Ein Freitag fast wie jeder Freitag

Sollte ein funktionsfähiger Mann nicht wenigstens einmal pro Woche mit einer Erektion aufwachen? Und was hat es zu bedeuten, wenn das nicht der Fall ist? Durchaus berechtigte Fragen und sicher interessant sich darüber zu informieren, aber dafür habe ich einfach keine Zeit, denn in meinem Kopf ist derzeit ständig Zahn 16 ein Thema. Besonders nachts und beim Aufwachen. Nachts träume ich merkwürdige Träume von Zahnarztbesuchen, die ich ähnlich vor ganz vielen Jahren in ähnlicher Form geträumt habe, die aber scheinbar keinen Sinn ergeben.

Im Laufe des Arbeitstages versuchen wir zu klären, wohin wir fünf, die wir neulich zusammen essen waren, als nächstes gehen können. Zum Scherz schlage ich vor, dass wir zusammen einen Spaziergang mit Alpakas machen könnten, was ich mir das sehr romantisch und unvergesslich vorstelle. Ich glaube nicht, dass wir das tun werden, wundere mich aber, dass der Vorschlag tatsächlich ernsthaft diskutiert wird. Ansonsten sind heute im Büro mehr Teilnehmer als an einem Freitag üblich zu betreuen. Am Nachmittag sind es nur solche Teilnehmer, die nur echte Künstler vermitteln können. Da ich kein Künstler bin, aber ein Urteil abgeben muss, schreibe ich, dass ich mir bei einem Teilnehmer sehr gut vorstellen kann, dass er irgendwo am Strand am Lagerfeuer sitzt. Mehr kann ich mir bei ihm tatsächlich nicht vorstellen, aber am Strand ist er meiner Meinung nach wirklich gut aufgehoben, denn er ist ein echt sympathischer Kerl.
Kurz vor Ende des Arbeitstage sage ich, das ich vom vielen sitzen nicht mehr sitzen kann und stehe auf. Kaum aufgestanden, sage ich, dass das zu ganz schön anstrengend ist und setze mich wieder hin. Das Publikum lacht. Mehr geht wirklich nicht, Zeit den Arbeitstag zu beenden und mich wenig später ins lange Wochenende zu verabschieden, weil ich am Montag doch nicht arbeiten muss. So kann ich am Montag das tun, was ich fast immer tue, ich werde zum Zahnarzt gehen. Toll.

Freitagabend ist wie üblich Filmabend. Petra und ich schauen Rambo: Last Blood. Vielleicht dauert es etwas zu lange bis der Film richtig loslegt, aber das Finale ist ganz nach meinem Geschmack und viel zu schnell vorbei. Mir gefällt so etwas ab und zu einfach und auch wenn es vermutlich unnötig brutal ist, ist das Abschiedsgemetzel sehenswert. Fast wie in alten Zeiten. Der Freitag neigt sich dem Ende entgegen und ich könnte mir jetzt spontan Zahn 16 ziehen lassen, weil er nur noch nervt. Weil das nicht geht, will ich, nachdem Petra gegangen ist, noch eine Weile lesen, werde aber plötzlich dermaßen müde, dass ich es gerade noch ins Bett schaffe und unverzüglich einschlafe. Dabei ist es noch nicht einmal Mitternacht.

ENDE

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