Zwei Aliens beim siebten Treffen

Auf dem Hinweg habe ich kurz Zweifel, ob es dem Coupé gutgeht, weil es ein wenig ruckelt. Kurz darauf macht sich wieder eines meiner Augenprobleme bemerkbar. Es fängt mit einem Brennen an, das linke Auge tränt und teilweise sticht es im Auge. Nur wenn ich das Auge schließe, geht es. So fahre ich eine Weile quasi einäugig über die Autobahn. Begeistern kann mich das nicht. Mein Verfall nervt.

Erwartungsgemäß werde ich von Karo und Hund draußen erwartet. Mit der Begrüßungsumarmung beginnt der gemütliche Teil des Tages. Wie üblich habe ich Karo etwas mitgebracht, weil ich bei den ersten sieben Dates einer Frau etwas schenke. Die Regel habe ich neu erfunden, weil ich gerne was verschenke. Heute ist übrigens unser siebtes Treffen. Außerdem bekomme ich bei Karo immer Essen, da wäre es unanständig, ihr nichts mitzubringen.

Kaum sitze ich am Esstisch, bekomme ich auch schon etwas geschenkt. Eine Art Fugger-Wundertüte. Darin befindet sich der Typ ‚unentschlossenes Monster‘. Passt vermutlich gut zu mir.

Es folgt das Frühstück zur Mittagszeit.

Auch nach dem Essen bleiben wir am Esstisch sitzen, plaudern und spielen etwas. Obwohl, vielleicht sollte man es nicht „spielen“ nennen, denn wir beantworten Fragen, die auf Karten stehen. Es sind 50 Fragen für tiefe und bedeutungsvolle Gespräche, unter dem Titel: Die wahrscheinlich wertvollsten Fragen der Welt. Vermutlich eine gute Sache, so etwas in der Kennenlernphase zu machen. Bei den Fragen muss ich oft nachdenken, weil es persönliche Fragen sind und ich mich mit solchen Themen oft nicht wirklich beschäftige. Ich finde es allerdings nicht gut, dass ich in diesem Bereich so viele Defizite habe. Karo scheint mich teilweise besser zu kennen als ich selbst. Frauen merken sich eh meistens mehr, während ich nur Bruchstücke behalte und manches mehrfach fragen muss.

Nachdem genug Fragen beantwortet sind, spielen wir eine Art Scrabble. Großartig ist, dass wir beide nicht verlieren können. Dennoch hilft sie mir zweimal, sodass ich am Ende knapp gewinne. Ohne ihre Hilfe hätte ich das nicht geschafft. Hätte sie gewonnen, wäre der Preis eine Massage gewesen. Da ich gewonnen habe, ist der Preis, dass ich Essen bekomme. Klingt logisch und ist es sicher auch.

Zeit für eine weitere Nahrungsaufnahme. Während sie in der Küche aktiv ist, sitze ich in der Infrarotsauna. Weil ich das zwar schön, aber nicht gut finde, wenn ich faulenze und sie für uns kocht, bleibe ich nicht lange. Außerdem habe ich das Bedürfnis, Zeit mit ihr zu verbringen, da kann ich nicht ewig in der Sauna hocken.

Abendmahlzeit

Nach der gemeinsamen Mahlzeit schauen wir einige Fotos meiner legendären Geburtstagsrunden an. Damit sie weiß, was auf sie zukommt, wenn sie mal dabei ist. Dann ist unsere Zeit auch schon wieder um. Die gut acht Stunden sind wieder einmal im Flug vergangen und ich habe die Zeit sehr genossen. Auch heute haben wir uns nicht mit unseren Smartphones beschäftigt, sondern waren nur mit uns beschäftigt. Vermutlich ist das einer der Vorteile der Kennenlernphase: Man blendet Dinge aus und ist ganz im Hier und Jetzt.

Sie und der Hund bringen mich noch zum Auto. Auf die Abschiedsumarmung folgt der Abschiedskuss, dann ist das siebte Treffen vorbei.

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