Mein Verfall und der Arthrose-Finger

Vor einigen Wochen hatte ich Schmerzen im oberen Gelenk des Zeigefingers. Beim Betrachten stellte ich fest, dass der Finger dicker ist und auch irgendwie schief steht. Ich dachte, ich hätte mich vielleicht gestoßen und es würde schon wieder besser. Wurde es aber nicht.

Also zeige ich der chinesischen Ärztin meinen Finger. Sie sagt, es handelt sich um Arthrose. Geht nicht wieder weg, aber man kann die Probleme lindern. Sie biegt den Finger und auch die anderen herum, dehnt, zieht und setzt dann ein paar Nadeln.
Nach etwa einer halben Stunde entfernt sie die Nadeln wieder und tatsächlich sind die Finger beweglicher. Sie dehnt den Finger noch eine Weile und tatsächlich ist der Finger im Anschluss nicht mehr so krumm. Erstaunlich.

Dennoch bin ich etwas besorgt wegen der offensichtlichen, wohl altersbedingten Verfallserscheinungen. Ich hasse es, wenn ich körperlichen Verfall hinnehmen muss. Ich will das nicht. Ich bin zu jung und mir fehlt jegliche Reife für derartige Verfallserscheinungen. Ich werde natürlich mit irgendwelchen Übungen versuchen, dass es besser wird, und auch alle paar Wochen zur Akupunktur gehen. Ich fürchte aber, dass während meines Kampfes gegen den Arthrose-Finger ständig neue körperliche Beschwerden entstehen werden.

Das langsame Sterben, das mit der Geburt begann, wird immer sichtbarer. Der körperliche Verfall schreitet voran und wird sich bis zum Ende fortsetzen. Die Uhr tickt. Tick. Tack. Tick. Tack.

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