Oktober 2007

Billardschwangerschaften
Am sechsten Tag meiner Erkältung bin ich der Meinung, dass ich ein Antibiotikum brauche, entscheide mich im letzten Moment aber dafür, es noch einen weiteren Tag ohne auszuhalten und kaufe ich in der Apotheke Gelomyrtol. Das Zeug wollte ich schon lange ausprobieren. Die Apothekerin meint, dass es besser wäre, wenn ich zum Arzt ginge, da meine Erkältung in ihren Augen schon zu lange in mir wütet. Vermutlich hat sie Recht, doch für heute habe ich mich anders entschieden. Ich will Gelomyrtol. Damit sind die Ausgaben für diese verfickte Erkältung auf 20€ angewachsen. Geil, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich ständig so viel Geld für Erkältungen ausgebe. Scheiß Gesundheitsreform.
Abends gehe ich dennoch mit Heiko Billard spielen und erstaunlicherweise muss ich mir während der gesamten Zeit nicht einmal die Nase putzen. Sollte ich mich etwa auf dem Wege der Besserung befinden? Im Billard Café ist es recht voll. Es sind sogar einige Frauen dort. Und wie es aussieht sind sie alle Schwanger. Jung und schwanger. Natürlich sieht es nur so aus, denn es ist ja keine Schwangerschaftsepidemie ausgebrochen, die jungen Dinger haben einfach nur große Bäuche. Junge Frauen mit riesigen Bäuchen, auch nichts wofür ich mich begeistern kann. Wie kann man sich in jungen Jahren nur so gehen lassen? Wie sollen die erst aussehen, wenn sie älter sind? Rollende Fettschlampen in Aspik. Mir ist schlecht und ich glaube, ich bin etwas asozial mit meinen Abwertungen, doch wie soll man so entspannt Billard spielen oder gar genesen? Unmöglich. Glücklicherweise hat Heiko Mitleid mit mir und lässt mich dennoch gewinnen.


Zeitlupenfrau
Eine alles andere als sympathische Frau packt im Drogeriemarkt ihren Einkauf in ihre Tasche. Dabei bewegt sie sich wie in Zeitlupe und geht mir vollends auf die Nerven als sie die Kassiererin anspricht. “Haben Sie mir die Zahnpasta gegeben?” – “Die habe ich Ihnen dazu gelegt.” Die Zeitlupenfrau entdeckt die Zahnpasta, nimmt sie in die Hand und begutachtet ihr Geschenk. “Die ist aber klein.” Was bildet sich die blöde Kuh eigentlich ein? Anstatt sich für das Geschenk zu bedanken, muss sie einen dummen Kommentar abgeben. Am liebsten würde ich ihr die verdammte Zahnpasta in ihre Nase pressen und sie die Tube auffressen lassen. Ich hasse solche Leute. Gut, dass ich mich beherrschen kann, sonst könnte es übel für sie enden. An Tagen wie diesen wünsche ich nichts mehr, als das Aussterben der Menschheit. Ich bin froh als dieses widerwertige Lebewesen sich endlich aus dem Laden verpisst, so dass ich ihre dumme Fresse nicht mehr sehen muss. Schöner kann ein Tag kaum beginnen.


Trennbalken und Telefonbeziehung
Als ich gegen 15.00 Uhr akuten Hunger bekomme, fahre ich zu REWE und kaufe sechs Tiefkühlpizzen. An der Kasse lege ich meine Pizzen ganz nah an die Ware, die schon auf dem Laufband liegt. Ich finde solche Aktionen witzig. Die Frau, der die Ware vor meinen Pizzen gehört, scheint das irgendwie zu irritieren. Nervös blickt sie umher und schnappt sich dann einen dieser Trennbalken, schiebt meine Pizzen ein wenig zurück und platziert den Trennbalken zwischen unsere Ware. Lustig.

Gegen 15.20 Uhr ruft Gisa mich an. Als sie bereits an meiner Stimme erkennt, dass ich noch immer erkältet bin, sagt sie, dass wir uns vorerst nicht treffen sollten. Das ist wirklich nicht nett, da sie mir diese Seuche doch angedreht hat. Wir einigen uns während des Gesprächs quasi darauf eine Telefonbeziehung zu führen. Ist ungefährlicher und ich bin einverstanden, denn es ist immer noch besser als gar keine Beziehung zu führen. Und wenn man ehrlich ist, dann muss man zugeben, dass wir zwei auch nicht wirklich zusammenpassen. Also zumindest nicht als Paar. Sie weiß es längst und ich verdränge es gerne, weil ich halt einfach nicht will, dass sie mich nicht will, weil das schlecht für mein Ego ist. Aber ich kann sie gut verstehen, denn ich bin anstrengend, nervig und ein echter Jammerlappen.


Arztbesuch
Weil meine Erkältung nicht gehen will, muss ich gehen. Und zwar zum Arzt. Im Wartezimmer sitze ich mit anderen erkälteten Arschlöchern herum. Das kotzt mich voll an. Nach einigen Minuten kommt ein junges türkisches Pärchen in die Praxis und sofort ist es vorbei mit der Ruhe. Die Alte fängt sofort an zu labern, natürlich auf türkisch und selbstverständlich viel zu laut. Ich will die Scheiße nicht hören, sie will scheinbar nicht aufhören. Ich könnte ihr so den Hals umdrehen. Fuck! Ich bin dafür, dass man in Wartezimmern Warntafeln mit folgender Aufschrift aufhängt: In dieser Praxis wird ausschließlich RUHIG! und DEUTSCH! gesprochen. Wer sich nicht an diese Regel hält bekommt einen Tritt in den Arsch und ist hier nicht länger erwünscht! Da ich für ein solches Plakat aber sicher direkt als Volksverhetzer verurteilt werden würde, muss ich mir weiter das Geschnatter der Alten anhören. Als die zwei ihre Stühle zusammen rücken, um kuscheln zu können, hoffe ich, dass das Geschnatter aufhört. Ganze fünf Sekunden schweigt die Alte, dann geht es wieder los. Ich bin echt wütend, kuscheln vor meinen Augen und dazu lautes Geplapper. Ich bin kurz davor durchzudrehen, als ich endlich an der Reihe bin und von diesem schrecklichen Pärchen erlöst werde.
Mein Arzt hört mich kurz ab und verschreibt mir, wie erwartet, ein Antibiotikum. Dazu gibt er mir noch ein Privatrezept. Aspecton Hustentropfen. Diese passen scheinbar ganz toll zu dem Antibiotikum. Jetzt erinnere ich mich, dass er mir diese Kombination schon einmal aufgeschrieben hat. Dies ist bereits die vierte Erkältung in diesem Jahr, die ich mit einem Antibiotikum bekämpfen muss. Das ist einfach nur deprimierend. Mit den beiden Medikamenten liegen meine Ausgaben für diese verfickte Erkältung schon bei knapp 32€. So kann man sein Geld auch verschwenden. Ich habe jetzt tierische Lust jemanden zu beschimpfen. Sollte mir in den nächsten Jahren jemand der erkältet ist, zu nahe kommen, werde ich ihn oder sie sofort erschießen. Irgendwann muss Schluss sein mit dieser Scheiße!
Als ich wieder zu Hause bin zünde ich eine Kerze an, höre George Michael und lege mich auf mein Sofa. Ich bin vollkommen indifferent. Später schalte ich den Fernseher ein und gucke Behind the Mask und Das Haus am See. Ich glaube, ich habe äußerst schlechte Laune, bin mir aber nicht sicher. Die Filme sind eine einzige Enttäuschung. Behind the Mask ist so beschissen, dass ich kurz davor bin den Fernseher aus dem Fenster zu werfen. Das Haus am See ist so langweilig, dass ich nicht einmal mehr wütend bin. Ich verliere vor lauter Langeweile mehrfach das Bewusstsein. Somit passen die Filme perfekt zu diesem durch und durch durchschnittlichen Tag. Vor dem Schlafengehen nehme ich meine Medikamente. Ich glaube nicht, dass ich morgen aufwachen möchte. Bringt ja nix.


