April 2010

Stöhnen
Pure Langeweile und die Hoffnung auf erotische Momente, führen mich erneut in einen Chat. Wie üblich, sind die Frauen nicht wirklich daran interessiert mit mir zu kommunizieren. Lediglich Tini aus Köln lässt sich auf eine Unterhaltung ein. Sie ist angeblich 23 Jahre und hat keinen Freund. So sagt es zumindest ihr Profil. Während der Unterhaltung hat sie dann aber doch einen Freund der möchte, dass sie mit einem anderen Mann schläft. Klingt zwar unglaubwürdig, aber da ihr dieses Gespräch so am Herzen liegt, spiele ich mit und schreibe, dass ich gerne dazu bereit bin und es entsteht folgender Dialog.
“Ich blase sehr gerne.”
“Prima. Alles andere wäre auch albern.”
“Würdest Du Dir denn auch von meinem Freund einen blasen lassen?”
“Wieso das?”
“Er hat gesagt, dass er das mal ausprobieren möchte.”
“Interessant.”
“Was magst Du denn?”
“Also Analsex ist ein Muss.”
“Das mag ich nicht so. Tut weh.”
“Das mag sein.”
“Würdest Du denn meinen Freund auch in den Arsch ficken?”
“Wieso das?”
“Er soll spüren, wie es sich anfühlt, weil er das auch immer von mir will.”
“Klingt vernünftig.”
Da wir nun an einem Punkt sind, an dem ich Lust habe spazieren zu gehen, verabschiede ich mich von ihr und sie fragt nach meiner Nummer, weil sie für mich stöhnen möchte. Ich überlege kurz, gebe ihr dann meine Nummer und schon klingelt es. Ich melde mich und schon stöhnt sie los. Sie klingt komisch, jung, interessant und ich frage mich, warum sie das tut und ob es sich auch so anhört, wenn sie wirklich Sex hat. Leider werde ich das nie erfahren. Ich hätte auch nie gedacht, dass sie so lange für mich stöhnt. Wobei 20 Sekunden auch nicht wirklich lang sind, aber für mich länger als erwartet. So plötzlich, wie es anfing hört es auf und sie legt auf. Ihre letzte Meldung im Chat “Ich hoffe, Du denkst nachher an mich”, lasse ich unbeantwortet, weil es mir nichts bringen würde darauf zu antworten und wir eh nie wieder voneinander hören werden. Dennoch bleibt mir dieses Erlebnis sicher eine Weile in Erinnerung, weil es überraschend und anders war. Manchmal passieren doch Dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte.


Einkaufszettel und Essigreiniger
Nachdem mir das Amt meinen Monatslohn überwiesen hat, mache ich mich daran meinen Einkaufszettel zu schreiben. Schließlich muss ich aufpassen, dass ich mein Geld nicht für unnütze Dinge ausgebe, aber auch nichts Wichtiges vergesse, um nicht am Ende des Monats dumm dazustehen.
Mit meinem Extra Einkaufszettel für DM gehe ich zu DM. Der Einkaufszettel ist so lang, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Einkaufskorb nehmen muss. Ein komisches Gefühl und eine völlig neue Erfahrung. Während ich durch die Gänge schlendere und meinen Korb fülle, fällt mir ein Essigreiniger der Marke ‘Denk mit’ auf. Ich bin so fasziniert, dass ich die Flasche aus dem Regal nehme, um zu schauen wofür dieser Essigreiniger zu gebrauchen ist. Ich lese, dass er nach Apfel duftet und mühelos Kalk- und Seifenablagerungen beseitigt. Also brauche ich den nicht, weil ich schon genug Putzmittel habe und mein kleiner Schrank bereits mehr als voll ist. Andererseits kann so ein Essigreiniger auch nicht schaden und der Anblick der Flasche ist so faszinierend, dass ich ihn einfach nicht zurück ins Regal stellen mag. Daher landet er in meinen Korb und ich bin mir fast sicher, dass dieser Essigreiniger keine Chance gehabt hätte, wenn ich keinen Korb gehabt und der Anblick der Flasche mich nicht so begeistert hätte. So würde er jetzt noch bei DM stehen und in meinem Schrank wäre mehr Platz. Ich glaube, Einkaufszettel sind auch keine Lösung.


Cori
Cori kenne ich schon seit mindestens sechs Jahren. Allerdings nicht persönlich, sondern nur übers Internet. Nachdem ich jahrelang erfolglos versucht habe sie persönlich kennenzulernen, verstoße ich heute gegen meine absurde Regel, nie mehr als 50 Kilometer zu fahren, um eine Frau zu treffen und fahre tatsächlich über 50km, um Cori endlich persönlich kennenzulernen. Wer weiß, ob und wann sich eine solche Gelegenheit wieder bietet?

Sie hat sich gut auf unser Treffen vorbereitet. Das Begrüßungsgeschenk, eine Banane, liegt auf dem Tisch und dazu hat sie eine breite Themenauswahl mitgebracht. Außerdem sagt sie mir, dass sie mich einlädt. Ich bin ihr sehr dankbar dafür, da ich nichts mitgebracht habe. Weder ein Geschenk, noch Gesprächsthemen. Weitere Pluspunkte sammelt sie für ihre schwarz lackierten Fingernägel. Da steh ich nämlich drauf. Unser Gespräch ist erst wenige Minuten alt, als sie mir ein weiteres Geschenk macht. Ein Buch mit dem Titel Leben lernen. Sehr passend. Ich glaube, ich mag sie.
Nach etwa zwei Stunden scheint sie ein wenig gelangweilt von mir und ruft eine Freundin an, um diese zu fragen, ob sie sich mit uns treffen will. Verständlicherweise lehnt diese ab. Sie hat vermutlich keine Lust sich zu langweilen. So muss Cori den Rest des Abends alleine mit mir verbringen. Ich finde das okay, weil ich zwei Frauen sicher nicht verkraftet hätte. Nicht in meinem Alter und erst Recht nicht in meinem Zustand. Nach einer Weile schlägt Cori vor, dass wir den Laden verlassen und einen Müllberg besteigen. Da ich noch nie mit einer Frau auf einem Müllberg war und mir erhoffe, dass wir nicht nur auf den Müllberg steigen, um auf einen Müllberg gestiegen zu sein, bin ich einverstanden. Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass Cori kleiner als erwartet ist. Dafür hat sie ein tolle Figur und ich muss gestehen, dass ich sie spätestens jetzt gerne küssen würde. Sie sagt, dass ich, als sie zu Beginn unseres Treffens noch nüchtern war, nicht dem Bild, das sie von mir hatte, entsprach. Jetzt im angetrunkenen Zustand schon eher. Nun ist es schon so weit, dass Frauen sich einen antrinken müssen, um mich erträglich zu finden. Vielleicht sollte ich doch besser aufhören mich mit Frauen zu treffen. Hinterher werden die alle noch meinetwegen zu Alkoholikerinnen. Das möchte ich nicht. Andererseits ist es durchaus möglich, dass durch Alkohol enthemmte Frauen enthemmter sind. Ich werde das bei Gelegenheit mal überprüfen.

