nicht zu frösteln. Hatten wir kürzlich auch. Das setzt bei mir sofort die empfundene Gemütlichkeitsrate extrem hinunter.
    Outfitmässig sind die Schweizer übrigens recht anständig unterwegs, man achtet schon darauf, dass alles passt und einigermassen e Gattig macht. Je nach Lokalität sogar mehr als das, wobei ich weniger an teure Etablissements denke, sondern mehr an die Nähe zur Grossstadt. Je näher, desto schicker ist die Kleidung, und je teurer der Kaffee, desto cooler gewandet die Gäste.