Nachdem sie sich am Montag nicht gemeldet hat, um zur Werkstatt zu fahren, ruft sie am Mittwoch an. Sie klingt alles andere als gut, sagt, sie könne nicht schlafen, denkt zu viel und es geht ihr nicht gut, weil sie so viel alleine ist. Als verständnisvoller väterlicher Freund habe ich natürlich vollstes Verständnis. Obwohl sie wegen ihres Knies nicht arbeiten soll, hat sie wieder ihren Minijob als Servicekraft aufgenommen, weil sie Ablenkung braucht. Das ist durchaus nachvollziehbar. Sie fragt, ob ich sie heute Abend um 22:00 Uhr besuchen kommen kann. Da mein Urlaub vorbei ist und ich sicher bleiben soll, bis sie eingeschlafen ist, kann ich ihrem Wunsch nicht nachkommen. Sie sagt, dass sie vergessen hatte, dass mein Urlaub vorbei ist und entschuldigt sich. Als Mann mit Helferkomplex tut mir das natürlich leid, aber ich muss Prioritäten setzen. Vermutlich hätte ich auch bei ihr übernachten und von dort zur Arbeit fahren können, aber offensichtlich ist mein Helferkomplex nicht ausgeprägt genug für solche Aktionen. Außerdem bin ich kein Mann, der leichtfertig in fremden Betten schläft.
Ich weiß, dass es ihr nicht leicht gefallen ist, mich darum zu bitten und ein Nein sich nicht schön anfühlt. Daher biete ich ihr an, dass ich Freitag Abend zu ihr komme. Sie nimmt den Vorschlag direkt an und schlägt 22:30 Uhr vor. Es ist lange her, dass ich so spät abends noch meine Wohnung verlassen habe und ich weiß nicht, ob es so klug war, ihr das anzubieten.
Das Schiff nimmt Fahrt auf und die Frau wartet am Hafen…. 🧜🏻♀️
Großartige Überleitung.
„und ich weiß nicht, ob es so klug war, ihr das anzubieten.“
… nein ist es nicht. Falls man nicht wie gewünscht agiert, hat da jemand ein formidables Druckmittel. Finger weg!
Gruß, Joe
Ein Druckmittel?
Um was zu erreichen?
Ich bin da auch hin und hergerissen zwischen Sünde und Vernunft.
Ja, ein echtes Dilemma. Ein Klassiker sozusagen.
Mein Gefühl und die Erfahrung sprechen für Vernunft.