Auf dem Müllberg finden wir einen gemütlichen Platz mit schöner Aussicht aufs Centro. Ich bin zufrieden und genieße den Ausblick und die Gesellschaft. Jetzt ist eigentlich eine gute Gelegenheit für einen Annäherungsversuch, aber ich sehe mich einfach nicht in der Lage, sie heute zu verführen. Sie ist zu cool und ich bin es gerade absolut nicht. Und ich weiß jetzt schon, dass ich es bereuen werde, sie nicht geküsst zu haben, aber mir ist jetzt schlecht und ich bin maßlos mit der Situation überfordert. Eine ständige Nebenwirkung, die mir Verabredungen mit Frauen immer wieder vermiest. Anstatt zu handeln fange ich an zu denken und dann geht einfach gar nichts mehr. Als Folge meines Zustands werde ich immer einschläfernder und wir verwerfen den Plan, noch etwas zusammen trinken zu gehen. Dafür schlägt sie vor, dass wir zu ihr fahren. Normalerweise mache ich so etwas ja nicht beim ersten Treffen, aber ich denke, dass ich heute eine Ausnahme machen kann und nehme ihren Vorschlag an. Vielleicht ist sie enthemmt genug, sich in ihrer Wohnung für mich auszuziehen.
Bei ihr zu Hause angekommen bietet sie mir Leitungswasser an. Vermutlich bekommen nur unterhaltsame Menschen Wasser mit Kohlensäure. Dann bekomme ich die Aufgabe, ihrem Orakel eine Frage zu stellen. Scheinbar weiß das Orakel, dass ich ein Ungläubiger bin und verweigert die Antwort. Als es auch meine zweite Frage nicht beantworten will, brechen wir die Fragen ans Orakel ab. Vielleicht ist das Orakel auch kaputt. Wir machen es uns auf ihrem Bett gemütlich und sie liest mir etwas vor. Als ich noch jung war, hat mir niemand etwas vorgelesen. Während wir so auf ihrem Bett liegen und ich sie mir anschaue, verspüre ich erneut große Lust sie zu küssen. Vermutlich aber bin gar nicht zu verklemmt, um einen Versuch in diese Richtung zu unternehmen, sondern einfach nur zu blöd. Möglicherweise auch ein verklemmter Blödmann oder ein blöder Verklemmter. Dabei sind wir schon in ihrem Bett. Was bin ich nur für eine Enttäuschung für mich.

Gegen 00.51 Uhr ist es Zeit den Abend zu beenden. Cori begleitet mich zur Tür und fordert mich auf sie zu umarmen, weil es unhöflich wäre es nicht zu tun. Da ich auf keinen Fall unhöflich zu ihr sein will, nachdem sie mir so schöne Geschenke gemacht und mich so nett unterhalten hat, komme ich ihrem Wunsch nach einer Umarmung gerne nach. Wieso ich sie auch jetzt nicht küsse, werde ich wohl nie erfahren. Sicher ist nur, dass ich das bereuen werde. Und zwar ab jetzt.

Auf dem Weg nach Hause gönne ich mir die geschenkte Banane und gerate in eine Alkoholkontrolle. Der Herr Polizist fragt, ob ich meinen Führerschein dabei habe und als ich ihm meinen Führerschein geben will, sagt er, dass alles okay ist und ich weiterfahren soll. Alkoholkontrollen sind langweilig und ich weiß nicht, wozu ich bei der nächsten Alkoholkontrolle anhalten sollte. Andererseits bin ich auch langweilig. Vermutlich schließt sich hier gerade ein Kreis.


Renteninformation 2010
Die Deutsche Rentenversicherung lässt es sich nicht nehmen, mir regelmäßig meine Renteninformation zu schicken. Und ich bin jedes Mal total überrascht und glücklich, wenn ich mir die Zahlen so anschaue. So auch heute. Meine bislang erreichte Rentenanwartschaft entspricht nach heutigem Stand 198,11€. Bis zur Regelaltersgrenze steigt diese, wenn nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt, auf sagenhafte 326,94€. Sollte ich allerdings vorher dermaßen kaputt gehen, dass ich voll erwerbsgemindert bin, bekomme ich unglaubliche 430,61€. Ich überlege ernsthaft, ob es Sinn macht, jetzt kaputt zu gehen und mir diese unglaublichen 430,61€ auszahlen zu lassen. Nach reiflicher Überlegung komme ich dann aber zu dem Schluss dass es sinnvoller ist, bis zum erreichen der Regelaltersgrenze nicht kaputt zu gehen und weiter Hartz IV bzw. Arbeitslosengeld II zu beziehen. Ich denke, das ist eine weise Entscheidung, die sich aber problemlos jederzeit ändern lässt.


