Der Kellereinbruch

Meine Nachbarin schellt bei mir an, um mir mitzuteilen, dass im Keller eingebrochen und mein Keller auch aufgebrochen wurde. Ihr Keller wurde ebenfalls aufgebrochen, aber nur Pfandflaschen geklaut. Ich bedanke mich für die Information und mache mich auf den Weg zu meinem Keller, der, wie ich direkt feststelle, kein Schloss mehr hat und etwas durchwühlt aussieht. Die Packung der Stichsäge liegt auf dem Boden, die Stichsäge ist fort. Ebenso fehlt der Bolzenschneider, den ich sowieso noch nie gebraucht habe. Die perfekte Beute für Einbrecher. Auf den ersten Blick fehlt sonst nichts. Vielleicht etwas verstreutes Werkzeug, vielleicht auch nicht. Ich frage die ehemalige Hausmeisterin, wann das passiert sein soll und ob die Polizei verständigt wurde. Der Vorfall soll am letzten Sonntag stattgefunden haben und die Polizei wurde natürlich nicht benachrichtigt. Also mache ich das, weil alles seine Ordnung haben muss.

Während ich auf die Polizei warte, erinnere ich mich daran, dass Ende 2015 schon Schuhe geklaut wurden und die Keller etwa zur gleichen Zeit auch aufgebrochen wurden. Wie schon damals frage ich mich, wie der oder die Täter wohl ins Haus und durch die meist abgeschlossene Kellertür reinkommen konnten, ohne dass es dort Einbruchsspuren gibt. Ich tippe einfach mal darauf, dass die Täter entweder im Haus wohnen oder früher gewohnt haben und daher Schlüssel für Haus- und Kellertür haben. Keine schöne Vorstellung. Als wenig später die Polizei eintrifft, stellen wir fest, dass nur mein Keller aufgebrochen wurde. Selbst der Keller meiner Nachbarin, der angeblich Pfandflaschen gestohlen wurden, weist absolut keine Einbruchsspuren auf, weshalb für mich meine Nachbarin und ihr Freund sofort zu den Verdächtigen zählen. Durch eine verschlossene Tür geklaute Pfandflaschen. Klingt wenig überzeugend. Den Polizisten sage ich, was mir definitiv gestohlen wurde und es werden Fotos gemacht. Die beiden Polizisten vermuten auch, dass der Täter wohl im Haus wohnt, was es nicht besser macht. Nachdem die Polizisten gegangen sind, informiere ich die Hausverwaltung per Mail über die Geschehnisse und mache mir anschließend Gedanken über die Sicherheit meiner Wohnung. Es gibt zwar keine wertvollen Gegenstände bei mir zu holen, aber wer selbst eine alte Stichsäge klaut, der klaut bestimmt jeden Mist. Ich muss gestehen, dass mir die Vorstellung, dass der Dieb oder die Diebe mit mir in einem Haus wohnen, nicht zusagt. Ich glaube, ich sollte Wohnung und Flur künftig per Kamera überwachen. So verhindere ich zwar keinen Einbruch, kann mir das dann aber immer und immer wieder auf Video anschauen.

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