Eine gute Idee

Einer von Jörgs Teilnehmern war noch nicht einmal in mittlerweile vier Monaten pünktlich. Als er dreißig Minuten zu spät zu seinem Termin erscheint, begrüße ich ihn mit den Worten: “Da sind Sie ja. Unpünktlich wie immer.” Er nimmt es hin, wie er es immer hinnimmt, wenn man ihn auf seine Unpünktlichkeit hinweist. Obwohl Jörg schon unzählige Male mit ihm darüber sprach, frage ich nach, ob er deshalb schon mal, beruflich oder privat, Probleme hatte, woran er glaubt, dass es liegt und was wir dagegen tun können. Auf mich wirkt es, als wäre es ihm scheißegal, sage ich ihm abschließend. Manchmal muss man direkt sein. Er erzählt seine Geschichte, ich mache Vorschläge, was er ausprobieren kann und sage, wie diese Unpünktlichkeit bei uns und vermutlich auch anderen ankommt.

Später, es geht mittlerweile um seine beruflichen Perspektiven, halte ich wieder eine meiner spontanen Reden, die einfach aus mir heraussprudeln und vermutlich immer gleich klingen. Der weise Coach scheißt klug, möglicherweise macht ihn das zu einem Klugscheißer.

Am Ende der Einheit sagt der Unpünktliche, dass er sich zu Hause die Webseiten aller für ihn interessanten Unternehmen anschauen wird, um herauszufinden, ob sie Mitarbeiter suchen. Weil das vernünftig klingt, sage ich: „Das ist eine gute Idee.” Er antwortet: “Das war doch Ihre Idee.” Da wird mir klar, dass das wohl Teil meiner Rede gewesen sein muss. Also antworte ich, dass es trotzdem eine gute Idee ist. Ich sollte echt anfangen, mir zu merken, was ich den Leuten hier erzähle. Immerhin scheint nicht alles davon Quatsch zu sein.

3 Kommentare

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  1. Welche Sanktionierungsmaßnahmen haben Sie, wenn jemand permanent zu spät kommt? Passiert irgendwann an einer Stelle etwas?