Ausflug in die Natur
Um nicht wieder bei dem schönen Wetter auf dem Sofa zu vergammeln, beschließe ich, einen kleinen Ausflug zu einem Pferd, welches ich vorgestern zufällig auf einer Wiese traf und mit dem ich mich direkt recht gut verstand, zu machen. Da ich in meinem Haushalt kein Obst führe, entwende ich einen Apfel von meinen Eltern, um diesen dem Pferd zu schenken. Meine Eltern werden den Verlust sicherlich verkraften. Auf dem Weg zu dem Pferd kommt mir eine Frau mit ihrem Hund entgegen. Dieser scheint unter einem Aufmerksamkeitsdefizit zu leiden, weshalb er mich so lange anbellt, bis ich ihn begrüße. Danach geht er glücklich und zufrieden weiter. Als ich an der Wiese ankomme, sehe ich, dass das Pferd ohne Namen nicht alleine ist. Seine Mutter, zumindest gehe ich davon aus, dass es die Mutter ist, ist auch auf der Wiese. Das ist jetzt natürlich doof, weil ich nur einen Apfel habe. Als das Mutterpferd etwas unaufmerksam ist, gebe ich dem Pferd ohne Namen den Apfel. Zur Belohnung darf ich das Pferd anfassen. Da so ein Muttertier aufpassen muss, wer da den Nachwuchs anfasst, kommt es nach einer Weile zu uns. Das Muttertier erkennt sofort, dass ich ein netter Kerl bin und lässt sich auch von mir anfassen. Vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Weil ich nicht weiß, was ich den beiden erzählen soll und wir uns auch noch nicht lange kennen, verabschiede ich mich nach ein paar Minuten wieder und gehe weiter.
Ich erreiche eine Bank und nehme Platz. Eine Ameise klettert auf meinen Arm. Ich fordere sie auf das zu unterlassen, doch sie ignoriert mich. Ich versuche ihr zu erklären, warum ich es nicht mag, wenn sie auf mir rumtrampelt, doch auch das scheint sie nicht zu beeindrucken. Darum werfe ich sie auf den Boden. So geht das ja nicht. Nach einer Weile setze ich meinen Spaziergang fort. Im Wald treffe ich auf einen Fasan. Dieser ist allerdings nicht wirklich an mir interessiert und geht, nachdem er mich kurz begutachtet hat, weiter. Ebenso wenig Interesse hat die Maus, die neben mir im Laub spielt. Vermutlich bin ich ihr zu groß. Ein Pärchen mit einem jungen Hund kommt mir entgegen. Kaum sieht dieser mich, spurtet er auf mich zu. Die Rufe seiner Besitzer ignoriert er und setzt zum Sprung auf meine Brust an. Ein perfekter Sprung. Der Hund ist so begeistert, dass er nicht mehr aufhören mag an mir hochzuspringen. Seine Besitzer ignoriert er vollkommen. Nachdem er genug an mir hochgesprungen ist, lässt er mich mit meinem weißen Pulli, der jetzt nicht mehr wirklich weiß ist, zurück. Unglaublich, wie beliebt ich heute bin. Ich spaziere weiter und erreiche nach wenigen Metern eine Wiese mit Pferden. Ein schwarzes Pferd sieht mich und macht sich sofort auf den Weg, um mich zu begrüßen. Da ich nicht sehr gesprächig bin, dauert es nicht lange bis das schwarze Pferd sich wieder verabschiedet. Anschließend muss ich noch kurz ein helles Pferd und ein schwarz-weißes Pferd begrüßen. Auch diese Begrüßungen sind schnell vorbei. Nur wenige Meter weiter guckt ein braunes Pferd aus seinem Stall. Da es freundlich aussieht gehe ich zu dem Stall, um das freundlich aussehende Pferd zu begrüßen. Das Pferd ist recht aufgeschlossen, möchte aber nicht angefasst werden. Ich erkläre dem Pferd, dass ich das gut verstehen kann und bleibe noch eine Weile stehen, bevor ich mich verabschiede und meine Wanderung fortsetze. In einer Kurve entdecke ich einen ausgetrockneten Frosch. Ich bin so fasziniert, dass ich ihn mehrmals wende, um ihn genau zu begutachten. Er scheint tot zu sein. Jedenfalls wirkt er arg leblos. So verabschiede ich mich von ihm und wandere durch einen Wald. Dort trete ich fast auf eine gelbe Blume. Weil mir die Blume so gut gefällt, mache ich ein Foto von ihr. Da ich nicht mehr der Jüngste bin, brauche ich wenige Minuten später eine Pause und setze mich auf eine Bank, lasse den Blick umherschweifen und bin zufrieden. Hier könnte ich jetzt sterben, falls ich es nicht schon längst bin. Während ich versuche meinen Wunsch umzusetzen und zu sterben, kommen drei Frauen mit einem Hund vorbei und stören mich durch ihr unsäglich dummes Geschwätz beim Sterben. Da muss ich wohl an einem anderen Tag sterben. Zeit nach Hause zurückzukehren.

Exakt 2 Stunden und 4 Minuten nachdem ich losgegangen bin, komme ich völlig erschöpft zu Hause an. Ich hätte nie gedacht, dass eine Wanderung so aufregend und anstrengend sein kann. Sollte ich mich in den nächsten Wochen gut von den Strapazen erholen, denke ich über eine erneute Wanderung nach.


Hahn im Korb
Um 21.28 Uhr hole ich Petra ab und wir machen uns auf den Weg zur Jugendsünde-Party nach Oberhausen. Um 22.29 Uhr treffen wir uns vor dem Eingang zur Jugendsünde-Party mit Cori und Nadia. Nadia ist eine Freundin von Cori, die sie spontan mitgebracht hat. Nadia ist 28 Jahre, etwa 1,65m groß und hat ihre Brüste, ich vermute ein C oder D Körbchen, perfekt in Szene gesetzt. Sie hat eine ansprechende Figur und ich fühle mich sofort sehr von ihr angezogen und weiß nicht, was ich davon halten soll. Also versuche ich cool zu bleiben, bin aber definitiv an ihr interessiert. Das ist schon alleine deshalb unpassend, weil ich mit Cori verabredet bin und eigentlich vorhabe sie zu verführen, denn Cori ist auch sehr anziehend und sicher eine Sünde wert. Ich bin sehr gespannt, wie sie der Abend heute entwickeln wird. Ein Abend mit drei attraktiven Frauen, was kann es Schöneres für mich geben? Wir sind so ziemlich die ersten Gäste und es hat irgendwie etwas von einem Treffen der Bauernjugend. Da wir keine Bauern sind, werden wir uns vermutlich nicht so wohl hier fühlen. Außerdem ist das Landvolk etwas jung. Das hatte ich so nicht erwartet. Doch was kümmert es mich? Ich habe hier entzückende Begleiterinnen.
Gegen Mitternacht wird der Laden plötzlich voll. Es scheint so als wäre die angetrunkene Landjugend mit Bussen angereist. Für uns heißt es Abschied nehmen. Wir sind heute nicht in der Stimmung für ein Bauernfest, und so machen wir uns auf ins Centro und gehen ins Köpis oder so ähnlich. Dort ist es voll und laut. Also voll laut. Die Leute sind vergnügt und es darf geraucht werden. Genau das Richtige für meine Erkältung. Dafür ist es schön warm und ich darf in einem Ledersessel Platz nehmen. Zwischen Nadia und mir ist irgendwas, eine Anziehung, die ich für etwas unpassend halte, weil ich doch mit Cori verabredet bin und sie auch heute sehr reizvoll ist, was Nadia auf eine ganz andere Weise aber auch ist. Nadia ist offensichtlich an mir interessiert. Zumindest bilde ich es mir ein.

