Am Muttertag war ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Friedhof und musste mich kurz orientieren, um den Grabstein meiner Mutter zu finden. Die Schrift war kaum noch zu lesen und in der linken Ecke hatte Sand einen Teil des Steins bedeckt. Am Ende konnte ich ihn so weit reinigen, dass der Name wieder lesbar ist. Eine Kerze habe ich verbotenerweise auch abgestellt. Vermutlich wollte mein Vater auf seinem Grab auch deshalb keinen Stein, weil er wusste, dass auf mich kein Verlass ist. Und er hatte Recht. Ich weiß nicht einmal mehr genau, welches seine Grabstelle ist, weil da in der Ecke mehrere Gräber keinen Stein haben.
Letztlich ändert es aber auch nichts, wenn man täglich zum Friedhof geht und Blumen abstellt. Es geht nur darum, dass man sein Leben einigermaßen zu Ende bringt. Mehr ist es letztlich nicht. Und dann gerät man irgendwann in Vergessenheit, weil es immer weniger Menschen gibt, die einen kannten.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass ich, nachdem ich Mitte des Monats die Heizung abstellen konnte, mehrfach beinahe den Hitzetod gestorben wäre, weil der Klimawandel einfach gnadenlos ist. Es war sogar mal über 30 Grad warm, da wollte der Klima- und Impfpapst Professor Dr. Dr. Lauterbach Außerirdische bitten, uns zu retten oder direkt von unserem Leid zu erlösen. Ich weiß es nicht mehr genau, aber irgendwas in der Art wird es wohl gewesen sein. Ich habe zu sehr geschwitzt, um es ordnungsgemäß zu verarbeiten. Dafür bitte ich um Entschuldigung.
Mein Urlaub brachte einen Gewichtsverlust mit sich, weil ich, wenn ich keinen absolut geregelten Tag habe, gerne vergesse zu essen. Mein Gewicht hat sich davon auch noch immer nicht erholt und ist wieder in dem Bereich knapp über dem Untergewicht.
Der Monat war insgesamt dennoch irgendwie positiv, zumal es im Büro auch sehr entspannt läuft, was mir sehr entgegenkommt.
Und nun die üblichen Themen im Überblick:
Ausgehen:
Einmal war ich im Mai nur essen, was nicht nur an meinem finanziellen Engpass lag.
Coupés
Der Benz hatte ein paar Probleme beim Kaltstart. Ein neuer Schwingungsdämpfer wurde eingebaut. Das Coupé schwächelt weiter an manchen Tagen und wartet auf Wartung.
Filme:
Im Mai habe ich 26 Filme geschaut und die meisten Folgen habe ich von der Serie „Peripherie“ gesehen.
Längster Film: Kung Fu in Rome
Positiv: Bugonia
Negativ: Black Phone 2
Der Schauspieler, von dem ich in diesem Jahr bisher die meisten Filme gesehen habe, ist zwar weiterhin Alain Delon. Aber die gleiche Anzahl an Filmen habe ich auch mit Sean Penn, Kevin Bacon und George C. Scott gesehen.
Finanzen:
Direkt zu Beginn des Monats trudelte die Rechnung fürs 3D-Röntgen ein: 332,23 €. Hatte ich irgendwie verdrängt. Damit war jedenfalls sofort klar, dass ich auch den Monat im finanziellen Minus beenden werde. Dazu brauchte ich eine neue Duscharmatur, der Benz war kurz in der Werkstatt und ich gönnte mir eine besondere Zahnarztleistung. Letztlich habe ich in dem Monat aber nur 430 Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Ein Fortschritt gegenüber dem Vormonat.
Gesundheit:
Zu Beginn des Monats war mein rechtes Auge geschwollen. Ich ließ mir einen Zahn ziehen. Danach bekam mein linkes Auge ein Gerstenkorn. Zwischendurch entwickelten sich ein paar Patches auf meiner Haut, die aber rasch mit UVB-Licht bekämpft werden konnten.
In der dritten Woche entwickelte sich plötzlich eine Wut, ich beschimpfte einen Autofahrer aus dem Nichts. Völlig unkontrolliert, obwohl er sich entschuldigte, was mir danach tagelang peinlich war. Im Traum verprügelte ich zwei Radfahrer, indem ich erst mit einem Fahrrad, später mit einer Eisenstange auf sie einprügelte. Insgesamt spürte ich eine Unzufriedenheit, Angespanntheit und konnte sie doch nicht benennen. Ich aß Dinge, von denen ich wusste, ich vertrage sie nicht und trank und aß an mehreren Tagen zu wenig. Erst als die Übelkeit das normale Maß überstieg und Agnes meinte, es klingt nach einer Depression, ergab es einigermaßen Sinn für mich. Eine depressive Phase passt anscheinend nicht zu dem schönen Wetter, aber ich glaube, sie passt sogar perfekt. Außerdem fiel mir auf, dass freie Tage zwar einerseits gut tun, mir aber andererseits die klare Struktur der Arbeitstage fehlt. Manchmal ist es gesünder für mich, wenn ganz klar geregelt ist, wie die Tage ablaufen. Klingt verrückt, ist es vermutlich auch, aber so ist das bei mir.
Insgesamt war es also ein ziemlich abwechslungsreicher Monat, was meine Gesundheit betrifft.
Momente des Monats:
Die Telefonate und Videotelefonate mit meinem jüngsten Freund sind weiterhin eine schöne Tradition und gehören zu einem guten Monat einfach dazu.
Das monatliche Essen zu dritt ist auch immer eine gute Sache.
Der aktuell fast schon erschreckend entspannte Büroalltag muss an dieser Stelle erwähnt werden, weil das nicht selbstverständlich ist.
Luxus des Monats:
Ich habe getankt und war im Urlaub.
Parfum
Gelegentlich bin ich von der festen Parfum-Routine abgewichen. Am meisten benutzt habe ich Orange Flamingo und Perseus. Da ich von letzterem mehr als üblich aufgetragen habe, wurde es erstmals sogar wahrgenommen. Bruna und Petra ist der Duft tatsächlich aufgefallen. Damit war absolut nicht zu rechnen.
Werden im nächsten Monat unerwartete Dinge passieren?
Werde ich abermals mehr Geld ausgeben als einnehmen?
Wird meine Geburtstagsparty wieder legendär?