Es ist ein überraschender Sommertag im September. Obwohl es kaum etwas Tödlicheres als die Sonne gibt, sitze ich auf dem Balkon. Und weil die Sonne so schön wärmt, ziehe ich mein T-Shirt hoch, damit der Bauch etwas von den tödlichen Sonnenstrahlen abbekommen darf. Kaum ist das Shirt hochgezogen, betrachte ich durchaus angewidert meinen Bauch. Er ist eine unförmige Kugel. Was im Stehen kaum auffällt, ist im Sitzen betrachtet eine einzige Belästigung. Eine Frechheit. Aber der Bauch ist nicht nur unförmig, er ist auch haarig, denn ich habe es längst aufgegeben, meine Körperbehaarung zu entfernen. Eine akute Verwahrlosung. Vermutlich längst chronisch.
Es besteht auch kein Grund, daran etwas zu ändern. Aktuell habe ich keine Arzttermine, also sieht niemand meine Gleichgültigkeit. Und vielleicht wärmen mich diese Haare im Winter sogar ein wenig. Außerdem ist dieses Rasieren doch eine Verschwendung von Lebenszeit. Jeden zweiten Tag das Gesicht zu rasieren, ist genug. Aber es sind nicht die Haare, die mich so entsetzen. Die könnte ich jederzeit entfernen. Was mich wirklich entsetzt, ist diese Sitzplauze, die ich mir ohne große Mühe zugelegt habe.
Unerotischer geht es kaum, denke ich, und stopfe weitere Nüsse in mich hinein.