Ab und zu tanzen meine drei Begleiterinnen für mich. So stelle ich mir das Paradies vor. Nur rauchfrei sollte es schon sein. Nach einer Weile tanzt sich ein forscher Jüngling an Petra heran und weil es irgendwie gut für ihn läuft, legt er nach einer Weile Hand an. Petra scheint es zu gefallen. Wenige Minuten später beginnen die beiden einen zweistündiges Gespräch bei dem der Jüngling seinen Arm permanent um Petra gelegt hat. Ganz schön ausdauernd diese jungen Männer. Der junge Mann heißt Kevin, ist 21 Jahre und seine Ausdauer zahlt sich aus. Am Ende darf er Petra küssen. Minutenlang. Ich glaube, von Kevin kann ich noch viel lernen.
Während Petra beschäftigt ist, sorgen Cori und Nadia für meine Unterhaltung. Nadia ist meist für die Konversation zuständig, Cori tanzt für mich. Und es gefällt mir gut, wie sie tanzt. Während Cori für mich tanzt, unterhalte ich mich mit Nadia und je länger wir uns unterhalten, desto interessierter bin ich an ihr. Ich atme ihren Duft ein, schaue sie an, schaue in ihren Ausschnitt und merke, dass ich sie gerne küssen würde, was aber nicht geht, weil ich ja mir Cori verabredet bin, die ich auch gerne küssen würde. Aber Nadia ist genau der Typ Frau, den ich schon immer mal haben wollte. Sie hat irgendwas, was ich nicht erklären kann. Es ist eine dermaßen sexuelle Ausstrahlung, die in mir den Wunsch weckt sie zu verführen. Wenn Cori nicht wäre, dann würde ich Nadia jetzt küssen und anfassen oder mit ihr irgendwohin verschwinden, wo wir ungestört sind. Das ist völlig unangemessen und unangebracht, dass ich das tun will und doch kann ich nichts dagegen tun. Nadia erzählt mir von ihren Problemen mit ihrem Freund und ich sage ihr, dass sie mich ruhig anschreiben kann, wenn sie mal jemanden zum reden braucht. Frauen, die in ihren Beziehungen nicht glücklich sind, freuen sich meistens über so ein Angebot. Und sollte sie mein Angebot annehmen, dann, so bin ich sicher, werden wir ganz sicher nicht nur reden. Das wäre nämlich albern und dumm. Normalerweise bin ich nicht so überzeugt von mir, doch diesmal ist es anders. Hier ist etwas zwischen uns, was mir sehr gefällt, mich aber auch verwirrt. Nadia ist definitiv sehr verführerisch und offensichtlich interessiert. Cori tanzt weiter, was mich auch anmacht, dennoch flirte ich mit Nadia und bin sicher, dass wir uns jetzt nur deshalb nicht küssen, weil Cori meine Verabredung ist. Plötzlich schenkt mir Nadia einen Kaugummi. Ein kleiner Beitrag zum Thema Kaugummi Nadja. Ich bin begeistert. Diese Art von Humor gefällt mir. Kurze Zeit später schenkt sie mir auch noch eine Postkarte. Ich mag es, wenn eine Frau gut vorbereitet zu einem Treffen kommt. Nadia hat definitiv sehr aufmerksam meinen Blog gelesen und hatte vermutlich den Plan gefasst, dass sie mich heute anbaggern wird, obwohl sie mich noch nie zuvor gesehen hat.
Irgendwann neigt sich der vergnügliche Abend dem Ende entgegen. Kevin ist längst weg und Cori sitzt auf meinem Schoß, als sie mir etwas sagt, dass mich schnell wieder aus meiner verträumten Parallelwelt reißt. “Du bist sehr schüchtern.” – “???” – “Du hast nicht einmal versucht mich zu küssen.” Das war mal eine Ansage. Jetzt habe ich genau zwei Möglichkeiten. Ich kann ihr sagen, dass ich auch auf ihre Freundin stehe und diese mich so verwirrt, dass mir gar nicht der Gedanke kam, sie zu küssen, obwohl ich das liebend gerne tun würde, weil ich beide Frauen, so unterschiedlich sie auch sind, ganz entzückend und verführerisch finde. Oder ich mache endlich das, weshalb ich heute hier bin und was ich schon seit unserem ersten Treffen machen wollte. Ich muss Cori küssen, denn auch wenn ich von Nadia fasziniert bin, bin ich von Cori nicht weniger angetan. Ich bin nur etwas überfordert, weil ich plötzlich an zwei Frauen interessiert bin und diese scheinbar auch an mir. Viel Zeit bleibt mir allerdings nicht mehr, um Cori zu küssen, da wir bereits dabei sind den Laden zu verlassen. Den Moment, die auf meinem Schoß sitzende Cori zu küssen, habe ich wegen des Gedankenchaos in meinem Kopf verpasst. Es ist echt hart, wenn man zwei Frauen anziehend findet und zu blöd ist, etwas aus seinen Möglichkeiten zu machen. Cori, Petra und Nadia müssen zum Abschluss des Abends noch zur Toilette. Und ich weiß, was ich tun muss, ich muss Cori küssen, sobald sie von der Toilette zurück ist. Sonst bin ich nur noch lächerlich. Als sie von der Toilette kommt und neben mir steht ist es endlich so weit. Ich sage zu ihr, dass ich normalerweise nicht so schüchtern bin und noch bevor sie wirklich etwas dazu sagen kann, landen meine Lippen auf ihren und wir küssen uns endlich. Warum habe ich damit nur so lange gewartet? Das könnte ich jetzt noch ewig so machen. Dumm nur, dass der Abend jetzt vorbei ist und ich die Frauen nach Hause fahren muss. Als ich Cori zu Hause absetze, küssen wir uns erneut und ich muss gestehen, dass ich Nadia, die hinten im Auto sitzt, gerade völlig vergesse und auf der Stelle mit zu Cori gehen würde, wenn die Situation eine andere wäre. Doch die Situation ist, wie sie ist. Cori steigt aus, ich bringe Nadia weg, bevor Petra und ich die lange Heimreise antreten, die trotz Banane eine echte Odyssee wird, denn ich biege einmal falsch ab, dann noch einmal und so dauert die Rückreise doppelt so lange wie nötig und ich komme erst um 05.43 Uhr zu Hause an. Zur Begrüßung singen mir die Vögel etwas vor. Leider bin ich zu erschöpft, den Gesang zu genießen. So lange Ausflüge sollte ich mir abgewöhnen. Bin schließlich kein Jüngling mehr. Dessen ungeachtet war es ein entzückender Ausflug. Und im Vergleich zu meinem ersten Treffen mit Cori ein echter Fortschritt. Wobei es mir auch heute nicht gelungen ist, witzig zu sein. Doch vielleicht laufe ich eines Tages doch noch mal zu alter Form auf. Muss ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir uns getroffen haben. Und andererseits gibt es da ja noch Nadia. Ich bin mir sicher, dass sie noch zum Thema wird und vermutlich werde ich eher mit ihr als mit Cori im Bett landen. So wie das heute lief, wäre alles andere irgendwie albern. Und so schlafe ich mit der Gewissheit, bald mit einer der beiden Frauen Sex zu haben, selig ein, ich geiles Schwein.