Froschmann im VRSTCK
Der Samstag beginnt um 07.30 Uhr. Finstere Gedanken wecken mich auf und lassen mich nicht wieder einschlafen. Diese Gedanken teilen mir mit, wie sinn- und hoffnungslos mein Leben ist. Während sie in meinem Kopf kreisen, glaube ich, dass es nur eine Lösung für mich gibt. Ich muss mich erschießen. Dummerweise habe ich keine Pistole zur Hand. Gedanken sind echte Ärsche und oftmals sehr aufdringlich. Erst nach einem morgendlichen Spaziergang machen die Gedanken eine Pause und lassen mich vorübergehend in Ruhe.
Den Nachmittag verbringe ich mit Loerz in Dortmund. Wir bummeln durch die Stadt, essen eine Kleinigkeit, setzen uns ins Café Alex, trinken dort etwas und bewerten Frauen, in dem wir sie in die Kategorien F, für Fickbar und B, für Frauen, die man zwar nicht pimpern, von denen man sich aber einen Blasen lassen würde, einteilen. Erwartungsgemäß vergebe ich viel mehr F´s. Natürlich langweilt uns das Spiel recht schnell, zumal es uns auch nicht weiter bringt und wir obendrein zu alt für solche Spiele sind. Zeit zu gehen. Bevor ich Dortmund verlasse, kaufe ich mir noch ein Akku-Schnellladegerät, denn so eins habe ich mir schon lange gewünscht.

Da wir am Nachmittag beschlossen haben am Abend etwas zu unternehmen, bin ich um etwa 21.30 Uhr beim Loerz. Zunächst schaue ich ihm beim chatten zu. Er bekommt die Handynummern zweier Frauen. Eine davon ruft er sofort an. Als er zur Toilette muss, muss ich mich mit ihr unterhalten. Ich fordere sie auf für mich zu singen. Sie will nicht und ich bin froh als Loerz wieder zurück ist, denn ich mag nicht mit einer Frau telefonieren, die nicht für mich singen will. Als wir uns auf den Weg machen gönne ich mir eine Banane. Das tut gut. Unsere erste Station ist das Vrstck. Eine Disko, die Petra und Loerz schon alleine wegen der Musik lieben. Dummerweise ist dort vor 02.00 Uhr nichts los. Da wir Deppen bereits vor 00.00 Uhr dort eintreffen ist erwartungsgemäß kaum jemand dort. Warum wir dennoch rein gehen wird mir immer ein Rätsel bleiben. Die Musik ist gut, außer uns ist kaum jemand da und ich denke, der Laden ist auch gefüllt nichts für mich. Ehrengast des Abends scheint der Froschmann zu sein. Er trägt eine Latexmaske, eine rote Sonnenbrille und ein Käppi. Irgendwie erinnert mich das an einen Edgar Wallace Film. Nach etwas mehr als einer halben Stunde beschließen wir zu gehen. Wir zahlen jeder 15,50€, ich bin schockiert und erhole mich von diesem Schock nicht mehr.
Wir fahren in die Stadt und gehen in Anton´s Bierkönig. Da ich weiter unter Schock stehe, ist mir völlig egal, wo wir sind. Es ist ziemlich voll und einige der anwesenden Lebewesen scheinen höchst vergnügt. Vermutlich sind die total besoffen oder haben Drogen genommen. Erstaunlich hoch ist auch hier der Anteil an jungen, dickbäuchigen Frauen. Ich überlege kurz, sie alle zum Billard einzuladen, verzichte jedoch darauf, da im Billard Café nicht genügend Platz für die ganzen dickbäuchigen Frauen ist. Geil werde ich von dem Anblick jedenfalls nicht. Ehrlich gesagt empfinde ich gar nichts, weder Freude noch Ekel. Loerz ist ziemlich geschockt von den ganzen Kreaturen. Ich glaube fast, er ist deprimiert. Jedenfalls beschließt er erneut, dass wir hier nicht mehr hinkommen. Ist mir recht. Zeit zu gehen.
Da ich nur eine Banane mitgenommen habe, und diese schon verspeist habe, bin ich auf dem Rückweg traurig, höre Rammstein und versuche Antworten auf alle möglichen Fragen zu finden. Es gibt keine Antworten, zumindest nicht für mich. Das habe ich mir fast gedacht. Völlig ratlos komme ich zu Hause an. Weil meine Erkältung nicht aufgeben will, ich aber kein Antibiotikum mehr habe, nehme ich mir vor dem zu Bett gehen eine Gelomyrtol Kapsel. Es ist fast 00.03 Uhr als ich endlich das Bewusstsein verliere.


Der Abräumer
Am Montag bin ich mit ein paar Freunden im Café del Sol. Alles fängt harmlos und harmonisch an. Wir plaudern fröhlich und sind völlig entspannt bis der Abräumer kommt. Der Abräumer ist ein Kellner, der unglaublich geschwind ist. Als erstes räumt er einen Teller ab, auf dem noch vier Pommes liegen. Dummerweise hat sich Sandra sehr auf diese Pommes gefreut und hätte sie gerne noch gegessen, doch der Abräumer lässt ihr keine Chance. Blitzschnell schnappt er sich den Teller und ist verschwunden. Keine Chance ihn zu stoppen. Da wir über seine Aktion nicht erfreut sind, nehmen wir uns vor, sein Namensschild zu lesen, um ihn später bei der Geschäftsleitung zu melden. Doch er ist einfach zu schnell für uns. Kaum ist er da, ist er wieder weg. Kurze Zeit später verlässt Gisa kurzzeitig den Tisch. Diese Gelegenheit nutzt der Abräumer, um ihr Glas, in dem sich noch ein Rest Apfelschorle befindet, abzuräumen. Wieder geht das ganze so Blitzschnell, dass keiner von uns reagieren kann. Von dem Moment an halten wir unsere Gläser fest, da wir befürchten, dass der Abräumer sie sonst abräumt. Weil wir uns nicht trauen nochmal etwas zu bestellen, aus Angst es könnte direkt wieder abgeräumt werden, verlassen wir kurze Zeit später das Café del Sol. Beim nächsten Mal treffen wir uns an einem anderen, sicheren Ort, da wir dem Abräumer nicht erneut begegnen wollen.


