Drei gehen essen und Kirsten bringt mich nach Hause

Da ich dieses Mal mit der Auswahl des Restaurants an der Reihe war, entscheide ich mich für das Ristorante da Dino in Lünen. Weil es sich anbietet, holt mich Kirsten um kurz nach halb sechs ab. Als ich einsteige, bemerkt sie sofort meinen Duft. Bisher hatte niemand das Oud Republic wahrgenommen; also rechnete ich auch bei ihr nicht damit. Ich habe auch nicht mehr als die üblichen vier Sprüher aufgetragen. Interessanterweise vergesse ich zu fragen, wie ihr der Duft gefällt.

Kaum sind wir im Restaurant, erklärt Kirsten, dass sie ihre Lederjacke diesmal bewusst zu Hause gelassen hat. Jörgs Bemerkung beim letzten Treffen habe sie als Kritik verstanden. Dabei hatte er nur sagen wollen, wie gut sie ihm darin gefällt und dass er sich freut, dass sie die Lederjacke bei den letzten Treffen anhatte. Jörg murmelt, dass man selbst im hohen Alter noch dazulerne. Künftig wird er vor Komplimenten nochmal nachdenken, ob sie missverstanden werden können. Komplimente sind halt nicht so einfach, wie man denkt.

Nachdem wir bestellt haben, weise ich Jörg darauf hin, dass er gar nicht gesagt hat, wie gut es ihm gefallen hat, dass Kirsten beim Studieren der Speisekarte ihre Brille aufgesetzt hatte. Vermutlich hat ihn die Sache mit der Lederjacke völlig aus dem Konzept gebracht. Interessanterweise setzt Kirsten nun erneut ihre Brille auf, weist aber darauf hin, dass die Brille unvorteilhaft ihre Augenringe betont. Wie es sich gehört, widersprechen wir unverzüglich und sagen, dass sie gar keine Augenringe hat. Ich glaube nicht, dass sie uns glaubt, glaube aber, dass sie es gut findet, wie wir reagiert haben.

Wir erzählen ein paar Anekdoten unserer Arbeitswoche. Die Geschichte vom feuchten Luder findet sie schräg und faszinierend zugleich. Die Pizzen finden wir alle sehr lecker, mein Restaurantvorschlag wird gelobt. Bevor der Abend endet, schauen wir, wann wir das nächste Mal Zeit haben und wohin es gehen könnte. Kirsten hatte uns einen Vorschlag geschickt, der Jörg so gut gefällt, dass wir vermutlich beim nächsten Mal in der Nähe des Phoenixsees essen werden. Er will sich das nochmal anschauen und uns dann sagen, ob das seine Wahl ist.

Dann endet unser Treffen auch schon.

Zurück im Auto erfreue ich mich an der Ambientebeleuchtung in Kirstens Wagen. Diese ist auf Blau eingestellt, ich bevorzuge Rot, weshalb wir eine Weile suchen, wie wir das umstellen können. Blau ist schön, aber unromantisch – für mich als Romantiker also weniger geeignet. Nachdem das erledigt ist, stellen wir fest, dass die Fußraumbeleuchtung immer weiß leuchtet, egal, was wir einstellen. Möglicherweise ein Defekt, der das Ambiente deutlich abwertet.

Auf der Rückfahrt klingelt mein Telefon. Sofort vermutet sie, dass eine Frau kontrollieren will, wo ich wohl bin. Von solchen „Kontrollfrauen“ halte ich nicht viel. Daher teile ich ihr mit, dass es keine Frau gibt, die mich kontrolliert.

Bei mir angekommen, plaudern wir noch eine Weile im Auto, bevor ich mich verabschiede.
Es war wieder ein entspannter Abend. Etwas anderes habe ich aber auch nicht von uns erwartet. Sollte nichts dazwischen kommen, setzen wir unsere traditionelle Runde nächsten Monat fort. Und sollte das Wetter mitspielen – was mir unwahrscheinlich erscheint – werden Kirsten und ich vorher noch einmal cachen gehen.

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