November 2001

Kündigung des Schulungsvertrages
Der größte Märchenerzähler von allen ist und bleibt weiterhin Hauptdozent Herr S. An einem Tag empfiehlt er uns, dass wir nach der Maßnahme einen weiteren Kurs belegen sollen, um uns richtig zu spezialisieren. Am nächsten Tag erzählt er, wir wären schon richtige Profis und verfügen über so viel Wissen, wie nur wenige. Ja, da hat er Recht. Vermutlich verfügen nur ganz wenige Affen im Zoo über unsere Kenntnisse. Doch das hilft uns nicht weiter. Heute so, morgen so. Was interessiert ihn sein Geschwätz von gestern? Hauptsache, er hat was zu erzählen. Und zu erzählen hat er reichlich. Er liebt es uns vollzuquatschen mit irgendwelchen Erlebnissen aus seinem Leben. Dann fühlt er sich scheinbar immer wie ein Held. Und er scheint unglaublich in sich verliebt zu sein. Besonders ausgeprägt ist auch seine Kritikfähigkeit. Er reagiert mit Einschüchterungen und ähnlichen nicht nachvollziehbaren Äußerungen, wenn man ihn kritisiert. Ständig sagt er, dass er sich weigern wird, seine Kritiker, womit er meistens mich meint, weiter zu unterrichten, wenn diese nicht still sind. Eine wirklich jämmerliche Gestalt, mit der man fast Mitleid haben kann. Aber nur fast.

Adressen für Praktikumsplätze gibt es entgegen der großen Versprechungen auch nur ganz wenige. Wenn überhaupt, dann gibt es Angebote aus Orten weit außerhalb Dortmunds. Diese Schwätzer hier sind also eine ganz große Hilfe bei der Praktikumssuche. Es ist einfach nicht zu erklären, dass die Arbeitsämter einen solchen Schwachsinn auch noch fördern. Und so beschwere ich mich beinahe täglich über diese Veranstaltung und mache mich immer unbeliebter. Und so findet der Ball der Lügenbarone schon bald einen neuen Höhepunkt, meine Kündigung.

Kündigung des Schulungsvertrages “Fortbildung zum E-Commerce-Spezialisten”

Sehr geehrter Herr F.,hiermit kündigen wir Ihnen den Schulungsvertrag mit sofortiger Wirkung.

Begründung:

  1. trotz mehrfacher Ermahnung seitens verschiedener Dozenten setzen Sie Ihr nicht zu akzeptierendes Verhalten, das den geordneten Ablauf der Ausbildung stört, fort.
  2. Mit Ihrem unentschuldigten Fernbleiben vom Besuch der “Exponet” in Düsseldorf am 22. November 2001 liegt ein weiterer nicht hinnehmbarer Verstoß gegen Ihre Teilnehmerpflichten vor.
  3. Völlig unakzeptabel und in hohem Maße geschäftsschädigend sind Form und Inhalt Ihrer Kommunikation mit und über Geschäftspartner der Tar. Qualifying GmbH (siehe Anlage).

Sie sind ab sofort vom Unterricht ausgeschlossen. Wir fordern Sie auf, die Räumlichkeiten und das Gelände der Tar. Qualifying GmbH nicht mehr zu betreten.

Eine so lächerliche Kündigung hat man selten gesehen, doch ich muss zugeben, dass dieses Vorgehen perfekt zu dieser Veranstaltung und den lächerlichen Kreaturen passt, denn die Vorwürfe sind mehr als lächerlich und wirken wie ein verzweifelter Versuch hilfloser Gestalten ihr Gesicht zu wahren, denn ich wurde nie von irgendwelchen Dozenten ermahnt(ausgenommen von Herrn S., doch der zählt nicht, weil er nicht mit Kritik umgehen kann und eine Witzfigur ist), was jeder Kursteilnehmer und jeder andere Dozent jederzeit bestätigen kann. Somit ist dieser Vorwurf nichts weiter als ein Lüge. Der zweite Vorwurf ist ebenfalls eine Frechheit. Ich hatte gar keine Gelegenheit meinen Krankenschein einzureichen, weil ich sofort rausgeworfen wurde und Hausverbot bekam. Und meine ehrliche und informative Mail an den sogenannten Geschäftspartner rechtfertigt auch keine fristlose Kündigung. Aber was verstehen diese Leute schon von solchen Dingen? Wahrscheinlich gar nix, denn als Geschäftsmann muss man nicht unbedingt klug sein.

Da ich mit der Kündigung nicht einverstanden bin, nehme ich mir, nachdem mein schriftlicher Widerspruch gegen die Kündigung nicht akzeptiert wird, einen Anwalt. Und dieser findet meine Kündigung ebenso lächerlich und unbegründet, wie ich.

Heiko versucht in der Zwischenzeit Unterschriften zu sammeln, um so meine Widereinstellung und die Rücknahme der Kündigung zu erreichen. Leider hat er damit keinen Erfolg. Die meisten meiner hohlköpfigen Mitstreiter sind zu feige oder der Meinung, dass ich es verdient hätte rauszufliegen, weil ich mich ständig beschwert habe. All die großmäuligen Hosenscheißer, die sich zwar auch immer beklagt haben, aber immer den Schwanz einzogen, wenn es darum ging, wirklich etwas zu sagen, trauen sich nicht zu unterschreiben. Zu groß ist ihre Angst, dass auch sie entlassen werden. Lediglich ein paar Mitschüler unterschreiben. Die Geschäftsführung der Firma lässt das kalt. Hier wähnt man sich im Recht. Es ist immer bedenklich, wenn unfähige Menschen etwas zu sagen haben. Leider besteht der größte Teil der Bevölkerung aus unfähigen Menschen und feigen Kriechern, so dass keine Besserung in Sicht ist.

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