Ein Handwerker im Haus ersetzt das Chaos
Seit Wochen läuft das Wasser im Waschbecken schlecht ab. Meine Taktik, die Dinge einfach auszusitzen bis sie sich von alleine erledigen, scheint hier nicht zu funktionieren. Das Wasser läuft mit jedem Tag schlechter ab und ich frage mich, wer für dieses Waschbecken zuständig ist. Nach Tagen habe ich die Antwort. Ich bin verantwortlich und wenn ich weiter nur so dasitze wird das Wasser bald gar nicht mehr abfließen. Leute die sich auskennen sagen, dass das Problem in dem Bereich der stärksten Krümmung liegt. Und so schraube ich die Krümmung einfach mal ab. Natürlich erst nachdem ich das Wasser abgestellt habe. Ich bin ja kein kleiner Doofmann. Diese Krümmung ist meines Erachtens viel zu sauber, um für das schlechte abfließen verantwortlich zu sein. Also schraube ich den biegsamen Plastikschlauch ab. Und es scheint so als läge hier das Problem. Der ist vollkommen versifft. Das ist eklig und schwer zu reinigen. Doch ich gebe alles und kann die meisten Verunreinigungen entfernen. Ich will den Schlauch gerade wieder anschrauben als mir auffällt, dass auch der obere Teil des Waschbeckens vollkommen verdreckt ist. Da muss ich wohl jetzt auch noch ran. Ich hole einen Schraubendreher und beginne in dem Dreck rumzustochern. Das stinkt bestialisch. Fast so als hätte mir jemand ins Waschbecken geschissen. Ich bin irritiert. Wer macht denn so etwas? Und wieso benutzt er dazu mein Waschbecken? Ekelhaft. Zeit mal durchzuspülen. Ich stelle einen Eimer unter den Abfluss und lasse das Wasser laufen. Unglaublich was für ein Dreck in den Eimer gespült wird. Und unglaublich, wie das stinkt. Das ist doch nicht normal. Mehrmals kippe ich das schmutzige Wasser ins Klo und löse mit dem Schraubendreher weiteren Rotz. Und während ich entsiffe und spüle, denke ich mir, dass es besser wäre den Eimer öfter zu leeren, bevor die ganze Scheiße mein Bad überschwemmt, weil mein Eimer nicht wirklich sicher steht in dem Chaos. Da ich oft sehr langsam denke passiert was passieren muss. Der Eimer mit dem ganzen Dreck wird zu schwer und kippt um. Das Bad sieht jetzt wunderschön aus und ich hocke mit meinen Socken in der stinkenden Brühe. Für einen Augenblick bin ich gelähmt und bewundere das Chaos. Die stinkende Brühe verteilt sich und bewegt sich Richtung Flur. Wirklich sehr schön. Meine Vermutung, dass ich für die Beseitigung des Chaos zuständig bin, bestätigt sich sehr schnell. Ist ja außer mir niemand hier. Außerdem ist es mein Bad und ich habe es vermutlich selbst versaut. Und so höre ich vorübergehend damit auf, mich um den Abfluss zu kümmern und reinige den Boden. Während ich den ganzen Schlamm wegwische, frage ich mich immer noch, warum das so stinkt? Ich glaube, ich bin ein verkommenes Subjekt. Nachdem der Boden wieder in einem guten Zustand ist, beseitige ich die letzten Verklebungen und was der Abfluss sonst noch zu bieten hat. Ich will mir gerade zu meiner Arbeit gratulieren, da fällt mir ein, dass ich das alles wieder zusammenbauen muss. Irgendwie fühle ich mich verarscht, denn ich will keine Schläuche und Krümmungen zusammenbauen. Und wieso kriege ich den Gestank nicht mehr aus der Nase? Der Zusammenbau klappt erstaunlich schnell. Scheinbar hält alles und ist dicht. Aber der Gestank geht nicht weg. Stinken alle Handwerker so? Muss das so sein? Jetzt ekel ich mich erst Mal vor mir selbst. Vielleicht höre ich dann auf zu stinken. Irgendwann.


Stimme der Vernunft
Ich gehöre zu den Autofahrern, die oft als Verkehrshindernis beschimpft werden. Das liegt unter anderem daran, dass ich anfahre wie ein Rentner, weil ich möglichst spritsparend fahren muss, da ich mir das ständige tanken nicht leisten kann. Außerdem halte ich mich fast immer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen, weil ich ein Spießer bin und Strafzettel mittlerweile einfach zu teuer sind. Wenn ich mal gegen irgendwelche Regeln verstoße, weist mich meine Stimme der Vernunft unverzüglich darauf hin und ich korrigiere mein Fehlverhalten. Normalerweise. Doch jetzt mag ich nicht hören, als die Stimme mir sagt, dass ich gefälligst abbremsen muss, wenn ich durch diese Baustelle fahre. Ich denke zwar kurz darüber nach tatsächlich abzubremsen, finde die Geschwindigkeitsbegrenzung um diese Zeit aber störend und fahre einfach so weiter. Dass ich besser auf die Stimme der Vernunft gehört hätte, wird mir nur wenige Meter später klar, als mich ein Polizist auffordert rechts ran zu fahren. “Guten Abend. Führerschein und Fahrzeugschein, bitte.” Ich händige dem Mann die Papiere aus und er sagt: “Ich habe Sie angehalten, weil Sie zu schnell gefahren sind.” – “Ja. Ich weiß.” – “Sie sind 46 gefahren. Wir ziehen drei ab. Macht 25 Euro.” – “Okay.” – “Sie können sich auch weigern zu zahlen und Einspruch einlegen.” – “Nein. Wozu?” Damit ist das auch geklärt. Da ich nie meine EC-Karte dabei habe, man aber mit EC-Karte zahlen muss, schreibt mir der Polizist einen Zahlschein. “Zahlen Sie den Betrag bitte innerhalb von 7 Tagen.” – “Kein Problem.” – “Gute Fahrt noch.” – “Danke.” Das habe ich prima hingekriegt, aber dafür war ich während der ganzen Zeit total cool. Für den Polizisten müssen solche Menschen wie ich sehr angenehm sein. Sicherlich hätte ich ihn beschimpfen können, weil er mich um 22.48 Uhr anhält, anstatt irgendwelche Verbrecher zu fangen. Oder ihm von meiner Stimme der Vernunft erzählen können und erklären, dass ich sonst nie zu schnell fahre. Oder, dass ich früher auch mal Polizist werden wollte. Aber ich habe mich für den vernünftigen Weg entscheiden, ohne dass mir meine Stimme der Vernunft, die übrigens schmollend in der Ecke saß und immer wieder sagte “Ich hab es Dir ja gesagt”, den Auftrag dazu erteilt hat. Ab morgen werde ich wieder wie ein Rentner fahren. Auch in Baustellen. Schließlich bin ich cool und kann mir Raserei nicht leisten.


