Nachdem diese Tradition im Jahr 2020 eingeführt wurde, ist sie kein einziges Mal ausgefallen. Und so findet diese kleine Runde heute zum siebten Mal statt.
Gegen 18:20 Uhr sammeln wir den Loerz am Dortmunder Hauptbahnhof ein. Erwartungsgemäß trägt er einen Anzug. Kaum ist er eingestiegen, nimmt man sein Parfum deutlich wahr. Mein Parfum, Althaïr, hat wie immer niemand bemerkt, obwohl ich heute sieben Sprüher genommen habe. Das ist irgendwie enttäuschend.
Wir bekommen recht schnell einen Parkplatz. Ich hätte dort nicht geparkt. Aber weil die drei das anders sehen und ich nicht fahre, wird es schon richtig sein.
So voll haben wir das Fatto in Casa schon lange nicht mehr erlebt. Sehr interessant. Kaum haben wir Platz genommen, bekommt Petra ihre Geschenke und ist glücklich. Wir bestellen und während wir warten, schaut Loerz sich ein oder zwei Videos auf seinem Smartphone an. Am Nebentisch nehmen sieben Männer, vermutlich in unserem Alter, Platz. Ich finde, sie sehen älter aus, aber das ist nur meine gestörte Wahrnehmung. Sie sehen vermutlich keinen Tag älter aus als wir. Irgendwie macht mich das traurig. Der Verfall ist ein mieses Arschloch. Vergänglichkeit gehört abgeschafft.
Nachdem unser Essen serviert wurde, sind wir zufrieden und erst einmal mit Essen beschäftigt. Zu meiner Überraschung reden wir nicht über gesundheitliche Gebrechen und die drei auch kaum über Politik. Sehr löblich. Das Essen ist wie immer ganz wunderbar. Und wie üblich esse ich noch, als längst alle fertig sind. Und obwohl ich noch esse, zünden Loerz und Petra sich seelenruhig ihre Zigaretten an. Ziemlich rücksichtslos, geradezu verwerflich. Eine bedenkliche Entwicklung.
Nachdem Petra bezahlt hat, ziehen wir weiter zum Uncle Tom´s. Dort bestellen wir etwas zu trinken und plaudern über dies und das. Loerz scheint sich zu langweilen, denn er nimmt sein Smartphone und klinkt sich einige Minuten komplett aus. Ob ihm das bewusst ist, dass er das macht, kann ich nicht erkennen. Irgendwann kehrt er zurück aus der schönen bunten Internetwelt.
Petra stellt fest, dass sie einen verpassten Anruf mit einer Dortmunder Vorwahl hatte. Sie will sich damit nicht beschäftigen, ich schlage vor, dass wir nach der Nummer suchen. Die Nummer gehört zur Polizei und ich vermute, es liegt daran, wo wir geparkt haben. Sie ruft zurück und wenig später haben wir Gewissheit. Manni und Petra machen sich auf den Weg zum Parkplatz, um zu schauen, was da los ist. Es ist kurz nach 21:00 Uhr und Loerz, wie er sagt, schon ziemlich müde. Vielleicht sind wir tatsächlich so alt, wie wir sind
Am Parkplatz gab es nicht mehr viel zu sehen. Vermutlich hat es irgendwer nicht geschafft, aus seiner Parklücke zu kommen, weshalb die Polizei gerufen wurde. Etwa fünfundvierzig Minuten waren sie wohl vor Ort und haben dann einen Strafzettel hinterlassen. 25 Euro kostet der Spaß. Es hätte schlimmer kommen können. Immerhin wurde nicht abgeschleppt.
Loerz setzt sich eine Weile zu einem alten Bekannten, wir bleiben an unseren Plätzen, trinken aus und freuen uns, dass der Sommer angenehm ist, haben aber natürlich -wie alle guten Deutschen- Angst vor dem nächsten Hitzekraken, der bald über Deutschland herfallen wird. Zumindest tun wir so, weil man das in Deutschland aktuell so macht.
Loerz erzählt noch ein paar unterhaltsame Anekdoten, dann endet der Abend ohne weitere besondere Vorkommnisse. Immerhin ist es schon fast 22:00 Uhr, als wir den Rückweg antreten. Normalerweise müssten wir noch kurz im B-Trieb einkehren, weil wir das in den letzten Jahren so gemacht haben. Doch dort ist wegen Urlaub geschlossen.
Es ist etwa 22:30 Uhr, als ich zu Hause bin. Erschreckenderweise bin ich so müde, dass ich schon bald ins Bett muss. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden wir direkt nach dem Geburtstagsessen nach Hause fahren, weil wir pünktlich zum Beginn der Tagesschau einschlafen.

Das sind ja mal ansprechende Portionen. Sind die Preise noch aktuell? Das wäre dann extrem günstig gewesen…. Petra hat sich hoffentlich gebührend feiern lassen. Wenn Ihr am Abend noch in diversen Etablissements wart, dann seid Ihr gewiss nicht zu alt, vor allem bei den Wegstrecken. Sonst würde man den Ort ja nicht mehr verlassen.
Weiß nicht, ob es die aktuellen Preise sind. Hab ja nicht bezahlt. 😉
Die Wegstrecke war recht kurz zum Uncle Tom’s.
Ich meinte die Fahrt generell zum Lokal. Das waren ja mehr als nur ein paar Fahrt-Minuten.
Ach so. Keine halbe Stunde. Also voll im Rahmen hier.
Tja, die Zeit verrinnt, Gnadenlos. Ich überlege auch manchmal wo die Energie geblieben ist die mich nächtelang durch Kneipen und Discos ( so hieß das mal ) trieb.
Ja, heute unvorstellbar so nächtliche Eskapaden.