Eine kleine Teilnehmerin

Eine Frau, 30 Jahre, klein und attraktiv, hat ihren ersten Termin bei uns. Sie hat schöne Finger, eine gute Figur und duftet lecker. Nach einer Weile fällt mir auf, dass ich erstaunlich viel Zeit neben ihr verbringe. Da Frauen mir mitunter den Verstand rauben, überprüfe ich unverzüglich, ob es tatsächlich so ist, dass ich die Zeit wirklich neben ihr verbringen muss oder einfach nur neben ihr sitze, um in ihrer Nähe zu sein. Tatsächlich bin ich mir nicht ganz sicher, ob mein Verhalten wirklich und absolut professionell ist. Okay, ich habe ihr bei den Bewerbungen geholfen und sie ermutigt. Außerdem sagte ich ihr, dass sie sich gut ausdrücken kann. Aber musste ich wirklich sagen, dass sie gut aussieht und sie mit dem Aussehen einige Konkurrentinnen um einen Arbeitsplatz direkt aussticht? War das vielleicht etwas zu viel des Guten? Die Übergänge zwischen professioneller Arbeit und sinnfreiem Geschleime sind oft fließend. Andererseits fühlt sie sich wohl und macht nicht den Eindruck als hätte ich sie belästigt. Beim Abschied winkt sie sogar. Das macht doch niemand, der einen aufdringlich findet. Oder?

21 Kommentare on "Eine kleine Teilnehmerin"


      1. Feigheit: dass ich nicht sage, nicht zeige, dass mir ein “Kompliment”, eine anscheinend positive Bemerkung von meinem männlichen Gegenüber unnötig bis eklig erscheint.

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  1. Huch, was isn das für ne Stimmung hier? Stimmt mit mir irgendwas nicht, weil ich Deinen Text eher lustig fand?
    Ich persönlich finde ja: Das Leben ist eh viel zu ernst (geworden), uns allen täte ein wenig mehr (manchmal auch alberne) Leichtigkeit ganz gut – und ob nun Komplimente gleich in Richtung eklig gehen.. nun ja. Da hat wohl jeder Mensch seine individuelle Grenze, und ob das bei Dir, lieber Doktor, in der Realität nun wirklich genau so war oder doch ganz anders: Ich denke, Du hast im wahren Leben schon ein ganz gutes Gefühl dafür, wie weit Du gehen kannst.

    In diesem Sinne – ich wünsche allen ein schönes Wochenende 🙂

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    1. Es geht hier nicht um ein Kompliment, sondern um die Bemerkung im Job, dass jemand wegen seinem, *ihrem* Aussehen evtl eine Stelle bekommen würde.

      Oft, wenn der Mann, von dem die Bemerkung stammt, selbst Zweifel hat, ob das unangemessen war, dann ist die Wahrscheinlichkeit zumindest hoch, dass das stimmt. 😉
      Es stimmt, jeder hat seine individuellen Grenzen und Schwellen. Wenn jede Frau in der Hinsicht so kritisch und sensibel wäre wie ich, würden sich die Männer nicht mehr leisten im Berufsleben sowas zu sagen.
      Ich glaube, es hilft zu entscheiden, ob etwas unangemessen, unprofessionell war oder nicht, wenn man die Geschlechter der betroffenen Personen austauscht.

      But: Peace! And communication.

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      1. Ja das stimmt: Wenn jemand an etwas zweifelt, weiß er eigentlich schon, dass er was wohl nicht richtig gemacht hat. Allerdings zweifeln wiederum oft Menschen an sich, ihrem Tun und Denken, die das gar nicht müssten. Aber ne, das ist wieder ein anderes Thema 🙂

        Ich finde es gut, kritisch zu sein – aber ganz allgemein finde ich es schon auch bemerkenswert, wie sehr es zugenommen hat, dass Worte richtig wörtlich genommen werden, man keine Witze mehr machen darf etc.
        Grad gestern, in der Runde mit meinem Chef und Kollegen – da dachte ich das eine oder andere Mal: Wenn das hier je ein Außenstehender mitbekommt, was wir hier so rumflachsen, dann würde man den Chef vermutlich sofort verklagen oder gleich einsperren. Wir hingegen haben alle gelacht. Okay, weil man sich kennt und weiß, wie weit man gehen kann. Und schießt einer drüber, sagt mans offen (auch wenns gegen den Chef geht ;)).

        Und natürlich ist das im Rahmen einer Arbeitsmaßnahme wieder was ganz anderes. Dennoch denke ich: Was der Herr Doktor hier virtuell schreibt, hat, glaube ich, mit der Realität nicht soviel zu tun. Manchmal denk ich, er will seine Leser provozieren 🙂 “ein bisschen spielen”, ums mal so zu sagen. Warum nicht?
        Man darf ja auch nicht vergessen: Kaum jemand kennt hier einander persönlich. Man kann alles Mögliche ins Netz schreiben.
        Unabhängig davon ist es aber leider Realität, dass Jobs nicht allein nach Kenntnisstand und Leistungsvermögen vergeben werden. Auch wenns keiner sagen darf und es “politisch unkorrekt” ist, ist es Realität. Auch wenn nicht überall.

        Unabhängig davon finde ich den Austausch hier schon wieder richtig cool 🙂

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  2. Heutzutage darf man als Mann doch keiner Frau mitteilen, dass sie aufgrund ihrer Attraktivität mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Obwohl es wahr ist und bleiben wird. Leute findet euch doch mal damit ab, Schönheit wird einfach besser bewertet, auch wenn man darüber die Klappe hält. Ich sag mal so, es war unnötig der Frau das mitzugeben aber nicht moralisch schlimm.

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  3. Hm, wenn Sie das so beschäftigt, dann entschuldigen Sie sich doch bei der Dame und sagen, dass Ihre Bemerkung neulich unangemessen und unprofessionell war.
    Feddich.

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