Es ist etwa zehn Uhr, ich erkläre einer Teilnehmerin gerade ein paar Sachen zu ihrem Lebenslauf, da wird mein Körper plötzlich ganz schwammig. Das passiert mir recht häufig in letzter Zeit; ich nenne es Unterzuckerung und habe mich einigermaßen daran gewöhnt. Doch irgendwie ist es heute anders. Kurz überlege ich, ob ich mich einfach hinlege oder den Kollegen rufe. Viele Gedanken innerhalb kurzer Zeit. Währenddessen rede ich weiter mit der Teilnehmerin, bin aber gar nicht sicher, was ich rede. Ich hebe den rechten Arm. Es funktioniert, fühlt sich aber komisch an. Wie in Zeitlupe. Ich fühle mich benommen und beschließe, dass ich weiterreden muss, mich auf den Lebenslauf und meine Sätze konzentrieren muss. Solange ich rede, habe ich die Kontrolle. Ich beobachte mich dabei, meinen Körper, der sich von mir abgewandt zu haben scheint. Es ist beängstigend.
Immer weiter rede ich, langsam kommt das Körpergefühl zurück, und es fühlt sich an, als wäre ich wieder ganz in der Situation zurück. Leicht geschwächt, aber nicht mehr bedrohlich. Ob die Teilnehmerin es gemerkt hat? Ich frage nicht, denn alles scheint wieder normal zu sein. Der Ausflug ins Abnormale vorbei.
Ich setze meine Arbeit fort. Den Rest des Arbeitstages gibt es keine weiteren Ausfälle. Eigentlich möchte ich nicht darüber nachdenken, was es sein kann. Vielleicht hängt es mit den erhöhten Entzündungswerten zusammen. Oder mit dem Alter. Vielleicht ist es bedeutungslos. Vielleicht kippe ich bei Gelegenheit auch einfach mal um. Wir werden sehen.
Pass lieber auf, ignorieren hilft nicht ewig!
Ich weiß. Aber was hilft schon ewig? 🤷♂️