80 Kondome
Im März war ich etwas übermütig, denn irgendwie lief es ganz gut mit den Frauen und so dachte ich, dass ich in den nächsten Monaten unfassbar viel Sex haben würde. Und weil ich keine Kinder in die Welt setzen will und es unglaublich lästig sein soll, wenn man sich eine Geschlechtskrankheit einfängt, besorgte ich mir einen kleinen Vorrat an Kondomen. Genauer gesagt 80 Stück. Meinen Berechnungen zufolge hätte ich diese locker im Laufe des Jahres verbrauchen müssen. Doch es kam anders. Kaum hatte ich die Kondome zu Hause, lief in Sachen Sex nichts mehr. Daran hat sich bis heute fast nichts geändert, abgesehen von einem kleinen Zwischenhoch und einem guten Start mit Gisa, was aber auch schon abgeklungen ist. Nun liegen 57 Kondome völlig nutzlos in meinem Schrank herum. Weil ich viel zu viel Zeit habe, mache ich mir ständig Gedanken, was ich machen kann, dass die Kondome nicht bis zum Verfallsdatum im Jahre 2011 bei mir im Schrank bleiben müssen. Die Möglichkeit sie als Luftballons zu verwenden gefällt mir ebenso wenig, wie die Möglichkeit sie mit Wasser zu füllen und irgendwelche unschuldigen Passanten damit zu bewerfen. So entsteht die Idee, die Kondome dem Loerz zu überlassen, da er bei Frauen gut ankommt und definitiv mehr Sex hat als ich. Doch der Loerz hat kein Interesse an Kondomen. Er sagt: “Lieber an Aids sterben als ein Kondom benutzen. Wenn Frauen darauf bestehen, dass ein Kondom benutzt wird, werden sie sofort weggeschickt.” Wenn ich ihn richtig verstehe, brauchen richtige Männer so einen Scheiß nicht und ficken macht nur ohne Spaß. So beschließe ich, dass ich es schaffen muss, bis zum Jahre 2011, die Kondome sachgemäß zu verbrauchen. Dabei ist es egal, ob ich 57 Frauen beglücke oder eine einzige Frau 57 Mal. Beides meiner Meinung nach zwar vollkommen utopisch, dennoch werde ich alles daran setzen mein Ziel zu erreichen. Wenn ich schon mal ein Lebensziel habe, dann will ich es auch erreichen. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich einen Plan erarbeiten, wie ich das Ziel am schnellsten erreichen kann. Nichts wird auf dem Weg zu meinem Ziel dem Zufall überlassen. Bald geht es los. Und das wird richtig geil.


Bosch Bobby
Die Ratte ist vermutlich gerade auf dem Weg zurück nach Hause zu ihrer Familie, will sich vermutlich einen schönen Abend machen und diesen einfach nur genießen. Doch dummerweise läuft sie sie mir jetzt vors Auto und wird mit Tempo 130 überrollt. Das tut mir natürlich Leid, schließlich kenne ich sie nicht und sie hat mir auch nix getan. Für einen kurzen Moment bin ich richtig traurig. Die arme Ratte.
Später fahren Sören, Loerz und ich zusammen zur Bosch Bobby Party. Ziemlich blöder Name für eine Party, wie ich finde. Der Eintritt dort ist bis 00.00 Uhr frei, danach kostet es 8€. Dummerweise kommen wir um exakt 00.04 Uhr an, was man durchaus als schlechtes Timing bezeichnen kann. Für mich ist die Party okay, die Musik ist gut und die Optik finde ich angenehm. Loerz und Sören sind nur kurzzeitig zufrieden. Dann finden sie gar nichts mehr gut. Als ich mich so umschaue, überlege ich mir, dass ich mich ja in eines der anwesenden weiblichen Lebewesen verlieben könnte. So hätte ich wenigstens eine Aufgabe. Ich will mir gerade ein passendes Objekt aussuchen, als mir einfällt, dass verlieben mich auch nicht weiter bringt. So kann ich mir die Aktion sparen. Weil mir etwas langweilig ist, überlege ich kurze Zeit später, die Arme zu verschränken, verwerfe diesen Gedanken jedoch schnell wieder, da die Zeit der verschränkten Arme vorbei ist. Nach etwa 75 Minuten verlassen wir ganz spontan die Party und fahren zu McDonalds, da Loerz und Sören Hunger haben. Direkt im Anschluss beenden wir den Abend, was dem Loerz überhaupt nicht gefällt. Er ist sehr unzufrieden mit uns und sehr frustriert. Auf dem Weg nach Hause gönne ich mir, ebenso wie auf der Hinfahrt, eine Banane. Lecker. Nächste Woche ist Puff Party. Da muss ich hin!


Eine ganz normale Woche
Am Montagvormittag bin ich bei einer Podologin, weil ich es für eine gute Idee halte, eine podologische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Schließlich war ich mal mit einer Podologin zusammen und irgendetwas an meinem großen Zeh ist nicht in Ordnung. Irgendetwas was wie ein Strohhalm aussieht, wächst da heraus und muss behandelt werden. Den Rest des Tages verlasse ich das Haus nicht mehr, liege irgendwo in meinem Zimmer rum und höre der Uhr beim ticken zu. Später telefoniere ich mit Petra und anschließend mit Gisa. Zum Abschluss des Tages gucke ich einen Film.

Der Dienstag beginnt mit dem morgendlichen Training. Danach fahre ich nach Hause und bleibe in meinem Zimmer. Dieses verlasse ich nur, um auf die Toilette zu gehen oder etwas Nahrung zu organisieren. Abends besucht mich Heiko und wir gucken Dr. House, weil mehrere meiner Bekannten meinen, der Typ und ich sind uns ähnlich. Ich glaube, die wollen mich alle verarschen. Nachdem Heiko gegangen ist gucke ich einen Film und beende so diesen aufregenden Tag.

