Eine Krone für Implantat 47 und die unerwarteten Folgen

Der Einbau der Krone ist zwar etwas fummelig, aber recht schnell erledigt. Zwischendurch drückt es mal etwas, aber das ist vermutlich normal. Die Krone passt so gut, dass nicht einmal geschliffen werden muss. Optisch gefällt es mir und weil nichts stört, geht es direkt ab nach Hause, wo wenig später die erste Nahrungsaufnahme mit neuem Zahn stattfindet. Es ist tatsächlich ungewohnt auf der Seite zu kauen, aber deutlich besser als mit der Lücke. Ich bin zufrieden und überlege, wie ich wohl Geld für zwei weitere Implantate zusammensparen kann. Schnell wird mir klar, dass es utopisch ist, eine solche Summe zurückzulegen und ich verabschiede mich von dem Plan, die nicht mehr vorhandenen Zähne 27 und 37 durch Implantate ersetzen zu können. Auch wenn es nur ein kurzer Traum war, hat mir die Vorstellung an ein vollständiges Gebiss gut gefallen.

Am nächsten Tag gefällt mir plötzlich gar nichts mehr, denn ich habe starke Schmerzen beim Zubeißen, die nach dem Essen schwächer werden, aber zunächst nicht ganz verschwinden. Hoffentlich nur eine Gewöhnungsphase, weil Zahn 47 lange fehlte und die Stelle nicht belastet wurde. Vielleicht ist das aber auch der Beginn einer neuen Zahnarzt-Odyssee. Irgendwie macht mir das Angst. Am Abend als ich wie üblich mit Zahnseide hantiere tut es sogar weh als ich die Zahnseide zwischen Zahn 46 und Implantat 47 schiebe. Bei all dem darf auch nicht vergessen werden, dass Zahn 16 es ebenfalls nicht mag, wenn er etwas zerbeißen soll und er außerdem weiterhin klopfempfindlich ist. Nein, diese Zahnarzttermine hören scheinbar noch lange nicht auf und schon morgen lasse ich mir einen neuen Termin geben. Der Alptraum geht weiter.

Weil erwartungsgemäß über Nacht nicht plötzlich alles gut geworden ist, rufe ich in der Zahnarztpraxis an, um mein Leid zu klagen und einen Termin zu vereinbaren. Da ich im Internet über ähnliche Probleme nachgelesen habe, gehe ich davon aus, dass das Implantat wieder raus muss. Die Krone muss auf jeden Fall ab, davon bin ich überzeugt. Mein Traum von einem vollständigen Gebiss wird immer mehr zu einem Alptraum. Nachdem ich am Telefon meine Probleme geschildert habe, bekomme ich direkt für 17.30 Uhr einen Termin auf den ich mich einfach nicht freuen mag. Die Frühstücksbrote bereiten mir auch keine Freude, denn Kauversuche auf der Seite von Implantat 47 führen zu heftigen Schmerzen. Für mich ergibt das keinen Sinn, denn ich dachte in meiner naiven Welt, dass Implantate bei mir niemals Probleme bereiten werden. Wenn es Scheiße läuft, dann läuft es Scheiße.

Der Zahnarzt testet, was man testen kann, doch er kann absolut nichts erkennen, was für die Schmerzen verantwortlich sein kann. Da ist es auch wenig tröstlich, dass die niedliche Zahnärztin ihm assistiert. Ein wenig wird die Krone beschliffen, doch das nützt nichts, denn beim nächsten Aufbisstest tut es weiter heftig weh. Eigentlich ist es ja eine gute Sache, wenn nichts gefunden wird, aber in diesem Fall weiß ich, dass ich das Implantat verlieren werde. Was soll es sonst für Möglichkeiten geben? Eine neue Röntgenaufnahme vom Zahn wird nicht gemacht, betrachtet wird lediglich eine Aufnahme vom letzten Monat, die gut aussieht. Eine Entzündung ist unwahrscheinlich, sagt der Zahnarzt, weshalb ich in den nächsten Tagen ein Antibiotikum nehmen soll. Ich hatte schon im Internet gelesen, dass oft so vorgegangen wird, verstehe aber nicht, warum das gemacht wird, wenn doch keine Entzündung vorhanden sein soll. Außerdem ist diese Behandlung in der Regel erfolglos. Ich verliere also nicht nur das Implantat, ich vergifte meinen Körper obendrein noch. Klingt bescheuert und ist es vermutlich auch.

Das Antibiotikum hat den klangvollen Namen Amoxiclav Basics und die Liste der Nebenwirkungen ist enorm. Weil ich das alles nicht möchte, starte ich erst morgen mit der Einnahme, wenn ich mir Eubiol besorgt habe. Sollte ich dann trotzdem Durchfall bekommen, weiß ich auch nicht weiter. Natürlich will ich das Zeug überhaupt nicht einnehmen, doch wenn es mit dem Zahn nicht besser wird, wovon ich unabhängig vom Amoxiclav Basics ausgehe, dann bleibt ja immer noch die theoretisch Möglichkeit, dass es, wenn ich das Antibiotikum doch genommen hätte, besser hätte werden können. Also kann ich es nicht nicht nehmen, weil ich dann am Ende selber Schuld hätte. Es ist offensichtlich, dass ich nur verlieren kann, längst verloren habe. Ich bin in eine Falle getappt und werde mindestens bis Montag in ihr stecken.

4 Kommentare on "Eine Krone für Implantat 47 und die unerwarteten Folgen"


  1. (…) “Natürlich will ich das Zeug überhaupt nicht einnehmen, doch wenn es mit dem Zahn nicht besser wird, wovon ich unabhängig vom Amoxiclav Basics ausgehe, dann bleibt ja immer noch die theoretisch Möglichkeit, dass es, wenn ich das Antibiotikum doch genommen hätte, besser hätte werden können. Also kann ich es nicht nicht nehmen, weil ich dann am Ende selber Schuld hätte.” – Zahn kann man durch beliebige Organe/Körperteile/sonstige biologische Vorhandenheiten ersetzen, Amoxiclav Basics durch den Namen jedes x-beliebigen Antibiotikums. Ich denke, diese Zwickmühle kennt jeder. Stecke selber aktuell auch drin. Ich werde das Antibiotikum nehmen, zusammen mit dem Magenschutz-Mittel. Was denn sonst. Viel Kraft!

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  2. Vielen Dank für die Informationen über Zahnimplantate und Kronen. Ich glaube, ich brauche vielleicht ein Zahnimplantat. Ich werde mit einem Zahnarzt über Zahnimplantate sprechen.

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