Menschlicher Fußballkicker
Mein Körper hat leider vor längerer Zeit beschlossen, dass er nicht mehr Fußball spielen will. Obwohl ich dazu eine andere Meinung vertrete, habe ich mich meinem Schicksal gefügt. Meine Lust vor einen Ball zu treten ist allerdings geblieben. Und so kicke ich am Samstag bei einem außergewöhnlichen Turnier mit. Als menschlicher Fußball-Kicker in einem menschlichen Fußballkicker. Zunächst bin ich sehr skeptisch, da ich Sport in Jeans und Turnschuhen etwas komisch finde. Und beim Sport angebunden zu sein erscheint mir zunächst etwas gemein und unpassend. Doch beim ersten Spiel ändert sich meine Einstellung. Wir spielen gegen eine Frauenmannschaft und die beiden Verteidigerinnen, die direkt vor mir angeschnallt sind, sind echt niedlich. Ich bin so begeistert, dass ich die kleine Blonde mehrmals anschieße. Immer schön feste auf die Brüste. Dummerweise tut mir das nach einer Weile leid und ich beschließe, damit aufzuhören und die Bälle stattdessen ins Tor zu schießen. Das macht fast noch mehr Spaß und nachdem wir das Spiel gewonnen haben bin ich zufrieden. Dieses angebunden Fußball spielen ist durchaus nicht unanstrengend und ich mache zum ersten Mal zusammen mit Ursula Sport. Etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Ich hätte es auch nie für möglich gehalten, dass mir eine so komische Veranstaltung Spaß machen könnte. Obwohl das zweite Spiel Unentschieden endet, bin ich weiterhin zufrieden. Im dritten Spiel werden unsere beiden Stürmer rausrotiert. Ich finde das nicht wirklich gut, aber so ist Mannschaftssport wohl und weil ich nichts zu sagen habe, habe ich nichts zu sagen. Außerdem muss jeder mal ran. Wieder geht es gegen eine Frauenmannschaft und es passiert genau das, was ich erwartet hatte. Wenn niemand den Frauen auf die Brüste schießt, dann kann man nicht gewinnen. Und so sehe ich vom Spielfeldrand eine peinliche Niederlage. Jetzt schäme ich mich für meine Mannschaft. Nach der Niederlage findet nach kurzer Diskussion ein Umdenken statt. Ab sofort wird nach Leistung aufgestellt. Endlich wird meine Philosophie verstanden. So gewinnen wir die nächsten Spiele und ziehen in die nächste Runde ein. Dort treffen wir erneut auf eine Frauenmannschaft. Diesmal verzichte ich allerdings darauf, der Frau vor mir den Ball vor die Brüste zu schießen. Stattdessen schieße ich einen bebrillten Balljungen ab. Was steht der auch so blöd da rum? Nachdem wir die ersten beiden Spiele gewonnen haben, beschließt mein Körper, dass ich nicht mehr kann. Ich muss wegen Kreislaufproblemen abbrechen, das Turnier verlassen und mich in irgendeine Ecke legen. Was für eine Schande. Ich hätte der Spieler des Turniers werden könne, einen Pokal überreicht bekommen und mich feiern lassen können. Stattdessen mache ich schlapp, fahre in Ursulas Wohnung und liege dort völlig fertig rum.
Als ich drei Stunden später zurück zur Mannschaft komme, werde ich dafür verantwortlich gemacht, dass die nach meinem Abgang kein Spiel mehr gewonnen haben. Das tut mir natürlich Leid, aber es bestätigt auch meine guten Leistungen. Und hätten wir, was ja durchaus möglich ist, mit mir auch verloren, dann wäre ich jetzt noch schlechter gelaunt, denn ich bin ein wahnsinnig schlechter Verlierer und hätte meine Mitspieler bestimmt beschimpft, wenn wir gemeinsam verloren hätten. Stattdessen werde ich jetzt beschimpft. Ungerechte Welt. Dabei war ich doch der Spieler des Tages.
In den nächsten Tagen muss ich unbedingt ein ernstes Gespräch mit meinem Körper führen. Und sollte er uneinsichtig sein, werde ich ihn zwingen wieder richtig Fußball zu spielen. Da gibt es kein Erbarmen. Ein Körper hat zu funktionieren. Erst Recht, wenn er mir gehört.


Lust auf Cori
Nachdem ich bei meinen letzten Verabredungen nicht sonderlich überzeugend war, treffe ich mich erneut mit Cori. Sie würde ich, das ist nicht von der Hand zu weisen, gerne mal ausprobieren. Schließlich hat sie was, was mir gefällt und damit meine ich nicht nur ihren Körper, der sich sicher ganz wunderbar anfühlt. Mein Plan ist es ja schon länger, mit allen Frauen, die mir gefallen auch ins Bett zu gehen, wenn ich glaube, dass eine Chance besteht. Mir ist durchaus bewusst, dass der Plan eher etwas für Teenager oder besondere Typen ist, aber so habe ich wenigstens einen Plan. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja doch.

Wir treffen uns um 10.37 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof und gehen Richtung Maximilian, um dort etwas trinken. Den Weg zum Maximilian nutze ich, um mir Cori etwas genauer anzuschauen. Sie trägt Stiefel, eine blickdichte Strumpfhose, ein Kleid, welches ihre Figur betont und eine dunkle Jacke. Sie sieht lecker aus und ich verspüre das Verlangen sie anzufassen. Aber nicht jetzt. Später vielleicht. Während unserer Unterhaltung im Maximilian beschließe ich, dass es gut wäre danach noch in den nahegelegenen Park zu gehen und sie dort zu küssen. Damit sie einen guten Eindruck von mir hat und um meine Chancen auf einen Kuss zu steigern, zahle ich ausnahmsweise die Getränke und schlage dann vor, in den Park zu gehen. Sie ist einverstanden. Sehr unkompliziert. So mag ich das.
Da alle Bänke besetzt sind, setzen wir uns auf ein komisches Kunstwerk. Kurz bevor ich mal wieder zu lange warte, ergibt sich eine Kussgelegenheit. Glücklicherweise erkenne ich diese und schon landen meine Lippen auf den ihren. Sie scheint nichts gegen meinen Frontalangriff einzuwenden zu haben und so können wir uns minutenlag küssen. Sie zu küssen bereitet mir viel Spaß. Dazu fühlt sie sich auch noch gut an, riecht gut und hat schöne Hände. Besser geht’s nicht. Vielleicht gibt es irgendwann eine Möglichkeit mehr zu tun als nur zu küssen. Leider hat sie heute nicht so viel Zeit, weshalb wir uns schon bald wieder auf den Weg machen müssen. Wir verlassen den Park und schlendern Hand in Hand durch Dortmund. Diesen durch und durch entzückenden Verlauf hätte ich ehrlich gesagt so nicht erwartet. Am Bahnhof küssen wir uns zum Abschied nochmal ausgiebig und ich muss gestehen, dass mich das so anmacht, dass ich sie auf der Stelle vernaschen will. Doch leider ist das jetzt und hier völlig unmöglich und so beenden wir dieses erotische Treffen als der Zug eintrifft. Sie steigt ein und ich bleibe voller Lust und unbefriedigt zurück. Ich hoffe, dass ich sie nicht zum letzten Mal geküsst habe. Noch mehr hoffe ich, dass wir irgendwann im Bett landen.
Eine Sache gibt mir allerdings zu denken. Ich war erneut nicht witzig und habe sie nicht zum Lachen gebracht. Es scheint so als hätte ich diese Eigenschaft für immer verloren. Aber spielt das wirklich eine Rolle? Denn geküsst hat sie mich auch so. Vielleicht sollte ich mir keine allzu großen Sorgen machen und abwarten, wie es sich entwickelt.