Am Mittwochvormittag gehe ich erneut zum Training. Danach verlasse ich die Wohnung nicht mehr und bleibe in meinem Zimmer. Ich telefoniere mit Petra und danach mit Gisa. Später sehe ich mir an, wie die deutsche Fußballnationalmannschaft stümperhaft über den Fußballplatz stümpert. Früher habe ich oft selber Fußball gespielt. Oft auch sehr stümperhaft. Ob ich ein guter Nationalspieler geworden wäre? Zum Abschluss des Tages gucke ich einen Film. Ich bin nicht gerade ein Aktivposten.

Am Donnerstagvormittag suche ich erneut die Podologin auf. Ich habe irgendwie das ungute Gefühl, dass sie meinem Fuß nicht helfen kann. Vermutlich werfe ich mein Geld für die Behandlung zum Fenster raus. Am Nachmittag ruft Petra bei mir an und am Abend bin ich mit Loerz beim Pokern. Nach dem Pokerabend gönne ich mir eine Banane und fahre Heim. Irgendwie bin ich ziemlich freudlos zur Zeit.

Am Freitagvormittag besuche ich meinen Onkel und am Nachmittag gucke ich Underworld. Anschließend telefoniere ich mit Gisa, die sich einen Magen- Darm-Virus eingefangen hat. Ich kündige mein Abonnement der Zeitschrift Vanity Fair und rufe anschließend bei Petra an. Am Abend gucke ich unter anderem Vollidiot, eine total überflüssige Verfilmung eines guten Buches. Hätte man sich sparen können. Es scheint so als wären Filme gucken und telefonieren meine einzigen Aktivitäten.

Am Samstag ist es verdammt kalt, als ich mich um 09.00 Uhr auf den Weg zum Training aufmache. Die Scheiben der Autos sind zugefroren. Wenn mein Auto draußen parken würde und ich die Scheiben frei kratzen müsste, würde ich unverzüglich zurück in mein Zimmer gehen. Eine Garage ist schon was Feines. Das Training muss ich nach 35 Minuten abbrechen, denn ich bin total verspannt und so kann man nicht trainieren. Ich bräuchte eine Frau, die mich massiert und sich anschließend über den Küchentisch beugt, um sich von mir vögeln zu lassen. Wo finde ich nur eine solche Frau? Da es noch recht früh ist und frische Luft gut tut, gehe ich zu meinem Onkel. Der ist nicht da. Also gehe ich zurück, hole mein Auto aus der Garage und fahre zu meiner Lieblingswaschstraße, denn ich hasse es, wenn mein Auto nicht sauber ist. Hinter meinem Wagen wartet ein roter Opel Corsa, neustes Model, darauf gewaschen zu werden. Ein hässliches Auto. Ein unglaublich hässliches Auto. Gerne würde ich den Besitzer fragen, was er sich dabei gedacht hat, sich ein dermaßen hässliches Auto zu kaufen. Weil der Besitzer nicht da ist, steige ich in mein gewaschenes Auto und fahre davon. Später telefoniere ich mit Gisa und danach mit Petra, welche ich am Abend besuche, um mit ihr einen Film zu gucken. Zur Puff Party gehe ich nicht. Hab ich auch nicht anders erwartet.

Am Sonntag um 12.00 Uhr bin ich bei meinem Onkel zum essen. Er kocht fast jeden Sonntag für mich. Eine gute Tradition sind diese Sonntage. Am Nachmittag liege ich irgendwo in meinem Zimmer rum und telefoniere erst mit Petra und später mit Gisa. Abends bin ich beim Loerz und wir gucken einen schrecklich langweiligen Film. Dummerweise sind die Straßen nass und mein frisch gewaschenes Auto sofort wieder dreckig. Ich hasse das. Zu meiner eigenen Überraschung esse ich einen Apfel statt einer Banane. Dann ist die Woche auch schon um. Ich habe viele Filme geguckt und noch mehr telefoniert.


Gisa will nicht
In letzter Zeit telefoniere ich öfter mit Gisa als sie zu sehen. Telefonieren klappt allerdings auch entspannter als sich zu treffen. Das ist schade, weil sie doch einen so schönen Körper hat und eine sehr interessante Frau ist. Als ich sie heute nach langer Zeit mal wieder besuche, sagt sie mir, dass das mit uns nichts wird. Wie unpassend, hatte ich mich doch so darauf gefreut endlich wieder Sex mit ihr zu haben. Nicht, dass der Sex zwischen uns bisher entspannt war, aber heute, so war ich mir sicher, hätte unser sexueller Durchbruch stattgefunden. Und jetzt das. Völlig perplex und überrascht stehe ich in ihrem Wohnzimmer und bin etwas von der Rolle. Obwohl ich ihre Entscheidung, wenn ich es recht bedenke, verstehe, bin ich jetzt nicht wirklich in der Lage Dinge das zu verarbeiten. Jetzt fühle ich mich einfach nur mies. Gisa erklärt, warum ich für eine Beziehung nicht in Frage komme und ich bin ziemlich getroffen, denn sie hält mich für einen ziemlich kaputten Typen, was natürlich stimmt, in meinen Ohren aber nicht so geil klingt. Obwohl ich ihr aufmerksam zuhöre, bekomme ich nicht alles mit von dem, was sie aufzählt. Ich bin nicht gut genug, zu kaputt, ungeeignet für eine Beziehung. Das sind die Sachen, die ich allerdings deutlich höre. Zurückgewiesen zu werden ist einfach nichts für mich. Und Kritik, die nicht einmal von der Hand zu weisen ist, ist erst recht nichts für mich. Unverzüglich wird mir schlecht und ich werfe eine Diazepam ein. So hoffe ich vor der Realität fliehen zu können. Klappt aber nicht. Wie ein Häufchen Elend sitze ich auf ihrem Sofa und habe trotz allem vollstes Verständnis für ihre Entscheidung. Wenn ich nicht unmittelbar betroffen wäre, würde ich ihr vermutlich zu ihrem Entschluss gratulieren. Das ist der Nachteil von klugen Frauen, früher oder später können die mit kaputten Typen wie mir einfach nichts mehr anfangen. Wir reden noch eine Weile und einigen uns dann darauf Freunde zu bleiben, bevor ich in einem durchaus verwirrten Zustand zurück nach Hause fahre. Den Abend hatte ich mir definitiv anders vorgestellt. Auf der Fahrt nach Hause denke ich, dass ich in Zukunft keine weiteren Versuche, eine Beziehung mit einer Frau einzugehen, unternehmen werde. Ist zu deprimierend und ich bin zu kaputt für die Frauen. Der ein oder andere Mitleidsfick, für 57 davon hätte ich sogar noch Kondome, bis zu meinem Lebensende muss reichen. Manchmal habe ich echt keine Lust mehr ein Versager zu sein. Aber wie kann man aufhören ein Versager zu sein? Was mich angeht, so glaube ich, dass ich es nicht kann. Vermutlich auch nie können werde.


