Drei gehen essen und danach zu Kirsten

Unser heutiger Ausflug führt uns ins Restaurant Riku nach Herne. Jörg und ich sind etwas früher dort, warten vor dem Lokal auf Kirsten und schauen uns um. Was direkt auffällt: Wir sehen vor dem Lokal keine Deutschen, entsprechend wird auch kein Deutsch gesprochen. Fremd im eigenen Land – eine großartige Entwicklung, die sich ein wenig wie Urlaub anfühlt.
Ohne Reservierung bekommt man am Wochenende wohl keinen Platz. Zum Glück hat Kirsten vorab reserviert. Wir bekommen einen schönen Eckplatz und bestellen.
Das Essen schmeckt uns allen sehr gut. Das Lokal ist ordentlich, die Atmosphäre angenehm, die Bedienungen freundlich. Hier kann man gut essen. Unsere Gespräche sind wie immer entspannt, die Zeit vergeht und auch heute verzichtet Jörg nicht darauf, Kirsten mindestens ein Kompliment zu machen. Ein Charmeur der alten Schule.

In Sachen Politik, Presse, Gesundheit/Impfungen haben wir unterschiedliche Meinungen, aber diese Themen kommen bei uns nur am Rande vor und führen nicht zu Diskussionen, jeder lebt mit der Meinung des anderen, wir belehren nicht und erklären auch niemandem, warum wir seine Einstellung oder Meinung vielleicht blöd oder gar fragwürdig finden. An solchen Themen arbeiten wir uns nicht ab, denn wir treffen uns, um eine schöne Zeit zu haben. Oben genannte Themen sind da selten hilfreich. Man lebt leichter, wenn man sie nicht ständig zum Thema macht.

Nach zwei Stunden müssen wir gehen, da der Tisch für die nächsten Gäste reserviert ist. Da Kirsten nur wenige Gehminuten entfernt wohnt und kürzlich umgezogen ist, fragt sie, ob wir ihre Wohnung besichtigen wollen. Da können wir nicht nein sagen. Das Wetter ist erstaunlich mild, was mir gefällt, aber klimatechnisch natürlich eine Katastrophe ist.

Die Wohnung ist bestens aufgeräumt und eingerichtet. Eine Sache wundert mich allerdings: Außer am Küchentisch gibt es keine Möglichkeit, mit mehreren Leuten zusammen zu sitzen. Folgerichtig sitzen wir nach der Besichtigung aller Zimmer in der Küche. Ich sitze den beiden am Tisch gegenüber. Die beiden trinken Wein, für mich gibt es Wasser. Jörg merkt an, dass er und Kirsten zu weit voneinander entfernt sitzen. Kurz ist sie irritiert, setzt aber das Gespräch fort und ignoriert seine Bemerkung. Herrlich unterhaltsam finde ich das Ganze. Wir planen unser nächstes Treffen und versuchen, Kirsten zu überreden, eine Einweihungsparty zu veranstalten. Sie will es sich überlegen. Um etwas nachzulesen, setzt Kirsten ihre Brille auf. Sofort weise ich darauf hin, wie sehr Jörg das gefällt und er schon die ganze Zeit auf diesen Moment gewartet hat. Umgehend setzt Kirsten die Brille wieder ab. Am besten gefällt mir immer ihr Gesichtsausdruck in solchen Situationen. Unterhaltung ganz nach meinem Geschmack.

Theoretisch könnten wir vermutlich noch lange so weitermachen, aber da Jörg mit dem Fahrrad zu mir gekommen ist und gut eine Stunde fahren muss, bis er zu Hause ist, verabschieden wir uns zeitig.

Beim nächsten Mal bin ich für die Restaurantwahl zuständig. Da ich noch vier Lokale im Kopf habe, lege ich rasch fest, wohin es gehen soll. Die beiden haben kurz überlegt, wieder in die Pizzeria Bella Mia gehen, dort, wo unserer Tradition begonnen hat. Mir gefällt der Gedanke, immer wieder woanders hinzugehen, aktuell besser.

Somit geht unsere kleine Tradition im Februar in Lünen weiter. Ob es tatsächlich zu einer Einweihungsparty kommt, wird sich zeigen.

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  1. Für diesen Satz feiere ich Sie:

    >>In Sachen Politik, Presse, Gesundheit/Impfungen haben wir unterschiedliche Meinungen, aber diese Themen kommen bei uns nur am Rande vor und führen nicht zu Diskussionen, jeder lebt mit der Meinung des anderen, wir belehren nicht und erklären auch niemandem, warum wir seine Einstellung oder Meinung vielleicht blöd oder gar fragwürdig finden. An solchen Themen arbeiten wir uns nicht ab, denn wir treffen uns, um eine schöne Zeit zu haben.