Dieses Mal haben mir alle drei Bücher gefallen. So kann es gerne weitergehen.
Michael Greenberg: Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde
Als die Tochter des Autors Michael Greenburg plötzlich schwer erkrankt und sich ihr Verhalten total verändert, ist nichts mehr so, wie es war.
Es ist eine spannende und zugleich tragische Geschichte, die der Autor gut und nachvollziehbar erzählt. Er beschreibt, wie eine Krankheit von einem Tag auf den anderen alles ändert, vieles in Frage stellt und eine große Hilflosigkeit hinterlässt.
Dabei schildert er nicht nur das Leben seiner Tochter, sondern auch das der übrigen Familienmitglieder und deren Probleme. Erstaunlich finde ich die Offenheit, mit der die familiären Verflechtungen beschrieben werden. Aber das ist auch etwas, was ich teilweise unangenehm finde. Sowohl den Autor als auch seine Frau empfand ich anstrengend, je mehr ich über deren Beziehung las. Nach einem Vorfall, der meiner Meinung nach das Ende der Beziehung hätte sein müssen, wünscht sich seine Frau plötzlich ein gemeinsames Kind. In diesem Moment habe ich mich gefragt, wer verrückter ist: Die Tochter mit der bipolaren Störung oder die beiden.
Ich hätte tatsächlich gerne mehr über die Tochter gelesen als über die Familiengeschichte, auch wenn Letztere möglicherweise einen Teil der Erklärung für ihre Erkrankung liefert.
Insgesamt ist es dennoch eine gut erzählte Lebensgeschichte.
Paul Auster: Winterjournal
Eine Autobiografie, die in der Du-Form statt der Ich-Form erzählt wird. Das ist anfangs ungewohnt, aber doch interessant, weil es so nicht üblich ist.
Die Biografie liest sich gut, auch wenn ich manche Passagen weniger spannend fand. Insgesamt ist es jedoch ein schöner Rückblick, der die Stationen eines Lebens übersichtlich präsentiert. Das mag ich schon.
Ich habe schon interessantere Biografien gelesen, was sicher auch daran liegt, dass ich da mehr Interesse an der Person hatte und die Bücher gezielt ausgewählt habe. Hier war es eher der Zufall, der mir diese Autobiografie bescherte. Trotzdem fand ich einige Begebenheiten sehr interessant und spannend.
Insgesamt ist es eine gelungene Autobiografie, die besonders denjenigen gefallen dürfte, die sich mehr mit dem Autor interessieren und gezielt nach seiner Lebensgeschichte gesucht haben.
Ian McEwan: Maschinen wie ich
Charlie hat geerbt und kauft sich einen Androiden. Allerdings stellt er den Kauf in Frage, als er merkt, dass er sich in Miranda verliebt hat. Dann verliebt sich Adam, der Androide, ebenfalls in Miranda. Aber das ist längst nicht alles, denn es geht auch noch um mindestens ein Verbrechen. Und am Ende scheint Adam ein Arschloch zu sein, obwohl es die Menschen sind, die sich verwerflich verhalten haben. Und so steht am Ende die Frage: Wem kann man mehr trauen – den Menschen oder der Maschine?
Ich mag Geschichten mit Robotern und/oder Androiden gern – zumindest dann, wenn sie gut geschrieben sind. In diesem Fall ist es für mich eindeutig so. Ich würde sogar gerne eine Verfilmung des Buches sehen. Eine gute Geschichte, die dazu anregt, über menschliches Verhalten und Gerechtigkeit nachzudenken.
Hier einmal alle 2026 gelesenen Bücher in der Übersicht:
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