Groupie

06.2006 – 09.2016

Ich schreibe in einer Internet-Community mit einer Frau. Zufällig kennt sie meine Internetseite und ist davon so angetan, dass sie mich gerne persönlich kennenlernen will. Sie ist 32 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und bietet mir an, mein Groupie zu sein. Ich finde das höchst interessant und stelle ein Treffen in Aussicht, weise sie aber darauf hin, dass ich bei einem Treffen mit einem Groupie mehr erwarte als nur ein Gespräch. Wie es sich für ein Groupie gehört, stimmt sie zu. Verrückte Internetwelt.

Vor dem Treffen verlange ich selbstverständlich ein Foto von ihr. Ich will schließlich wissen, wen ich an meinen Körper lasse. Unverzüglich schickt sie mir Fotos, auf denen eine ziemlich gewichtige Frau zu sehen ist, die nicht wirklich meinen Vorstellungen entspricht. Hochheben könnte ich sie mit Sicherheit nicht. Doch da ich bisher kein Groupie hatte und neugierig bin, ob ein solches wirklich schon beim ersten Treffen zu sexuellen Handlungen bereit ist, verabrede ich mich mit ihr.

Bei unserem ersten geplanten Treffen wartet sie allerdings vergeblich in einem Café in der Nähe meiner Wohnung, da ich einen anderen Termin habe. Da ich ihre Telefonnummer nicht kenne, kann ich ihr auch nicht absagen.

Als ich ihr am nächsten Tag über MSN die Situation erkläre, ist sie nicht wirklich sauer. Stattdessen gibt sie mir ihre Nummer, damit sie nicht noch einmal alleine irgendwo vergeblich warten muss, und kündigt sogar an, mir bei unserem ersten Treffen selbstgebackene Muffins mitzubringen. Der Vorschlag gefällt mir so gut, dass wir uns rasch auf einen neuen Termin einigen.

Erstes Treffen
Unser Treffen findet an einem kalten Oktobertag im Jahr 2006 auf dem Parkplatz vor Schloss Cappenberg statt. Vermutlich genau der richtige Treffpunkt für ein Date, an dessen Ende ich mich sexuell verwöhnen lassen will. Da ich etwas früher da bin, schaue ich mich noch ein wenig um. Vereinzelt stehen Autos auf dem spärlich beleuchteten Parkplatz. In einigen sitzen Leute, die eindeutig sexuelle Handlungen aneinander vornehmen. Hier bin ich richtig. Jetzt fehlt nur noch mein Groupie.

Nach wenigen Minuten trifft sie ein, parkt hinter mir, steigt aus und ich bin leicht erschrocken, denn sie ist ziemlich klein und verdammt füllig. Ich weiß nicht, ob das geht. Sie wirkt unsicher, und das Gespräch kommt nur langsam in Gang. Nach einer Weile setzen wir uns in ihr Auto, plaudern weiter, drehen die Sitze in Liegeposition und liegen nebeneinander. Ich betrachte sie und weiß noch immer nicht, ob sie nicht zu füllig für sexuelle Handlungen ist. Die Zeit vergeht und sie schaut mich ununterbrochen an. Ich rede sehr viel und größtenteils Unsinn. Irgendwann beschließe ich, dass es Blödsinn wäre, zu fahren, bevor ich befriedigt wurde, und fordere sie auf, mich zu küssen. Darauf hat sie nur gewartet und kommt meiner Bitte unverzüglich nach. Es dauert nicht lange, bis sie meine Hose öffnet und zwischen meinen Beinen verschwindet. Ich bin entzückt, als sie mich beglückt. Nachdem sie alles sauber geleckt hat, ist es Zeit den Abend zu beenden. Ob es ein zweites Treffen geben wird, wird sich zeigen. Für heute bin ich zufrieden und befriedigt. Ich glaube nicht, dass ich wirklich damit gerechnet habe, dass es so kommen würde. Aber es war geil.

Sex bei ihr
Bevor ich mich erneut mit Groupie treffe, weise ich sie darauf hin, dass ich kein Licht im Zimmer haben will, wenn ich sie besuche, da ich schüchtern bin. Das ist allerdings nicht die ganze Wahrheit. In Wirklichkeit will ich kein Licht, weil ich sie nicht im Hellen sehen will. Sie ist mir zu viel Frau, und bei zu viel Licht stelle ich mir ihren Körper eher unerotisch vor. Nicht, dass es bei Dunkelheit anders wäre, aber ich will Sex, da würde Licht nur stören. Sie stimmt zu, also verabreden wir uns erneut.

