Freitag frei 4 – Mittwoch

07.26 Uhr. Ich reihe mich in einen Stau ein. 07.27 Uhr. Das beknackte Coupé geht aus. Die Kontrollleuchte der Traktionskontrolle leuchtet auf. Ich drehe den Schlüssel ohne große Wartezeit um und zu meinem Glück springt der Haufen Scheiße direkt wieder an. Das war in dieser Woche bereits das vierte Mal, dass der fahrende Scheißhaufen ausgegangen ist. Es ist auch nicht wirklich tröstlich, dass er fast immer vor Ampeln und nicht während der Fahrt ausgeht. Irgendwann passiert das sicher an einer völlig ungünstigen oder gar gefährlichen Stelle und dann wird es richtig unangenehm. Das möchte ich nicht. Also bringe ich das Fahrzeug am Sonntag zur Reparatur, obwohl ich möglicherweise bald nirgendwo mehr hinfahren muss. Allerdings glaube ich nicht, dass eine Reparatur klappen wird. Oder sie wird unfassbar teuer. Das möchte ich auch nicht. Dieses Fahrzeug passt wirklich prima zur Gesamtsituation in diesem Land. Vielleicht sollte man das Fahrzeug und das ganze Land entsorgen, dann müsste man sich nicht mehr darüber ärgern.

Sollte die Impfpflicht zum ersten Februar 2022 beschlossen werden, ist das, Stand heute, der vorletzte Monat, den ich noch einen Job haben werde. Wobei ich nicht sicher bin, ob ich im Januar nicht schon aufhören sollte zu arbeiten. Sicherlich besteht die Option, dass ich meine Meinung ändere, aber bei den aktuellen Impfstoffen und einem Impfabo im Sechs-Monats-Rhythmus kann ich mir heute beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich meinen Sturkopf da abschalte und mitspiele. Außerdem ist es albern einzuknicken, nur weil etwas plötzlich zur Pflicht wird. Da verliert man doch total seine Glaubwürdigkeit. Erst groß ankündigen, dass man sich garantiert keinen dieser abgefuckten Impfstoffe verabreichen lässt und dann einknicken, nur weil es zur Pflicht wird. Das wäre einfach nicht richtig. Wer nimmt einen dann noch ernst? Und wie soll man sich dann selbst noch akzeptieren? Da wird man doch noch viel mehr zu einer Witzfigur. Sollte ich, was absolut nachvollziehbar ist, nicht einknicken, beginnt ab Februar ein komplett neues Leben für mich. Wird mir vermutlich nicht besonders gefallen, aber Impfzwang gefällt mir auch nicht. Und ich war bisher auch nicht dafür bekannt, dass ich so oft die richtigen Entscheidungen treffe. Mal schauen, in welche Richtung ich mich in den nächsten Tagen entwickle.

Um 17.00 Uhr lasse ich mich testen, um eine Berechtigung zu haben, morgen wieder arbeiten zu gehen. Das ist irgendwie krank. Nachdem ich die Berechtigung habe, esse ich etwas und fahre dann zur Packstation, um meine Bestellungen abzuholen. Kaum bin ich losgefahren, geht das Drecksauto aus und ich kann gerade noch so weit von der Straße rollen, dass ich keinen störe. Zwei oder drei Minuten später kann ich weiterfahren. Wunderbar.

Zu Hause packe ich meine neuen Sachen aus, probiere Pullover und Mantel an, bin aber nicht begeistert. Der Pulli ist langweilig, möglicherweise ähnlich langweilig wie ich, und sieht an mir langweilig aus. Eigentlich passen wir perfekt zusammen. Der Mantel ist dünner und länger als erwartet. Dafür ist er entweder zu groß oder zu weit. Vielleicht auch beides. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht die Sachen zu behalten. Den Lechuza Mini-Cubi stelle ich irgendwohin, den Fire TV Stick schließe ich an, empfinde aber keine echte Freude. Sollte ich an meiner Entscheidung alles aufzugeben festhalten, wird es nicht mehr oft vorkommen, dass ich Sachen aus der Packstation abhole. Der Gedanke hat nichts befreiendes, eher etwas deprimierendes. Eine innere Leere breitet sich aus. Geht das jetzt immer so weiter? Oder liegt es nur an meiner Einstellung und lässt sich kurzfristig korrigieren, weil das Denken die Richtung bestimmt? Oder verwechsle ich da wieder was?

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