Entschleunigung in Zeiten des Coronavirus

Entschleunigung soll eine tolle Sache sein, aber meist hat man dafür keine Zeit. Außer man nimmt sie sich, was viele allerdings nicht können oder nicht wollen. Da kommt die Corona-Krise durchaus zur rechten Zeit, denn theoretisch ist man ja nun gezwungen etwas kürzer zu treten, seine Aktivitäten einzuschränken und mal durchzuatmen. Letzteres sollte man aber nur tun, wenn sich in unmittelbarer Nähe keine weiteren Personen aufhalten. Dummerweise wollen oder können die meisten weder entschleunigen, noch sich an irgendwelche Einschränkungen halten. Was tun diese Aktiven, die das Wort Entschleunigung eher bedrohlich finden? Sie stürmen die Baumärkte, um sich die Zeit zu vertreiben. Es macht ihnen auch nichts aus, dass man bei einigen Baumärkten in einer Warteschlange auf Einlass warten muss. Bloß keine Rücksicht nehmen und sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Nein, diesen Dummbatzen kann man nicht helfen. Selbst hustende Kinder toben durch die Gänge, weil es zu Hause so langweilig ist. In Bau- und Supermärkten wird auch gerne mal ein kleines Pläuschchen gehalten. Diese Menschen sind von Entschleunigung weit entfernt, würde ich mal behaupten. Aber ich kann mich auch irren, denn ich bin bekanntermaßen auch kein Meister der Entschleunigung.
Sollte es also tatsächlich so sein, dass die Leute niemals freiwillig zu Hause bleiben, ist es noch ein weiter Weg zur Entschleunigung. Ich glaube sowieso, dass die meisten weder fürs Entschleunigen noch für irgendwelche Krisen zu gebrauchen sind. Aber noch ist die Krise nicht vorbei und es besteht die große Chance auf (Zwangs)Entschleunigung. Es wird spannend sein zu sehen, wie entschleunigt diese Aktivposten sein werden, wenn sie quasi dazu gezwungen werden. Sollte das mit der Entschleunigung dann so richtig losgehen, wird es sicher toll, da bin ich mir ganz sicher. Wir müssen uns einfach nur darauf einlassen.

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