Werner Straßenfestival 2026

Ursprünglich hatten wir geplant, das Wochenende voll aktiv zu sein und sowohl zum Waltroper Parkfest als auch zum Werner Straßenfestival zu gehen. Doch weil der Eintritt aufs Parkfest mittlerweile 21 Euro kostet – 2023 noch 14 Euro – ist das für uns keine Option. Wir gehen nämlich nicht wegen der Bands dorthin und dann ist der Eintritt aus unserer Sicht nicht sinnvoll. Es ist davon auszugehen, dass das Waltroper Parkfest für uns Geschichte ist und wir nie mehr dort hingehen werden. Gut, dass wir im letzten Jahr zufällig das Werner Straßenfestival als Ersatz gefunden haben.

Als wir gegen 17:30 Uhr loswollen, regnet es und wir stehen vor der schwierigen Entscheidung, ob wir uns das antun wollen. Weil wir es uns aber vorgenommen haben und glauben, der Regen wird schon Pausen machen, holt Petra Manni und mich ab. Zur Not fahren wir einfach nur eine Runde durch den Regen.

Wir finden recht schnell einen Parkplatz und es scheint auch nicht so voll zu sein, wie im letzten Jahr. Vielleicht wegen des unberechenbaren Wetters.

Wie üblich, müssen wir zunächst gefüttert werden. Manni bekommt erst Pommes, dann einen Hot Dog. Anschließend gibt es Currywurst für uns, bevor wir uns ein wenig umschauen. Keine der Shows interessiert uns wirklich und wir finden es auch weiterhin recht leer. Der Regen ist auch immer wieder zu Gast, weshalb wir uns ins Stilvoll im Rathaus setzen, um etwas zu trinken. Ich mache das, was ich am besten kann: Nach attraktiven Frauen schauen. Sehe ich nicht so viele und wenn, dann sind sie so jung, dass sie meine Existenz nicht wahrnehmen. Und Frauen in unserer Altersklasse begeistern mich hier und heute nicht so. Vermutlich geht es denen ähnlich. Sie bekommen ja auch nichts geboten und sehen an unserem Tisch einen hageren Mann mit hoher Stirn, heruntergezogenen Mundwinkeln und leerem Blick. Das ist auch nichts, wofür sich Frauen begeistern. Über fünfzig ist nur noch wenig von dem, was man gerne sieht, im Angebot. Und ich gehöre leider selbst dazu. Während ich über den eigenen Verfall nachdenke, wird der Regen stärker, Schirme werden aufgespannt und die Leute versuchen sich irgendwo unterzustellen. Um uns herum wird es voll, der frische Wind sorgt für eine gewisse Unbehaglichkeit. Für uns bedeutet es, dass es Zeit wird zu gehen.

Es ist etwa 20:15 Uhr, als wir uns auf den Weg machen.
Obwohl das Wetter nicht überzeugen konnte, war es ein angenehmer Abend ohne besondere Vorkommnisse. Nächstes Jahr wollen wir wiederkommen, weil es Tradition ist und wir Traditionen mögen. Wir sind in den Jahren nach den mittleren Jahren. Es ist ein letztes Aufbäumen, bevor alles den Bach runtergeht und wir vom Verfall zerstört werden. Da sind Traditionen oft alles, was einem bleibt, bevor nichts mehr bleibt.

2 Kommentare

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  1. Was bleibt noch? Was auch mich immer wieder umtreibt.
    Während die schöne junge Medienwelt alles mit Bildern toller Menschen vollschüttet schaut man angestrengt in den Spiegel auf der Suche nach dem Traumtyp der auch leicht ergraut noch jedes weibliche Wesen betört.
    Realität ist wenig schmeichelhaft.