Bauchmuskeltrainer
Eigentlich habe ich mit einem Körpergewicht, welches nur ganz knapp über dem Untergewicht liegt, die besten Voraussetzungen für eine durch regelmäßiges Training perfekt ausgebildete Bauchmuskulatur. Doch obwohl ich seit fast sieben Jahren regelmäßig trainiere, bin ich von einer ausgeprägten Bauchmuskulatur Meilenweit entfernt. Überhaupt sieht man mir die sieben Jahre Training nicht wirklich an. Jetzt überlege ich ernsthaft mir einen Bauchmuskeltrainer zuzulegen. Ich würde mir die Gebühren fürs Fitnessstudio sparen und könnte ganz bequem vor dem Fernseher oder während des Wandanstarrens trainieren. Dann hätte ich innerhalb kürzester Zeit einen tollen Bauch und könnte noch in diesem Sommer Bauchfrei durch die Gegend laufen. Lange Zeit habe ich mir diese Geräte schon angeschaut und glaube, dass mich so ein Bauchmuskeltrainer innerhalb weniger Tage ganz weit nach vorne bringen kann. Bei meinem geringen Anteil an Körperfett sollte ich in wenigen Tagen ein Sixpack haben. Dann wollen mich alle Frauen und ich muss nie wieder arbeiten, weil die Frauen für mich einkaufen gehen und mich einladen, nur um meinen Sixpack anfassen zu dürfen und sich mit ihm fotografieren zu lassen. Ich werde viele Werbeverträge abschließen und Fernsehauftritte haben. Wieso bin ich nicht viel früher auf diese geniale Idee gekommen? Nun werde ich mich schnell auf die Suche nach einem Sponsor für meinen Muskeltrainer machen. Und schon bald werde ich attraktiv und erfolgreich sein. So wie es die Werbung verspricht.


Renault
Durch Zufall komme ich heute in den Genuss gleich zwei Modelle von Renault zu testen. Ich beginne mit dem neuen Renault Megane. Von außen finde ich das Fahrzeug gar nicht so schlecht. Der gute Eindruck verfliegt allerdings direkt nach dem einsteigen. Der Anteil an billig wirkendem Plastik ist eindeutig zu hoch. Die Radioanzeige in der Mitte mit dem billigen Plastikhütchen sieht einfach nur furchtbar aus. Genauso furchtbar ist die digitale Tachoanzeige. Ich dachte, die Zeiten solch alberner Spielereien wären längst vorbei. Passend dazu sind die digitale Tankanzeige und die Temperaturanzeige. Ein ganz furchtbarer Anblick. Schon jetzt ist dieses Fahrzeug durchgefallen. Doch die Unzulänglichkeiten gehen weiter. Nächster Kritikpunkt ist die Übersicht. Die hinteren Minifenster sorgen nicht wirklich für Durchblick. Da macht Rückwärtsfahren noch weniger Spaß. Zeit den Wagen im Fahrbetrieb auszuprobieren. Bevor man allerdings den Startknopf drücken darf, muss man die eindeutig zu große Chipkarte in den Schacht direkt vor der Gangschaltung einschieben. Finde ich auch wenig überzeugend. Größtes Manko im Fahrbetrieb ist die furchtbar spät kommende Kupplung. Das macht überhaupt keinen Spaß und daran will ich mich auch nicht gewöhnen. Aber das sehen viele sicherlich anders und weniger problematisch. Die Kupplung, die schreckliche Übersicht und das billige Plastik lassen jeglichen Fahrspaß auf der Strecke bleiben. Den neuen Renault Megane braucht kein Mensch. Zumindest ich brauche ihn nicht.
Testfahrzeug Nummer 2 ist ein Renault Modus. Auch hier wird man im Innenraum von Billigplastik angestrahlt. Der Tacho sitzt da, wo er nicht wirklich hingehört. Mittig auf dem riesigen Armaturenbrett. Das Armaturenbrett ist größer als mancher Schreibtisch, nur halt nicht wirklich nützlich. Außer vielleicht zum Staub sammeln. Das getestete Fahrzeug hat ein Automatikgetriebe. Und es ist erstaunlich, wie furchtbar langsam die Schaltvorgänge vor sich gehen. Insgesamt bewegt sich das Fahrzeug unglaublich träge. Ein perfektes Fahrzeug zum Transportieren von Verletzten oder Behinderten. Kein Fahrzeug, um damit Spaß zu haben. Aber das wird sicher auch niemand erwarten, der das Fahrzeug sieht. Der Renault Modus ist definitiv das sinnvollere Fahrzeug. Der Renault Megane ist eher etwas zum hinstellen und angucken. Fahrspaß bieten mir beide nicht.


Kurzbesuch bei der ARGE
Ich liebe diese Kurzbesuche bei der ARGE, die nichts weiter sind als Beschäftigungsmaßnahmen für mich und die Arge-Mitarbeiter. Und sie sind gut für die Bürokratie. Heute unterschreibe ich, dass ich in den nächsten sechs Monaten zehn Bewerbungen schreiben kann/will/werde/muss und dass ich dafür 50€ bekomme. Dafür fahre ich gerne dreißig Minuten bis zur ARGE. Habe ja nichts Besseres vor und Benzin kostet nicht die Welt. Es bleibt sogar Zeit für einen kurzen Plausch. Ich könne mich doch bei einem Personaldienstleister bewerben. Das ist oft ein guter Einstieg ins Berufsleben. Ich erwidere, dass diese Dienstleister doch nur Arbeitslose sammeln, um die dann zu verwalten oder wenigstens als Karteileichen in ihren Datenbanken haben. Vielleicht machen die ja einen Wettbewerb, wer am Ende die meisten Arbeitslosen in seiner Datenbank hat. Trotzdem verspreche ich, meine Augen aufzuhalten und mich auch bei Personaldienstleistern zu bewerben. Kurz bevor ich mich verabschiede, weist mich meine Betreuerin darauf hin, dass meine Umschulung ja schon lange zurückliegt und wenn nicht bald etwas passiert, ich eine weitere Weiterbildung brauche. Der Gedanke gefällt mir. Ich glaube, ich bin der perfekte Typ dafür, mein Leben lang nur Schulungen zu machen und dann mit meinem breit gestreuten Halbwissen Frauen zu beeindrucken. Ich sollte anfangen mir Gedanken über meine nächste Weiterbildung zu machen. Es gibt sicher noch ein paar Bereiche in denen ich noch ungeschult bin. Und ich dachte immer mein Leben ist Scheiße und aus mir wird nichts mehr. Was war ich nur für ein Narr?