Umschulungsinformation
Meine Umschulung zum Automobilkaufmann fängt erst am 14. Januar 2008 an. Ehrlich gesagt, wäre es mir lieber, wenn es diesen November losgehen würde. Auf jeden Fall ist es vermutlich meine letzte Chance in diesem Leben noch die Kurve zu kriegen. Scheitere ich, bin ich endgültig im und am Leben gescheitert. Dann ist alles vorbei. Der Versager hat keine Lust mehr zu versagen, kann aber einfach nicht damit aufhören.


Planwirtschaft
Nach einem ziemlich beschissen Tag, dem man aber auch gar nichts Gutes abgewinnen kann, an dem ich sogar wieder sinnlos chatte, will ich am Abend, nach langer Zeit mal wieder ins FZW. Daher holt mich Petra gegen 20.20 Uhr ab und wir fahren weiter zum Loerz, packen ihn ins Auto und fahren als erstes in einen wunderschönen Stau auf der B1. Die B1 ist schon eine wundervolle Straße. Da kann man um 21.00 Uhr unglaublich viele hässliche Autos stehen sehen und seine Zeit herrlich vergeuden. Vielleicht verbringe ich die nächsten Tage auf der B1. Besser als chatten.
Im FZW ist es ziemlich übersichtlich. Mir gefällt das ganz gut. Überhaupt gefällt mir heute hier alles gut. Die Musik, einige Frauen, mein V+Cola. Alles ist schön. Und das ohne Diazepam. Sehr merkwürdig. Ich rede mir sogar ein, dass mich irgendwelche Frauen angucken und obwohl ich weiß, dass es nicht wirklich so ist, fühle ich mich gut. Fast spreche ich sogar eine Frau an, aber so was mache ich ja nicht, weil es bekanntlich zu nix führt und ich mir vorgenommen habe, mich nicht mehr mit Frauen einzulassen. Andererseits gibt es Mitleidsnummern nicht geschenkt. Ich muss mir da wohl eine gute Strategie einfallen lassen. Schließlich kann ich nicht bis zum Jahresende Kondome über Bananen stülpen. Weil es mir so gut gefällt und ich einen Anflug von Übermut in mir spüre, mache ich mir einen Plan, wie ich die nächsten Abende verbringen will. Am Donnerstag und Freitag ist Pokern angesagt. Freitag nach dem Pokern geht es eventuell noch in die Live Station. Da ist zwar die Ü30-Party, doch das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Für Samstag muss ich mir noch was einfallen lassen. Ich sollte den Samstag auf keinen Fall zu Hause verbringen. Am Sonntag wird es wohl einen Besuch auf der Sim Jü in Werne geben. Am Montag treffe ich mich mit Gisa. Mal gucken, wie unser erstes Treffen nach der klaren Ansage so ist. Am Dienstag ist ein DVD Abend geplant. Mittwoch geht es ab ins Prisma. Geile Musik hören und junge, heiße Körper anstarren. Wenn alles so klappt, wie geplant, und ich danach noch lebe, kann ich mir weitere Unternehmungen ausdenken. Wichtig dabei ist nur, dass ich meine Kondome loswerde. Vielleicht stelle ich mich irgendwo hin, verteile sie, rufe dabei “Gib Aids keine Chance!” und wackle dazu permanent mit dem Kopf. Man wird sehen. Möglichkeiten gibt es viele. Ich bin gespannt, was am Ende dabei herauskommt.


Pokern und Kaugummi Nadja
Es ist bereits 10.15 Uhr, als ich endlich aus dem Bett klettere. Da ich nicht weiß, was ich den ganzen Tag machen soll, wäre es nicht wirklich nötig gewesen aufzustehen. Ich schalte den PC ein, surfe auf die üblichen Seiten und kontrolliere meine Mails. Der Vanity Fair Kundenservice bedauert meine Kündigung. Ich bedauere auch so vieles. Damit müssen wir alle Leben.
Um 12.00 Uhr wird gegessen. Anschließend mache ich da weiter, wo ich vor dem essen aufgehört habe. Ich sitze auf meinem Schreibtischstuhl und klicke mich durchs Netz. Um 16.00 Uhr mache ich mir Tütennudeln, schaue The Hills have eyes 2 und telefoniere danach ein wenig.
Mittlerweile ist es fast 19.00 Uhr. Zeit zu duschen, etwas zu essen und zum Loerz zu fahren. Wenig später sitzen Petra, Sören, Loerz und ich in Loerz kalter Wohnung, frieren und pokern. Sören ist unmotiviert wie immer. Er fliegt als erster raus und verlässt unsere fröhliche kleine Runde ebenfalls, wie immer, als erster. So ist er halt. Wir drei Pokern noch eine Weile weiter, bevor wir uns auf den Weg in die Live Station machen. Dort ist es nicht wirklich voll. Ich bin dennoch zufrieden, Petra erwartungsgemäß nicht. Und das, obwohl sie gleich am Anfang einen Mann kennenlernt, mit dem sie im Laufe des Abends immer wieder mal ein wenig plaudert. Loerz und ich gucken uns Frauen an. Mehr wollen wir an diesem Abend nicht. Die Musik ist gut. Kurz bevor wir gehen spreche ich Kaugummi Nadja an. Schließlich hat sie mir mal ein Kaugummi geschenkt. Sie sagt, dass sie sich freut, dass ich sie angesprochen habe. Ich habe da so meine Zweifel. Wieso sollte sie sich darüber freuen, von jemandem angesprochen zu werden, den sie für dröge hält? Da ich keine Lust habe darüber nachzudenken, gehe ich darauf nicht weiter ein. Als sie mich fragt, ob ich an meiner Taktik, Frauen kennen zu lernen, gearbeitet habe, sage ich ihr, dass ich keine Taktik habe, ihr aber ein Tic Tac geben könne. Daraufhin gibt sie mir ein Kaugummi. Sie ist halt Kaugummi Nadja. Wenig später frage ich sie nach ihrem Ehemann und so kommen wir auf ihren Ehering zu sprechen, den sie am Mittelfinger trägt. “Der passt nicht mehr an den Ringfinger, seit ich abgenommen habe.” – “Wie, Du warst mal noch dicker?” Scheinbar findet sie meine Bemerkung uncharmant, was mir völlig egal ist. Wir kommen auf ihre Arbeit zu sprechen. Als sie über ihren Chef erzählt, frage ich sie, ob sie sich hochgeschlafen hat. Sie tut etwas entsetzt und behauptet, dass sie so etwas nicht tun würde und ihr Chef verheiratet ist und Kinder hat. Ich frage sie, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Mir gefällt das Gespräch irgendwie. Jetzt erzählt sie von ihrem früheren Chef, der sie angeblich vermisst. Also frage ich sie, ob sie mit dem geschlafen hat. Wieder verneint sie. Ich weiß ja nicht. Nach einer Weile kommt der Loerz und signalisiert, dass er nach Hause will. Er kann Kaugummi Nadja übrigens nicht leiden, er findet sie ziemlich übel und völlig hohl. Als ich ihr sage, dass wir nun gleich fahren müssen, schlägt sie vor, dass Petra den Loerz nach Hause bringen soll und ich noch ein bisschen bleibe. Mein Gott, muss es ihr schlecht gehen, wenn sie schon solche Dinge vorschlägt. Ich gehe nicht weiter auf ihren Vorschlag ein, sage ihr nur, dass sie sich noch ein wenig anstrengen muss, damit ich sie sympathisch finde und unsere Gespräche irgendwann als positive Gespräche ansehen werde. Des Weiteren sage ich ihr, dass sie fürs nächste Mal ein paar Gesprächsthemen vorbereiten soll und ich sie anschließend erneut beurteile, da sich mich bisher nicht überzeugen konnte. Als sie fragt, wann denn das nächste Mal sei, sage ich ihr, dass sie einfach bei der nächsten Firestarter Party erscheinen soll. Ich werde ebenfalls da sein und ein Kaugummi von ihr verlangen. Ich bin recht vergnügt als wir die Live Station verlassen. Es war ein amüsanter Abend.


