Mai 1991

Psychotherapie 3
Während der dritten Therapiestunde hat der Psychoarzt eine komische Idee. Ich soll mich auf seine Couch legen, den roten Punkt an der Decke fixieren, mich entspannen und erzählen, was mir gerade durch den Kopf geht. Hat der einen Knall? Mir geht nichts weiter durch den Kopf als seine Worte. Was will der von mir? Wieder erzähle ich ihm von dem Haus, welches ich sehe, wenn ich aus meinem Zimmer gucke. Ich stelle mir das Haus extra für ihn vor, weil er sonst immer weiter nervt. Ich hätte jedes andere Haus nehmen können, oder einen Sandkasten, vielleicht auch eine Blumenwiese. Warum es dieses Haus geworden ist, weiß ich nicht. In dem Haus wohnt der Loerz. Hilft ihm das? Ich glaube nicht, denn der Doktor wirkt auch weiter Konzeptlos und ich komme nicht dazu, darüber nachzudenken, warum es dieses Haus ist, welches ich immer erwähne, wenn er danach fragt. Ich kenne den Psychoarzt kaum, aber mehrfach schon stellte sich mir die Frage, ob er nicht Hilfe braucht. Er wirkt auf mich als hätte er echte Probleme. Und vor allem keinen Plan, denn wir kommen hier einfach keinen Schritt weiter. Wir drehen uns im Kreis und ich habe so meine Zweifel, dass es nur an mir liegt.

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