Neujahr 2026

Nachdem ich, wie schon im letzten Jahr, gegen 02.00 Uhr im Bett liege und mich mit Ohrenstöpseln vor dem Lärm schütze, schlafe ich recht schnell ein.

Um 07.47 Uhr geht das Rollo hoch und die Musik an. Der Weckdienst funktioniert hervorragend. Ich bin müde und würde auch weiterschlafen, aber da ich morgen arbeiten muss, erscheint es sinnvoll, früh aufzustehen, um am Abend schlafen zu können.

Wie schon im letzten Jahr beginnt der Tag stürmisch, was mir grundsätzlich nicht gefällt. Dazu ist es grau, und auch die Zahl 26 spricht mich nicht besonders an; ich fürchte, es könnte ein trübes und zähes Jahr werden. Es ist großartig, wie der erste Eindruck zu Beginn eines Jahres direkt dazu führt, dass ich fast depressiv werde. Dabei soll es doch ein tolles, aufregendes Jahr voller positiver Überraschungen werden. Da sind solche Gedanken wenig hilfreich.

Zum Frühstück gibt es Müsli mit Apfel, dann ist es Zeit, in den Keller zu gehen und die Waschmaschine zu starten. Ich telefoniere mit Agnes, bereite mir einen Auflauf zum Mittagessen zu, bringe nach dem Essen den Müll runter und hänge Wäsche auf. Ein Tag fast wie jeder andere.

Nachdem die ersten Pflichten des Jahres erledigt sind, denke ich, weil es Tradition ist, über Vorsätze, Wünsche und Pläne für dieses Jahr nach. Manche davon werde ich möglicherweise Jahre mit mir rumschleppen, ohne sie je wirklich umzusetzen.

Zunächst plane ich, mir ein braunes Sakko und einen Kurzmantel zu kaufen. Das hat im letzten Jahr nicht geklappt, aber der Wunsch bleibt bestehen. Außerdem wünsche ich mir ein Ledersakko, ein weiteres Paar Lederschuhe und ein cooler Hut wäre auch etwas. Wobei ich nicht weiß, ob ich mit Hut nicht vollkommen bescheuert aussehen würde. Probieren will ich es dennoch.

Außerdem ist es mein Ziel, weniger Nachrichten zu konsumieren und weniger Zeit bei Instagram zu verbringen. Ziele, die ich mir schon mehrfach gesetzt habe, ohne sie zu erreichen, was mich allerdings nicht davon abhält, sie erneut zu setzen. Irgendwann kann es klappen. Ich denke auch darüber nach, an Wochenenden und Feiertagen das Smartphone zeitweise ruhen zu lassen. In der Art einer Mittagspause von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr. So wie früher die Geschäfte in der Zeit geschlossen waren und manche es sogar heute noch sind. Ich überlege, ob ich das Telefon in der Zeit auch ganz ausschalten soll. Oder nur den Ton aus. Oder es in eine Schublade lege.

Ich sollte auch weiterhin Oxytocin produzieren und das Küssen nicht wieder einstellen. Ein überschaubares Ziel, das in der Vergangenheit dennoch zuverlässig gescheitert ist. Vielleicht hat Karo Lust, mich vor dem Scheitern zu bewahren.

Mein Immunsystem braucht weiter Unterstützung. Es geht weiter darum, die T-Zellen zu erhöhen, was gleichzeitig gefährlich ist, weil die T-Zellen defekt sind. Also einige. Irgendwie. Kompliziert. Ich suche weiter nach Lösungen und werde vermutlich Unmengen an Geld dafür bezahlen.

Den Rest des Tages sitze ich meist herum. Der erste Film des Jahres „Er liebt mich, er liebt mich nicht …“ ist eine entspannte Liebeskomödie mit Sophie Marceau. Ich glaube, dieses Jahr will ich ein paar Filme mit Sophie Marceau sehen. Und wieder einige französische Filme. Und mehr lesen. Darum gehe ich zeitig ins Bett, um sofort mit dem Lesen anzufangen.

Das war der erste Tag des Jahres. Mehr lässt sich darüber im Moment nicht sagen. Auch Abenteuer beginnen manchmal belanglos.

6 Kommentare

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  1. Verehrter Dottore,

    zugegebenermaßen verspätet erlaube ich mir ein frohes wunderbares neues Jahr zu entbieten. Möge die Macht und das Glück mit Ihnen sein.

    Den Vorsatz bzgl Smartphone, Instagram usw finde ich hervorragend, ich versuche dergleichen auch immer wieder , scheitere aber regelmäßig.

    Küssen etc. sollte unbedingt auch in diesem Jahren dazugehören schon um alle Prognosen Lügen zu strafen.

    Sophie Marceau hat mich in jüngeren Jahren auch entzückt, imzwischen hat sich das wie auch der Hormonspiegel etwas gelegt. Nüchtern betracht sind die schauspielerischen Fähigkeiten der Dame doch begrenzt. Nichtsdestotrotz vie Spass dabei.

    Mit den besten Wünschen

    P.

    • Danke. Auch ich wünsche ein wunderprächtiges neues Jahr.

      Ich hoffe, ich werde nicht scheitern beim Smartphone-Plan. Scheitern macht einfach keinen Spaß.

      Sophie ist meiner Meinung nach ganz gut gealtert. Das reicht mir schon.
      Und vermutlich schaue ich überwiegend ältere Filme, wenn es denn so kommt. 🙂