Job?
Heute ist ein guter Tag, um meinen neuen Freund, das Pferd ohne Namen, zu besuchen. Er steht alleine auf einer Wiese und frisst Gras. Ich fordere ihn auf zu mir zu kommen, was er erstaunlich schnell macht. Zur Begrüßung sabbert er an meine Jacke und ich erkläre, dass man so etwas nicht macht. Da ich nicht viel zu erzählen habe und ich auch heute wieder nicht witzig bin, stehen wir ein paar Minuten einfach nur so da. Weil ihn das möglicherweise langweilt, pflücke ich ein paar gelbe Blumen und füttere ihn damit. Das scheint ihm zu gefallen. Danach stehen wir wieder einfach nur so nebeneinander rum. Plötzlich und unerwartet schnappt er nach meiner Jacke. Ich kann seinen Kopf gerade noch mit meinen Händen abfangen. Weil sich so etwas nicht gehört, erkläre ich ihm etwas bestimmter, dass er mit dem Blödsinn aufhören soll. Er scheint so fasziniert von meinen Erklärungen, dass er seinen Kopf in meinen Händen lässt. Sehr interessant. Als nächstes schlage ich vor, dass wir ein wenig spazieren gehen. Ich gehe ein paar Meter und fordere ihn auf mitzukommen. Er bleibt stehen und guckt mich einfach nur an. Also pflücke ich eine Blume und zeige sie ihm. Schon setzt er sich in Bewegung, um seine Blume abzuholen. Alles andere hätte ich auch nicht akzeptiert. Wir bleiben noch einige Minuten schweigend zusammen stehen, bevor ich mich für heute verabschiede. Auf dem Heimweg frage ich mich, ob das nicht ein Job für mich wäre. Täglich bis zu vier Stunden auf einer Wiese neben einem Pferd stehen. Ich vermute allerdings, dass es den Job gar nicht gibt und ich deshalb weiter arbeitslos sein muss.
Als ich zu Hause ankomme, sehe ich, dass jemand auf den Anrufbeantworter gesprochen hat. Eine vermutlich ältere Frau, die ich nicht wirklich verstehen kann. Erst beim fünften abhören weiß ich, was sie von mir will. Sie hat auf meinen Aushang im Fressnapf gesehen, dass ich mich als Hundebetreuer anbiete. Sie will sich später nochmal bei mir melden. Ich bin gespannt. Jetzt muss ich mir überlegen, welche finanziellen Forderungen ich stelle, wenn Sie mich nachher anruft. Was für ein aufregender Tag.


Arzt
Ich habe die Angewohnheit mein Fahrzeug am Wochenende auf den Arztparkplatz im Hof abzustellen. Manchmal werde ich darauf angesprochen, dass ich da nicht parken darf. Ich erwidere dann immer, dass ich das sehr wohl darf, weil der Arzt für den Parkplatz nicht bezahlt und deshalb auch keinen Anspruch hat.Als ich meinen Wagen erneut auf dem sogenannten Arztparkplatz stelle, spricht mich ein Mann an, der wohl gerade dabei ist ins Haus nebenan zu ziehen. “Hallo.” – “Hallo.” – “Arzt?” – “Nein. Wieso?” – “Wegen dem Skelett.” – “Ach so, ich dachte, weil ich auf dem Arztparkplatz parke.” – “Auch. Aber eher wegen dem Skelett.” Was so ein kleines Skelett am Spiegel und ein Parkplatz alles aus einem machen können. Ich fühl mich jetzt viel besser. Verständlich, denn für einen Arzt gehalten zu werden ist schon irgendwie cool. Zumindest für mich. Vielleicht lege ich mir demnächst einen Arztkittel zu.


Kein Sport ist auch keine Lösung
Eigentlich würde ich jetzt gerne joggen, aber für 2km joggen, mehr ist mit meinem Knie nicht möglich, lohnt sich der Aufwand nicht. Alternativ könnte ich ins Fitnessstudio gehen. Doch da ist es mir zu warm. Dazu habe ich gar keine Lust. Schwimmen kann ich nicht, also macht das keinen Sinn. Bliebe noch Radfahren. Radfahren finde ich doof. Glücklicherweise habe ich auch gar kein Fahrrad und muss nicht weiter darüber nachdenken. Alternativ könnte ich vom Balkon gucken und warten bis die Dämmerung beginnt, doch ein Blick in den Spiegel verdeutlicht, dass mein Körper Sport braucht. Und so entscheide ich mich doch fürs Joggen. Bringt ja nix.
Was mir gleich zu Beginn negativ auffällt ist, dass im vorderen Teil des Waldes kaum noch Bäume stehen. Ich weiß nicht, ob man das jetzt noch als Wald bezeichnen kann. Außerdem bedeutet es, dass ich fast die Hälfte der Zeit in der Sonne laufen muss. Ich weiß nicht, ob das nach über sieben Monaten Pause so gut für mich ist. Doch die ersten Meter lässt es sich gut an. Der Puls klettert zwar rasch auf 160, verweilt dann aber dort. Nach 16 Minuten klettert er allerdings auf 170. Vielleicht sollte ich langsamer laufen. Ich versuche es kurz, muss aber feststellen, dass mir das andere Tempo besser gefiel. Das hatte wenigstens annähernd etwas mit laufen zu tun. Also zurück zum Ursprungstempo. Nach 17 Minuten durchfährt ein stechender Schmerz mein rechtes Knie. Vielleicht hätte ich doch meine Bandagen benutzen sollen. Nach 22 Minuten ein erneuter Schmerz im rechten Knie. Meiner Meinung nach aber an anderer Stelle und somit bedeutungslos. Nach 25 Minuten und 51 Sekunden und einer zurückgelegten Strecke von ca. 4,2 Kilometern beende ich das Joggen. Da habe ich mich doch tatsächlich um über 2 km vertan. Eigentlich könnte ich darauf ja aufbauen. Darf ich aber nicht. Schließlich bin ich alt und morsch. Trotzdem war das ziemlich geil. Ob ich es je wieder tun werde?

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