Das Treffen findet in ihrer Wohnung statt. Ihr Ehemann ist arbeiten, als ich mich zu später Stunde zu ihr schleiche. Die beiden Kinder schlafen nebenan im Kinderzimmer, während wir uns im Ehebett dem Oralsex hingeben. Es ist erstaunlich, was für Dinge ich manchmal mache. Aber ich darf das, denn ich bin nicht verheiratet. Ob sie das darf ist mir egal. Hauptsache ich werde befriedigt und es ist nicht zu hell dabei. Und sie versteht es, mich vorzüglich zu befriedigen.

Weihnachten 2006
Weihnachten bringt mir der Postbote ein Päckchen: ein Geschenk von Groupie. Ein Buch mit dem Titel: Herr Jensen steigt aus. Nicht, dass ich Geschenke nicht liebe, aber irgendwie fürchte ich, dass es für Groupie mehr ist als nur Sex. Auch unsere letzten Online-Kommunikationen gingen meiner Meinung nach auch in diese Richtung.

Und so war das nicht verabredet. Wir wollten uns ab und zu treffen, um ein wenig Spaß zu haben. Doch nach nur zwei Treffen scheint es an der Zeit zu sein, das Ganze zu reduzieren oder besser zu beenden. Ich hatte meinen Spaß, und sie vermutlich auch. Alles andere überfordert mich nur und bringt mich komplett durcheinander. Das Ganze sollte rein sexuell sein, aber möglicherweise geht das nicht, weil wir keine Maschinen sind. Menschliche Wesen entwickeln nun einmal Gefühle. Dagegen kann man wohl nichts tun.

Doch noch ein Treffen
An einem Nachmittag chatten wir und haben beide Lust auf Sex. Also einigen wir uns darauf, dass ich mich am Abend melde, wenn ich immer noch Lust darauf habe, von ihr befriedigt zu werden.

Am Abend besuche ich Petra und wir schauen einen Film. Es ist 22.30 Uhr, als ich mich verabschiede. Spontan schreibe ich Groupie eine SMS und frage, ob sie Lust hat. Sie hat Lust, und ich fahre zu ihr. Wir treffen uns also noch einmal, obwohl ich das eigentlich nicht wollte. Doch sexuelle Befriedigung scheint mir wichtiger zu sein als meine Regeln in Bezug auf Gefühle.

Zunächst sitzen wir eine Weile im Wohnzimmer, trinken etwas und führen ein ziemlich belangloses Gespräch. Als ich keine Lust mehr habe zu reden, frage ich sie, ob wir jetzt anfangen wollen, uns zu küssen. „Hier oder im Schlafzimmer?” Ich bin fürs Schlafzimmer. Sie steht auf und geht vor. Im Schlafzimmer ist es schön dunkel und wir legen uns aufs Bett. Schnell stelle ich fest, dass sie keine Unterwäsche trägt, was mir ehrlich gesagt ziemlich egal ist. Ich mache es mir bequem und lasse sie die Arbeit machen, schließlich bin ich zu meinem Vergnügen hier.

Ich glaube zwar nicht, dass sie wirklich Spaß hat, doch darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, und sie hat sehr wohl ihren Spaß.

Als es vorbei ist, weiß ich nicht, ob ich sofort aufstehen und gehen oder noch mit ihr reden soll. Ich entscheide mich dafür, sie noch ein wenig mit irgendwelchen langweiligen Geschichten zu unterhalten. Als mir nichts mehr einfällt, stehe ich auf, ziehe mich an und mache mich auf den Weg. „Ich fand es schön, dass Du hier warst.“ „Ich fand es schön, dass ich befriedigt wurde. Schlaf gut.”

Ein weiteres Treffen findet nicht statt, da ich denke, dass wir genug Spaß hatten und es besser für sie ist, wenn wir uns nicht mehr sehen, weil ich nicht damit klarkomme, dass sie möglicherweise irgendwelche Gefühle entwickelt hat. Ich erkläre ihr meine Sichtweise, doch sie sieht es anders und ist mehr als unzufrieden, als ihr klar wird, dass wir uns tatsächlich nicht wiedersehen werden. Sie teilt ihren Frust deutlich mit – und dann höre ich nichts mehr von ihr.

