Fieber

Fieber zu haben erschien mir lange als unnütz. Möglicherweise
hatte ich deshalb so selten Fieber. Unter Umständen hatte ich aber auch
gelegentlich Fieber und wusste nur nix davon, weil das Fieberthermometer nur
dann zum Einsatz kam, wenn ich mal glaubte, Fieber zu haben. Da ich dann aber
in der Regel kein Fieber hatte, verzichtete ich immer öfter auf diese
Messungen. Erst als Agnes mir klarmachte, dass Fieber sehr wohl einen Sinn hat
und es möglicherweise sogar so ist, dass Menschen, die nie Fieber haben, eher
Krebs bekommen, fing ich an auch Fieber zu bekommen. So nutzte ich diese
Erkältung dafür, um schon zum zweiten Mal in diesem Jahr meine Temperatur
ansteigen zu lassen. Dieses Mal bis 38,4 Grad. Nicht weltbewegend, aber wenn es
möglicherweise Krebs verhindert und dem Körper insgesamt hilft, eine sicher
gute Sache. Womöglich hätte ich schon früher öfter Fieber gehabt, wenn ich nur
einen Sinn darin gesehen. Vielleicht bilde ich mir das alles auch nur ein und
hatte früher sehr wohl ab und zu Fieber, aber ein defektes Fieberthermometer.
Oder ich bin einfach alt geworden und mein Körper benötigt dieses Fieber
mittlerweile tatsächlich zur Regeneration. Vermutlich werde ich nie eine
Antwort zu meiner Fieberhypothese finden. Wichtig scheint sowieso nur zu sein,
dass meine Temperatur gelegentlich ein wenig ansteigt.
Doch kaum scheint dieses Thema geklärt, stellt sich die nächste
Frage. Ab wann hat man eigentlich Fieber? Dazu gibt es keine eindeutigen
Aussagen. So reichen manchmal schon 38° Grad, um Fieber zu haben, andere
Quellen geben 38,5° Grad als notwendig an, um Fieber zu haben. Alles darunter
wäre lediglich eine erhöhte Temperatur. So kommt die nächste Frage auf. Reicht
eine erhöhte Temperatur aus, um möglicherweise Krebs zu verhindern und den
Infekt zu heilen oder muss es schon richtiges Fieber sein? Wenn ich vorher
gewusst hätte, wie kompliziert dieses Fieber ist, hätte ich mich gar nicht erst
damit beschäftigt und auf einen Anstieg meiner Körpertemperatur einfach weiter
verzichtet.
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