Sixx.PM
Vor dem Besuch im Sixx.PM gehen wir zunächst ins Mendoza. Es ist recht übersichtlich und es sind sogar ein paar Frauen zu erkennen. Ich trinke einen Jägermeister. Während unseres Aufenthalts kommen 6 Frauen und etwa 57 Männer neu ins Mendoza. Das gefällt uns überhaupt nicht, weshalb wir uns unverzüglich auf den Weg ins Sixx.PM machen. Dort gehören wir zu den ersten Gästen. Ich hole mir einen Begrüßungssekt und wir stellen uns an einen guten Platz, von dem aus man einen guten Überblick hat. Auch hier ist der Männeranteil etwas hoch, aber noch akzeptabel. Was mich schon immer am Sixx.PM gestört hat, ist die Tatsache, dass ich hier niemals angesprochen werde. Ich werde hier nicht einmal gebührend beachtet. Dieser Missstand sollte sich langsam mal ändern. Wenn es so weitergeht, werde ich hier noch irgendwann die Initiative ergreifen müssen. Das ist doch doof. Vor uns knutscht ein Pärchen. Ich kann da gar nicht hingucken. Ich will auch knutschen. Das aber bedeutet, dass ich eine Frau ansprechen müsste und dabei dermaßen überzeugend sein, dass sie innerhalb von wenigen Minuten eine wilde Knutscherei mit mir beginnt. Erscheint mir heute aussichtslos. Vielleicht beim nächsten Mal. Höhepunkt des Abends ist die Frau mit dem roten Oberteil. Mordsfigur und einfach nur heiß. Als sie für uns tanzt sind wir völlig fasziniert. Sie weiß, wie man sich bewegt und sie ist sich sicher bewusst, wie sie auf die Männer wirkt, für die sie tanzt. Schon alleine für diesen Auftritt hat es sich gelohnt hier zu sein. Lange Zeit passiert dann nichts mehr. Ich stehe gewohnt lässig herum und beobachte die Menschen. Es ist schon verdammt spät als als mir Sam eine kleine, blonde Frau vorstellt. Dummerweise ist es so laut, dass ich nicht verstehe, was sie mir sagt. Irgendwer hat ihr irgendwo mal einen Ramazotti ausgegeben. Ich sage nur “Ah, ja”, und nicke freundlich. Nun korrigiert sie sich und erzählt von einem zweiten Ramazotti. Ich weiß nicht, was sie mir wirklich damit sagen will. Also nicke ich erneut freundlich und tu so als ob ich verstehen würde wovon sie redet. Die nette Geste veranlasst sie dazu mir etwas von einem dunkelhaarigen Kellner zu erzählen. Kenne ich nicht. Nun fragt sie nach einem Glatzkopf. Ich sage ihr einfach, dass das vermutlich der andere ist und ich nur einen grauhaarigen Kellner kenne. Den kennt sie nicht. Ich doch auch nicht, weshalb ich sie darauf hinweise, dass dieser sich die Haare färbt. Nun versteht sie gar nichts mehr. Macht nichts, mir geht es nicht anders. Das Gespräch verläuft so gut, dass ich nicht versuche es aufrecht zu halten. Wozu auch? Die Frau ist zwar schlank, sieht jedoch älter aus als sie ist und ist absolut nicht mein Typ. Ich habe kein Interesse. Wozu also dieses denkwürdige Gespräch fortsetzen? Wenig später rempelt mich eine ziemlich besoffene Frau an, entschuldigt sich und will mir scheinbar etwas mitteilen. Sie faselt etwas von Scheiße und guckt mich mit ihren glasigen Augen an. Ich nicke ihr zu und mache eine verabschiedende Geste. Sie nuschelt noch etwas und zieht dann weiter. Super Auftritt. Als sie wenige Minuten später erneut auf mich zu torkelt, weiche ich ihr geschickt aus. So geht das ja nicht. Danach passiert nix mehr. Ich lausche der Musik und gucke mir ein paar völlig besoffene Typen an, die frauenmäßig nichts auf die Reihe gekriegt haben und ziemlich enttäuscht gucken. Mitleid empfinde ich nicht, denn ich kriege selbst nüchtern nichts auf die Reihe. Später im Auto gönne ich mir eine Banane und höre schöne Musik aus den Achtzigern. Am liebsten würde ich die ganze Nacht hindurch einfach nur fahren.


Gisa und die Supervisorin
Weil Gisa und ich beschlossen haben, dass wir Freunde bleiben, treffen wir uns, um gemeinsam etwas zu trinken. Ich muss gestehen, dass ich etwas verunsichert bin bei unserem Treffen. Dennoch bin ich gerne mit ihr zusammen. Leider verläuft unser Gespräch nicht wirklich nach meinem Geschmack, denn Gisa weist mich abermals darauf hin, dass ich ein ziemlich kaputter und anstrengender Typ bin und mal über eine Therapie nachdenken sollte. So etwas will ich zwar nicht hören, aber ich bin in einer dermaßen miserablen Verfassung, dass ich für solche Dinge durchaus offen bin. Sie erzählt mir von einer Supervisorin und sagt, dass ich da gut aufgehoben sein könnte. Ich erkläre mich bereit, es zu versuchen. Mein Leben ist eh gerade alles andere als prickelnd und ich bin so unzufrieden und ratlos, wie noch nie zuvor. Vielleicht kann eine Supervisorin mich ja wieder halbwegs in die Spur bringen. Wir reden noch eine Weile über mich, das Leben und die Supervisorin, dann verabschieden wir uns. Ich glaube, die Idee mit der Supervisorin ist nicht schlecht. Ich werde es einfach mal versuchen.