Groupies Rückkehr
Etwas mehr als ein Jahr später schreibt sie mir eine Mail. Sie entschuldigt sich für ihr Verhalten, schreibt, dass sie sich von ihrem Mann getrennt hat – und dass sie Lust hat, mit mir zu vögeln. Ich nehme ihre Entschuldigung an und denke über das Angebot nach. Da ich gerade eh untervögelt bin und die Nummer mit Sandrine mich frustriert hat, schreibe ich ihr kurze Zeit später, dass ich Lust habe.

Es dauert nicht lange bis ich sie in ihrer neuen, ehemannfreien, Wohnung besuche. Es ist schon etwas merkwürdig, sich nach so langer Zeit zum Vögeln zu treffen. Unser Gespräch ist stockend, was aber nicht verwunderlich ist. Das Schlafzimmer ist kaum beleuchtet und so dauert es nicht lange, bis wir im Bett landen. Es ist das erste Mal, dass wir wirklich miteinander schlafen. Der Sex mit ihr war immer sehr befriedigend, was ich anfangs nicht für möglich hielt, da ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, dass Sex mit einer übergewichtigen Frau so sein könnte. Heute ist der Sex allerdings etwas anders: intensiver, geiler, befriedigender. Letztlich zeigt sich, dass nicht nur der Körper entscheidend für guten oder schlechten Sex ist.

Weil es mir so gut gefallen hat, folgen weitere Sextreffen. Manchmal schreibe ich ihr eine SMS und schlage vor, kurz für einen Quickie vorbeikommen. Abends fahre ich dann tatsächlich nur für einen Quickie zu ihr und verschwinde manchmal direkt danach wieder. Gelegentlich bleiben wir nach dem Sex noch länger liegen, reden, und ab und zu haben wir danach nochmal Sex. Mein Groupie ist echt praktisch und versteht es, mich zu befriedigen. Sie weiß genau, was ich mag und gibt es mir. Und ich nehme gerne, was sie mir gibt.

Bei einem späteren Treffen erzählt sie mir, dass sie einen neuen Freund hat, den sie sehr liebt. Auf meine Frage, warum sie dann noch mit mir schläft, antwortet sie, dass es mit mir so viel Spaß macht und sie darauf nicht verzichten will. Ein schlechtes Gewissen habe sie nicht, sagt sie. Mir soll es recht sein. Ich finde hier Befriedigung und liebe es, auf diese Art befriedigt zu werden.

Ob es an meiner Frage nach dem schlechten Gewissen lag oder an etwas anderem, weiß ich nicht – doch nach nur einem weiteren Treffen bricht sie jeglichen Kontakt zu mir ab. Vermutlich war unsere Zeit einfach vorbei. Ob ich je wieder ein Groupie haben werde?

Groupies zweite Rückkehr
Fast zwei Jahre nach unserem letzten Treffen, entdecke ich Groupie bei meinvz und schreibe sie an. Sie lebt mittlerweile in Oberhausen und hat über 30 kg abgenommen. Ich schreibe ihr, dass ich sehen will, wie sie 30 kg leichter aussieht. Sie antwortet, dass sie auch Lust hat, sich mal wieder mit mir zu treffen. Unsere weitere Kommunikation vermittelt schnell den Eindruck, dass wir bald wieder zusammen im Bett landen.

Ein paar Wochen später teilt sie mir mit, dass sie am 29. Mai 2010 zurück nach Lünen ziehen wird und mir mein Geburtstagsgeschenk deshalb persönlich übergeben kann. Ich vermute sofort, dass sie selbst das Geschenk sein wird. Da wir schon früher guten Sex hatten, klingt das nach einem Geschenk ganz nach meinem Geschmack. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, wieder von ihr verwöhnt zu werden. Ob ich sie 30 kg leichter wohl wiedererkenne?

Kurzauftritt
Kurz nach ihrem Umzug ist es soweit und ich fahre zu ihr, um zu schauen, wie sie nach ihrem Gewichtsverlust von über 30 Kilo aussieht und um zu testen, ob sie mich immer noch so gut befriedigen kann.

