Die Umarmerin und das versehentliche Duzen

„Wie geht es Dir, Herr DrSchwein?”, fragt die Umarmerin per WhatsApp. Außerdem schreibt sie mehr, als ich es sonst von ihr kenne. Sehr interessant. Ob diese Vertrautheit Folge unserer ersten gemeinsamen Nacht ist? Oder nur ein Versehen? Ich bleibe natürlich konsequent beim Sie. Nicht, dass es noch zu vertraut und natürlich wird. Ich frage, wie es ihr geht, was es Neues gibt. Ob wir später darüber reden können, fragt sie, vielleicht beim Kuchen, weil es für sie schwer ist, darüber zu schreiben. In fast jeder Nachricht schreibt sie „Herr DrSchwein” und ich überlege kurz, ob es daran liegt, dass sie meinen Vornamen nicht kennt. Oder sich nicht traut, ihn zu verwenden.

Auf meine zwei Terminvorschläge für ein Treffen antwortet sie schlicht: „OK, Herr DrSchwein.“ Vielleicht will sie ja beide Termine. Ich weiß es nicht und überlege, ob ich beide Termine wollte, wenn ich sie wäre. Aber das ist Quatsch, da ich mich nicht besonders mag. Der überhebliche, aber größtenteils verkümmerte Teil von mir glaubt natürlich gerne, dass sie beide Termine will und mich als Krönung hinterher. Aber auch diese alte Arroganz hilft weder ihr noch mir. Aber cool wäre es schon irgendwie. Die Büchse der Pandora sollte man dennoch nicht so leichtfertig öffnen. Vermutlich gehen wir noch zehnmal Kuchen essen und weiter passiert nichts.

Später schreibt sie, dass sie sich meldet, wenn sie frei hat. Das ist gut, so muss ich nicht mehr nachfragen und kann mich entspannt zurücklehnen. Und wenn sie sich gar nicht meldet, ist es auch okay und würde wunderbar zu unserem bisherigen Verlauf passen.

Es ist und bleibt skurril und niemand weiß, was noch passiert.

14 Kommentare

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  1. Daß Sie im Zusammenhang mit der Umarmerin davon schreiben, die Büchse der Pandora zu öffnen, brachte mich aus irgendeinem Grund zum Schmunzeln… Großartiger Text, auch der Rest!