Der Bayern Fan
Den Sonntagabend verbringe ich mit Petra im Strobels. Wir schauen dem Loerz beim arbeiten zu. Er macht das sehr gut. Weil es uns im Außenbereich etwas zu frisch ist, gehen wir rein, setzen uns an einen Tisch und freuen uns, dass wir nicht bedient werden. So spart man Geld. Es ist ziemlich wenig los. Die meisten Fußballfans sind bereits gegangen. Petra organisiert uns schließlich doch noch etwas zu trinken und wir sitzen einfach so da, als ein Bayern Fan auftaucht und sich zu uns gesellt. Er ist betrunken und sieht vergnügt aus. Als erstes präsentiert er uns etwas, dass er im Stadion hat mitgehen lassen. Schön, wie er das Teil aus seinem Ärmel fischt und dabei glücklich und zufrieden ausschaut. Er nennt sich Klaus, sieht aber nicht so aus. Ich glaube, er findet Petra ganz nett. Mehrmals sagt er ihr, dass sie hübsch ist. Er ist 29 Jahre und passt somit perfekt in Petras Beuteschema. Er denkt, ich sei ihr Freund, was ihn, so wie er sagt, ein wenig hemmt. Ich sage ihm, er soll mich einfach nicht beachten. Da er leicht betrunken und übermütig ist, dreht er als nächstes die Glühlampe der Tischbeleuchtung aus der Fassung. Als er sie wenig später wieder rein drehen will, macht er sie kaputt und findet das lustig. Meine Frisur findet er scheinbar auch lustig, oder zumindest merkwürdig. Später gesellen sich weitere Bayern Fans an unseren Tisch. Einige von ihnen haben typische Bayernköpfe. Das finde ich irgendwie interessant. Sie sind alle nett. Wenn sie allerdings untereinander in ihrer Landessprache reden, verstehe ich kein Wort. Klaus blödelt noch eine ganze Zeit herum und unterhält uns, was ich sehr nett von ihm finde. Irgendwann geht er zurück zu seinen Jungs. Wir finden, dass wir genug Unterhaltung hatten und verabschieden uns von den Bayern Fans. Bayern Fans sind okay. Vielleicht sollten wir nach jedem Heimspiel der Borussia ins Strobels gehen, um so die Fans der anderen Bundesligavereine kennen zu lernen. Könnte witzig sein.


Die letzte Oktoberwoche
Am Montag gehe ich trotz schlechter Laune am Vormittag zum Training. Am frühen Nachmittag hole ich mir meine Heuschnupfenspritze ab und innerhalb weniger Minuten wird mein Arm dick und juckt wie verrückt. Toll. Die Ärztin meint, ich solle den Arm kühlen. Ich sage ihr, dass ich dazu keine Lust habe. Später bringe ich meinem Onkel zu seinem 69. Geburtstag ein paar Flaschen Wein. Gegen 16.00 Uhr setze ich mich auf meinen Schreibtischstuhl und bleibe dort anderthalb Stunden sitzen, ohne dass geringste Lebenszeichen von mir zu geben. Anschließend gucke ich einen Film. Später sagt mir Gisa am Telefon, dass ich naiv bin. Da kann ich nicht wirklich widersprechen. Scheiße. Ich gucke einen weiteren Film. Damit habe ich genug Filme für heute geguckt. Weil mich das Fernsehprogramm langweilt, schaue ich was es im Internet für mich zu tun gibt. Eigentlich nichts, daher melde mich bei Studivz an. Warum, das weiß ich nicht. Zum Abschluss des Tages blättere ich noch ein paar Zeitschriften durch. Prickelnd war heute nichts.

Am Dienstage werde ich gegen 07.07 Uhr wach. Die Sonne scheint, was sehr schön ist. Dennoch habe ich schlechte Laune, was gar nicht schön ist. Wie an jedem Morgen starte ich als erstes den PC und kontrolliere meine Mails. Da sich außer Spammails nichts in meinem Postfach befindet, schreibe ich einige Mails bevor ich zum Training fahre. Nach ein paar Beinübungen habe ich keine Lust mehr, doch da es uncool wäre jetzt schon nach Hause zu fahren, klettere ich auf den Cross Trainer. Nach dreißig Minuten auf dem Cross Trainer ist meine Laune besser. Überhaupt wirkt sich Ausdauertraining fast immer positiv auf meine Laune aus. Ob ich, wenn ich den ganzen Tag joggen würde, stets gut gelaunt wäre? Kaum zurück zu Hause, schreibe ich noch vor dem Mittagessen drei Bewerbungen. Nach dem Mittagessen gehe ich zum Friseur und stelle direkt im Anschluss fest, dass meine Haare nun zu kurz sind und wasche sie mir ein drittes Mal heute. Davon werden sie allerdings auch nicht länger. Dachte ich mir. So wird das nichts mit den Frauen. Mindestens zwei Wochen werde ich nun keine Frauen ansprechen können. Scheiße, mir läuft die Zeit davon. Mein Arm juckt weiter. Abends bin ich bei Petra und wir gucken einen Film.

