Zum Erstgespräch kommt ein 21-jähriger Syrer, der vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. Es dauert nicht lange, da hat er sich entschieden, dass die Maßnahme nichts für ihn ist und er den Vertrag auf keinen Fall unterschreiben wird. In so einem Fall kann sanktioniert werden, doch nach einem Telefonat mit seiner IFK wird klar, dass er nichts zu fürchten hat. Er kommt nämlich aus einer Großfamilie, viele ebenfalls Bürgergeldempfänger, und es traut sich niemand, da Sanktionen durchzusetzen, weil man fürchtet, dass dies Konsequenzen nach sich ziehen würde. Die IFK sagt das natürlich nicht direkt, sie erwähnt nur, dass sie, wenn sie den jungen Mann einlädt, immer jemanden dazu holt, weil sie nicht alleine mit ihm reden möchte. Zuletzt tauchte er in der Leistungsabteilung auf, um sich zu beschweren, dass er zu wenig Geld bekommt. Ich weiß nicht, was dabei herausgekommen ist, aber die Maßnahme wird direkt abgebrochen und er kann sein Leben weiterleben, wie er mag.
Leider ist das kein Einzelfall. Viele dieser Fachkräfte haben einfach keinerlei Interesse an Maßnahmen oder dem Arbeitsmarkt. Da spielt es kaum eine Rolle, dass bald härter gegen unwillige Arbeitslose vorgegangen werden kann. Denn am Ende müssen die Regeln auch durchgesetzt werden. Wer will schon seine Gesundheit riskieren, um Probleme zu lösen, die sich nicht mehr lösen lassen? Es gibt schon lange keine plausiblen Gründe mehr, die gegen das bedingungslose Grundeinkommen sprechen, da es das für manche längst schon gibt.