Neue Corona-Regeln und fehlende Informationen

Weil sich die Corona-Regeln ständig ändern, hat unsere Chefin eine Info veröffentlicht. Masken tragen wird empfohlen, ist aber freiwillig. Wir sollen weiter regelmäßig lüften und alle sollen sich, wenn sie von draußen zurück in die Büros kommen, brav die Hände waschen. Zum Thema Corona-Tests steht da allerdings gar nichts. Auch nicht, ob wir neue Teilnehmer noch nach dem Impfstatus fragen dürfen/sollen/müssen. Daraus schließe ich, dumm wie ich bin, dass uns der Impfstatus der Teilnehmer nichts mehr angeht und auch niemand mehr einen Test vorlegen muss. Auf die Maske verzichte ich am Dienstag selbstverständlich, denn das ist ja freiwillig.

Am Mittwoch erhalte ich eine Mail von der Buchhaltung in der steht, dass ich gestern wohl vergessen habe, mein Testergebnis zu übermitteln und dies nachreichen soll. Ich antworte, dass ich kein solches vorliegen habe, weil ich keinen Test habe machen lasse, da ich dachte, das Thema sei durch. Während ich antworte, merke ich, dass ich maximal gereizt und wütend bin und es gut ist, dass ich jetzt nicht mit jemandem sprechen muss, denn ich halte es für nicht rechtens, dass ich weiterhin aufgefordert werde, mich testen zu lassen, nur weil ich ungeimpft bin. Entweder müssen sich alle Mitarbeiter testen lassen oder keiner. Sofort rufe ich Jens an, um zu fragen, ob er sich testen lassen muss. Natürlich nicht. Alles andere hätte mich auch gewundert. Ein Teilnehmer erscheint zu seinem Termin und fragt, ob er sich noch testen lassen muss, weil das ja eigentlich nicht mehr vorgeschrieben ist. Ich kann die Frage nicht beantworten, weshalb ich Kirsten anrufe. Auch sie kann die Frage nicht beantworten, weil es dazu keine Anweisungen gibt. Sie kann lediglich berichten, dass an einem anderen Standort Miss Omelette einen Teilnehmer rauswerfen wollte, der keine Maske tragen wollte. Hausrecht nannte Miss Omelette das wohl. Miss Omelette halte ich grundsätzlich für eine gestörte Person, die vermutlich über sich hinauswächst, wenn sie irgendwas durchsetzen und ihre zweifelhafte Macht demonstrieren kann. Die Begründung, warum an dem Standort Maske getragen soll, ist jedenfalls genial. Weil dort die ungeimpfte und auch noch schwangere Miss Kleinkariert arbeitet, die geschützt werden muss. Was soll man zu so viel geistiger Beschränktheit sagen? Miss Kleinkariert lässt sich übrigens auch weiterhin täglich testen, so dass ich der einzige Rebell zu sein scheine, der sich kein Stäbchen mehr in die Nase schieben lassen will. Ob besagter Teilnehmer seine Maske aufgesetzt hat oder von Miss Omelette des Hauses verwiesen wurde, erfahre ich nicht. Bedauerlicher gibt es keine Ansagen von der Chefin dazu, aber wir wissen, dass es Ärger gibt, wenn wir nicht in ihrem Sinne handeln, obwohl wir nur ahnen können, was sie im Sinn hat. Sie hat sicher nicht nur zufällig in der Mitteilung vergessen zu erwähnen, ob Tests durchgeführt werden müssen oder nicht. Nachdem ich mich beruhigt habe und nicht mehr über diesen Mangel an Kommunikation aufrege, rufe ich in der Buchhaltung an frage, was Sache ist. So erfahre ich, dass letzte Woche schon die Geschäftsleitung dazu befragt wurde, das aber bisher nicht beantwortet hat. Von den drei ungeimpften Mitarbeitern im Unternehmen, lassen sich die beiden anderen brav weiter testen. Sehr löblich. Weil ich gerade dabei bin, frage ich auch noch, ob die Teilnehmer sich weitere testen lassen müssen und ob wir den Impfstatus weiter abfragen dürfen. Auch diese Fragen wurden längst an die Geschäftsleitung weitergegeben, doch auch sie blieben unbeantwortet. Ich sage, dass wir dann einfach auf eine Antwort warten und ich bis dahin keine Tests machen lasse, weil ich meiner Meinung nach dazu nicht verpflichtet bin.
Meine Weigerung führt wenig später doch noch zu einer Antwort. Der Chef lässt mitteilen, dass er keine Handhabe hat, weiter zu verlangen, dass sich jemand testen lässt. Daher brauche ich mich ab sofort nicht mehr testen lassen. Ich weiß, dass ihm das sicher nicht gefällt. Auch müssen Teilnehmer keine Maske tragen, wenn sie das nicht wollen, aber das war ja eh klar. Mein Teilnehmer möchte seine Maske tragen, aber auf Tests verzichtet er gerne. Damit ist das fürs erste geklärt. Miss Omelette wird sicher auch enttäuscht sein, weil Teilnehmer sich tatsächlich weigern können, Maske zu tragen. Das hätte man alles Anfang der Woche mitteilen können und nicht erst warten müssen, bis ich mit meinen Fragen und meiner Weigerung nerve. Allerdings finde ich die Aussage, dass der Chef nun keine Handhabe mehr hat, bedenklich, suggeriert sie doch, dass er sonst niemals vom Testen und der Maskenpflicht abgerückt wäre. Aber vielleicht interpretiere ich da einfach etwas rein, was gar nicht da reingehört.

Am letzten Arbeitstag der Woche ist Örge tatsächlich vor Ort. Und nicht nur das, sie hat mir auch eine Packung Mon Cheri als Osternascherei mitgebracht. Damit war wirklich nicht zu rechnen. Ich wollte ihr auch demnächst was mitbringen, fühle mich jetzt aber ein wenig schlecht, weil ich das bisher noch nicht gemacht habe. Ich finde es dennoch auch weiterhin großartig, wenn Frauen mir Geschenke machen. Vielleicht sollte ich mich doch wieder öfter mit Frauen treffen, denn dann bekäme ich noch öfter etwas geschenkt. Zumindest erhoffe ich mir das, denn ansonsten wäre das irgendwie deprimierend, wenn ich keine Geschenke mehr bekäme, weil ich es halt gewohnt bin, dass mir Frauen etwas schenken. Ich muss da mal drüber nachdenken. So endet die Arbeitswoche jedenfalls angenehm und obendrein nimmt mir Özge auch noch die PerCo-Kundinnen ab. Mehr kann ich wirklich nicht von einem Freitag verlangen.
Mon Cheri

4 Kommentare

  1. Hm? Ich dachte, die öffentlichen Einrichtungen wären klar geregelt? Maskenpflicht gilt weiterhin und Testpflicht am Arbeitsplatz entfällt, bis auf gewisse Einrichtungen wie Pflegeheime usw.?!

    Der Arbeitsschutz sieht doch immer noch Regeln vor. Bei uns, keine öffentliche Einrichtung, entfällt nur 3G, alles andere gilt weiterhin, weil die Zahlen immer noch zu hoch sind und der Arbeitgeber muss 2x pro Woche Tests anbieten.

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