Am Mittwoch scheint die Sonne erneut. Damit ist klar, was ich zu tun habe. Ich muss mein Auto waschen lassen. Vorher muss ich mich, passend zu Halloween, verkleiden, weil ich ein Vorstellungsgespräch habe, bei dem ich in Anzug und Krawatte auftreten muss. Obwohl ich weiß, dass es Zeitverschwendung ist zu diesem Vorstellungsgespräch zu gehen, mache ich mich, als Finanzberater verkleidet, auf den Weg und komme mir blöd vor mit Krawatte. Die Krawatte ist so ziemlich das blödeste Kleidungsaccessoire, welches je erfunden wurde. Ich bin nicht alleine zum 11.00 Uhr Vorstellungstermin eingeladen worden. Wir sind mindestens 10 Leutchen. Ich wusste es. Später wird sich herausstellen, dass es den Bürojob, für den sich alle beworben haben, gar nicht gibt. Auch das war mir schon vorher klar. Einer der Bewerber hat seine Krawatte vergessen und wird direkt wieder nach Hause geschickt. Lächerlich. An den Wänden hängen Motivationsbilder. Was ich von so einem Blödsinn halte, sage ich besser keinem der Vollidioten, die hier arbeiten. Wir werden in einen Raum gebracht, in dem wir einen Bewerbungsbogen ausfüllen müssen. Die meisten Fragen lasse ich unbeantwortet. Hier geht es definitiv darum, dass man sich selbstständig macht und Immobilien verkauft. Um 11.01 Uhr sagt mein Handy plötzlich die Zeit an. Ich habe keine Ahnung warum das passiert. Ein Zeichen? Doch was hat es zu bedeuten? Als die erste Bewerberin nach dem Vorstellungsgespräch zurück zu uns kommt und sagt, dass sie quasi rausgeschmissen wurde, nachdem sie sagte, wie würde sich nicht selbstständig machen, habe ich keine Lust mehr noch länger zu bleiben, verabschiede mich von den anderen Bewerbern und wünsche ihnen viel Spaß. Einige gucken mich ungläubig an. Arme Schafe. Draußen sitzen schon die nächsten Bewerber. Das ist hier wie am Fließband. Ich bin weg. Nach dem Mittagessen bezahle ich die Garagenmiete, gehe zur Bank, kaufe ein, lasse mein Auto waschen, sauge es aus und fege abschließend meine Garage. Dermaßen hyperaktiv war ich lange nicht mehr. Meine Haare sind in den letzten Stunden leider nicht gewachsen. So kann ich heute Abend auf keinen Fall ins Prisma, was mich aber nicht davon abhält doch ins Prisma zu gehen. Bevor Petra mich und meine beschissene Frisur gegen 22.35 Uhr abholt trinke ich einen Metaxa. Vor dem Prisma erwartet uns eine unglaublich lange Menschenansammlung. Es wird mindestens eine Stunde dauern, bis wir da rein kommen. Wir haben keine Lust uns anzustellen und fahren in die Stadt. Auch hier ist viel los. Liegt es an Halloween oder am schönen Wetter? Wir gehen in den Boomerang, einen australischen Pub. Nach einem Krefelder geht es zurück zum Prisma. Keine Warteschlange mehr, wir gehen rein. Es ist verdammt voll, zu voll. Dennoch dauert es nicht lange bis wir Markus und Heiko finden. Besser wird es im Prisma dadurch nicht. Auf der Tanzfläche wird Petra von einem Jüngling angesprochen. Als sie ihm sagt, sie sei 39 Jahre, fasst er sich ans Herz. Vermutlich hat er einen Schock oder ist ein Schauspieler, der mit der Geste irgendwas zum Ausdruck bringen will. Ich trinke einen Baccardi Cola und frage mich, wo all die Menschen herkommen. Petra und ich halten bis kurz vor 03.00 Uhr durch, dann endlich bekomme ich meine Banane. Die Musik war gut, der Rest eher nicht. Ich glaube, wir sind jetzt endgültig zu alt fürs Prisma. Zeit zu sterben?

Am Donnerstag bringt Loerz den Pluto, seinen großen Mischlingshund, gegen 10.30 Uhr vorbei, denn heute bin ich nur Hundesitter. Mit Hunden kann ich ganz gut. Vielleicht sollte ich mehr Zeit mit Hunden verbringen. Am Ende des Tages holt er Pluto wieder ab. Mehr passiert nicht.

Am Freitagnachmittag kaufe ich mir einen schwarzen Schirm für 1,50€. Qualität kann man für den Preis vermutlich nicht erwarten. Am Abend pokern wir beim Loerz. Anschließend trinken wir etwas im Uncle Tom´s. Loerz und Sören sind mit den Frauen dort nicht zufrieden, weshalb sie nach wenigen Minuten beschließen, ins Bierhaus Stade weiter zu ziehen. Petra und ich verzichten darauf. Auf dem Heimweg gönne ich mir eine wirkliche leckere Banane.

Am Samstag muss ich für 68,48€ tanken. Weil ich das so toll finde, bin ich fast begeistert von den Benzinpreisen. Neben mir betankt ein Blödmann seinen Geländewagen. Für exakt 13€. Das ist so lächerlich. Fährt ein Angeberauto und tankt für 13€. So ein Versager. Vermutlich gehört der Wagen auch nicht ihm, sondern der Bank. Das ist erbärmlich. Hauptsache, die Leute sehen, was er für ein tolles Auto hat. Das ist so armselig. Eigentlich müsste ich ihm den Wagen wegnehmen. Schwachkopf!
Am Abend fahren wir zum Sechs-Tage-Rennen in die Westfalenhallen. Die Optik ist anfangs überraschend gut. Alle sind zufrieden. Wir unterhalten uns mit zwei Frauen, die wir schon länger kennen. Das Gespräch verläuft so lange gut, bis ich einen meiner sinnlosen Kommentare abgebe als Sam die beiden fragt, wie lange sie bleiben und ich antworte “So lange bis sie einen Kerl gefunden haben, den sie mitnehmen können.” Kaum habe ich es ausgesprochen herrscht Totenstille. Das Gespräch ist zerstört. Die beiden haben keinen Humor. Habe ich mir gedacht. Schnell verabschieden und weiter. Wir gucken ein paar Rennen, bevor wir uns wieder ins Getümmel stürzen. Loerz ist kurze Zeit später nur noch genervt, will weg und meckert ununterbrochen. Fast schlimmer als ich zu meinen goldenen Meckerzeiten. Irgendwann haut er völlig frustriert ab. Die kleine, blonde Frau, die mir letzte Woche im Sixx.PM vorgestellt wurde, ist auch da. Sie fragt, ob ich mit ihr tanzen will. Ich tanze nie. Später ziehen wir, weil es Tradition ist, weiter ins Bierhaus Stade. Unterwegs gabeln wir eine angetrunkene Frau auf. Sie ist 47 Jahre, sieht aber jünger aus. Wir unterhalten uns ganz nett und sie fasst mich beim reden ständig an. Ich mag es, wenn Frauen so etwas machen, dennoch will ich sie nicht. Unser Gespräch ist durchaus etwas merkwürdig. “Ich freu mich schon gleich mein Bett zu sehen.” – “Mach doch ein Foto von Deinem Bett, dann kannst Du Dir Dein Bett zwischendurch immer mal angucken, wenn Du es sehen möchtest.” – “Du bist komisch.” – “Wieso bin ich komisch?” – “Ich soll ein Foto von meinem Bett machen. Du bist komisch.” – “Alle Menschen sind komisch.” Dieser Teil unseres Gesprächs scheint ihr irgendwie nicht zu gefallen, denn direkt danach verabschiedet sie sich von uns. Als wir sie schnell noch fragen, ob sie noch mit uns ins Rigoletto will, sagt sie, dass wir betrunken und doof sind. Ich weise darauf hin, dass ich nicht betrunken bin und wir einigen uns darauf, dass ich nur doof bin. Das gefällt mir. Ich kann gut mit Frauen. Im Rigoletto ist es langweilig wie immer. Zeit den Abend zu beenden. Ich esse eine Banane und bin irgendwie zufrieden. Es ist 03.48 Uhr.

Am Sonntag bin ich lethargisch, denke über meine aufregende Woche nach und liege einfach nur so da. Abends besuche ich Petra und wir gucken einen Film. Filme gucken kann ich verdammt gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: