Erster Ausflug nach Lüdinghausen 2026

Nachdem Petra vorgeschlagen hat, den Freitagabend in Lüdinghausen zu verbringen, weil wir dieses Jahr noch nicht einmal dort waren, steht fest, dass wir den Plan umsetzen.

Am Freitag sagt Manni noch zu und weil es sinnvoll erscheint, beschließen wir, dass wir bei der Gelegenheit auch dort essen werden.

Kurz bevor es losgeht, schlüpfe ich in meine helle Hose, ziehe dazu ein rotes Poloshirt an und passende Sommerschuhe. Und obwohl es niemand außer mir riechen wird, nehme ich sieben Sprüher Oud Republic. Wenig später geht es auch schon los.

Auf dem Weg nach Lüdinghausen kommen wir zu einem Welthit unserer Jugend. Der Junge mit der Mundharmonika von Bernd Clüver. Nachdem Manni den Refrain singt, suche ich das Lied bei Youtube, damit wir ordnungsgemäß in Erinnerungen schwelgen können. Leider hört sich das Lied über das Smartphone irgendwie langweilig an. Doch dann finde ich einen Remix, der sofort für Partystimmung sorgt. Vielleicht sollten wir nicht in die Stadt gehen, sondern im Auto weiterfeiern.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt gehen wir ins Backhaus Al Camino. Statt des geplanten Salats, bestelle ich eine Pizza mit Spinat und Knoblauch, weil ich am Wochenende keine Dates habe und ruhig nach Knoblauch riechen darf.

Backhaus Al Camino

Wir sind mit unseren Pizzen sehr zufrieden. Selbst Manni, der, was Geschmack und vor allem Größe einer Pizza angeht, ein kritischer Gast ist. Politik ist heute fast kein Thema, da Manni seit einer Woche Urlaub hat und seitdem kaum Nachrichten hört. Er sagt, dass es ihm ohne die ganzen Nachrichten viel besser geht. Sage ich ja ständig allen, die es nicht hören wollen: Hört auf den ganzen Tag diese kranke Scheiße zu verfolgen. Der einzige Nutzen ist, dass es einem davon schlechter geht.
Hin und wieder gehen an unserem Tisch ein paar Frauen vorbei, die sommerlich gekleidet viel Haut zeigen. Vielleicht eine der letzten Freuden mittelalter Männer.
Manni hat sich vor langer Zeit eine Bugatti-Uhr für etwa 280 € ausgesucht, sie aber bisher nicht gekauft. Ich finde, wenn man etwas derartiges haben möchte und es sich leisten kann, sollte man es sich gönnen. Die Restlaufzeit ist begrenzt und es gibt keinen Grund, sich nicht mit kleinen Geschenken eine Freude zu machen. Wir reden über James Caan und Ernest Borgnine. Petra ist, wie so oft bei den ganz Großen aus Hollywood, ratlos. Ernest wer?, kann man in ihrem Gesicht deutlich lesen. Zum Glück ermöglicht es die neue Technik, dass sie sofort nachforschen kann, wer das überhaupt ist. Auch mit Anya Taylor-Joy kann sie nichts anfangen. Immerhin kennt sie alle vom Sehen.

Als es ans Bezahlen geht, übernimmt Manni spontan die Rechnung. Das ist sehr überraschend und überraschend gut für meine arg gebeutelten Finanzen.

Wie üblich schauen wir uns anschließend Uhren an. Es gibt wirklich schöne Stücke, aber ich bin mit meiner günstigen schwarzen Uhr, die man im Dunkeln nicht ablesen kann, so zufrieden, dass andere Uhren kein Interesse wecken. Ich habe die Uhr, die ich immer haben wollte. Es besteht aktuell absolut kein Bedarf. Manni hingegen kann sich durchaus noch für andere Uhren begeistern. Dennoch halte ich es für sinnvoll, dass er sich die Bugatti-Uhr kauft.

Als nächstes fällt uns, mal wieder, auf, dass in Lüdinghausen wenige Ausländer das Stadtbild aufwerten. Kaum Frauen mit Kopftüchern, kaum Gruppen ausländischer Jugendlicher. Verbohrte Rechte würden sagen, hier sei die Welt noch in Ordnung, aber in Wahrheit ist es ein Armutszeugnis für diese schöne Stadt.

Wir setzten uns, wie auch bei unserem letzten Besuch in Lüdinghausen, noch ins Café Extrablatt und ich trinke einen fruchtigen Cocktail, der meiner Meinung nach zu teuer ist, aber das liegt nur daran, dass ich nicht Vollzeit arbeite. Es ist also einzig und alleine meine Schuld, dass ich es so empfinde. Es ist erst kurz nach 21:00 Uhr, als es schon recht dunkel ist und wir müde werden. Es kommt mir vor, als wäre es mindestens zwei Stunden später. Eine Weile bleiben wir aber noch, bevor wir gegen 22:00 Uhr auf dem Rückweg sind.

Manni singt Einmal um die ganze Welt, bevor ich das Lied bei Youtube raussuche, damit wir es hören können. Wir reden über Roy Black und Rex Gildo und mir fällt ein, dass der unglückliche Rex aus dem Fenster fiel und sowohl seine Karriere als auch sein Leben damit vorbei waren. Unsere Leben sind auch bald vorbei, aber das ist heute noch kein Thema.

Das war wieder ein herrlich entspannter Ausflug. Es ist noch keine 23:00 Uhr, als ich völlig erschöpft im Bett liege und rasch einschlafe.

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  1. Restlaufzeit. Darüber stolpere ich auch immer wieder. Mal beruhigend mal als unangenehme Mahnung daran Zeit zu nutzen und zu leben solange es geht.