Dummerweise bin ich, als ich gegen 23.03 Uhr bei ihr ankomme, so müde, dass ich eigentlich nur schlafen möchte. Dass sie abgenommen hat, nehme ich nicht wirklich wahr. Nach kurzer Begrüßung liege ich auch schon neben ihr im Bett und wir küssen uns. Es dauert nicht lange, bis sie mit ihrem Mund tiefer wandert und dort verweilt. Ich genieße es zwar, muss aber gestehen, dass ich heute zu müde für Sex bin. Vielleicht liegt es daran, dass ich heute schon Sex mit Nadia hatte. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für solche Aktionen.

Nach einigen Minuten bin ich fertig. Und kaum bin ich fertig, möchte ich schlafen. „Das war geil. Du kannst jetzt gehen, ich muss schlafen.“ – „Ähm, Du verwechselst da was. Das ist meine Wohnung.” Mist. Da hat sie wohl recht. Ich quäle mich hoch, ziehe mich an und verabschiede mich von ihr. Es ist 23.42 Uhr.

Um nicht einzuschlafen, esse ich auf der Heimfahrt eine Banane und frage mich, ob es okay für sie ist, wenn wir die Aktion demnächst mal wiederholen. Ich finde es nämlich praktisch, wenn ich nichts tun muss und dennoch bekomme, was ich will.

Um nicht einzuschlafen, esse ich auf der Heimfahrt eine Banane und frage mich, ob es okay für sie ist, wenn wir die Aktion demnächst mal wiederholen. Ich finde es nämlich praktisch, wenn ich nichts tun muss und trotzdem bekomme, was ich will.

Das nächste Ende
Im September 2010 teilt sie mir mit, dass sie schwanger ist und es in Zukunft keine weiteren Treffen geben wird. Irgendwie passend. Denn so endete mit einem Blowjob was mit einem Blowjob begann, auch wieder mit einem Blowjob.

Groupie fragt nach einem Treffen
Im August 2015 meldet sich Groupie aus heiterem Himmel bei mir. Sie schreibt, dass sie Lust auf mich hat, und fragt nach einem Treffen. Obwohl ich von Sex eigentlich nie genug bekomme, lehne ich ihr Angebot, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, ab.

Groupie zu Besuch
Es ist bereits September 2016. Nachdem wir über Facebook wieder Kontakt haben und uns mehr oder weniger regelmäßig schreiben, lade ich Groupie zum Kaffee ein.

Ein paar Tage später besucht sie mich tatsächlich – unser erstes Treffen ohne jegliche sexuellen Absichten. Zumindest von meiner Seite aus. Und während des Gesprächs bleibt das Thema Sex tatsächlich außen vor, ohne dass wir das vorher abgesprochen haben. Für mich ist das ein würdiger Abschluss unserer sexuellen und erotischen Eskapaden, weil wir beide nicht mehr sind, wer wir einst waren. Genau so habe ich mir das vorgestellt: ein vernünftiges, angenehmes Gespräch, um unsere Geschichte abzurunden. Irgendwie war mir das wichtig.
Unsere Sextreffen liegen so weit zurück, dass sie fast unwirklich erscheinen. Ich versuche mich an unser erstes Treffen zu erinnern – den ersten Blowjob in ihrem Wagen. Ihre Art zu blasen hat mich damals völlig wahnsinnig gemacht, sie war irgendwie besonders. Doch das ist Vergangenheit. Lange vorbei. Wir sind andere Personen – und doch dieselben. Vielleicht bin nur ich anders. Aber das spielt keine Rolle.

Und so führen wir unser Gespräch ohne jede Anzüglichkeit, bis zum Ende. Auch sie scheint das nicht zu vermissen, denn zum Abschied schlägt sie vor, dass ich sie beim nächsten Mal besuchen soll. Ich sage zu. Warum auch nicht?

Genau so hatte ich mir das gewünscht. Irgendwie brauchte ich diesen Abschluss – und fühle mich damit gut.

Hätte ich reagiert, wenn sie Interesse an Sex signalisiert hätte? Nein. Definitiv nicht. So, wie ich es schon im letzten Jahr abgelehnt habe, hätte ich es wieder abgelehnt. Wenn etwas für mich vorbei ist, dann ist es vorbei. Und durch dieses Treffen fühlt es sich tatsächlich rund an.

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