Von der Hautklinik zum Orthopäden

Obwohl es ein Klacks ist, bin ich vor dem kleinen Eingriff in der Hautklinik etwas angespannt und öfter auf der Toilette als üblich. So bin ich, das muss ich akzeptieren.

Da Petra sich bereit erklärt hat, mich zu fahren, entfällt der Stress mit der Parkplatzsuche. So bin ich knapp zehn Minuten vor meinem Termin an der Anmeldung.

Während ich vor dem OP warte, sehe ich, dass ich einen verpassten Anruf aus der Hautklinik hatte. Die dachten sicher, ich hätte es vergessen oder mir anders überlegt.

Im OP-Raum sind nur Frauen. Kann mich jetzt nicht wirklich begeistern. Wenig später betäubt die Ärztin den Bereich und testet, ob alles betäubt ist. Natürlich nicht. Klappt bei mir selten so fix. Es folgt ein weiterer Test. Immer noch nicht alles betäubt. Ich weiß nicht, ob sie nachspritzt oder die Zeit eine Rolle spielt, aber beim nächsten Versuch tut nichts mehr weh.
Alles wird abgedeckt, dann macht die Ärztin etwas und fragt, ob es wehtut. Ich verneine und stelle fest, dass sie wohl schon eine Probe genommen hat. Dann schneidet sie nochmal was ab, aber auch davon merke ich nichts. So gefällt mir das.

Wenige Minuten später verlasse ich auch schon die Klinik. Ich laufe zwar etwas unrund, aber abgesehen davon scheint alles bestens zu sein. Zeit fürs Mittagessen.

Auf dem Weg zum Fatto in Casa kommen wir am Ristorante Zucchero vorbei. Da ich nicht mehr laufen mag, kehren wir dort ein. Zuletzt waren wir 2022 hier. Erschreckend, wie die Zeit vergeht. Auch heute bestelle ich Pizza und auch hier schmeckt sie gut.

Zucchero26Schon wieder eine leckere Pizza mit Spinat.

Nach dem Essen holt Petra das Auto, da ich so weit nicht laufen mag. Vermutlich soll ich auch nicht durch die Gegend laufen, als wäre nichts passiert.

Gegen 15:00 Uhr bin ich zurück in der Wohnung. Kurze Pause. Dann geht es weiter.

Zunächst hole ich in der Hausarztpraxis einen Termin zum Fäden ziehen. An der Anmeldung ein Hinweis der Hausärztin. Sie ist wohl krank, fällt länger aus. Ich bin nicht sicher, ob sie überhaupt wiederkommt. Aber das ist nur meine Interpretation. Weil die Praxis wohl nicht mehr so oft geöffnet ist, ist der Termin zum Fäden ziehen erst in zwei Wochen.

Als ich an der Orthopädie-Praxis ankomme, sehe ich nirgendwo einen Hinweis auf Dr. K. und bin irritiert. Daher frage ich an der Anmeldung, ob ich hier richtig bin, weil ich einen Termin bei Dr. K. habe. Dr. H., sagt die Frau am Empfang. “Nein, bei Dr. K.”, antworte ich und erfahre, dass Dr. K. verstorben ist und alle über den Vertretungsarzt informiert wurden. Ich nicht, aber das ist kein Grund, eine Diskussion anzufangen. Letztlich ist es auch egal, welcher Arzt sich den Arthrose-Finger anschaut.

Als ich vor Jahren öfter in dieser Praxis war, war das Wartezimmer stets voll. Heute bin ich alleine hier.

Wenig später bin ich schon im Sprechzimmer. Der Arzt stellt sich vor und ich sage “Guten Tag, Herr H.” Dann überlege ich, ob das unfreundlich war, weil die meisten sicher Herr Dr. H. sagen. Kann ich jetzt auch nicht ändern. Daher ist es vermutlich folgerichtig, dass der Arzt mich später duzt. Sein erster Verdacht: Rheuma. Aber das Röntgen soll Aufschluss geben. Leider ist in der Praxis kein Röntgengerät, weshalb ich nächsten Montag um 09:30 Uhr einen Termin in einer der anderen angeschlossenen Praxen bekomme. Um 10:45 Uhr soll ich dann wieder bei Dr. H. sein, um alles zu besprechen. Zwischen den Terminen kann ich etwas spazierengehen oder was auch immer mir sonst einfällt.

Zu Hause lese ich, dass Dr. K. schon im April gestorben ist. Auf dem 10:45 Uhr Termin steht dennoch, dass er bei Dr. K. ist. Dr. K. war 79 Jahre alt, als er starb, und hat bis zuletzt gearbeitet. Nun arbeitet er nicht mehr, aber alles geht seinen gewohnten Gang. Fast so, als hätte es ihn nie gegeben. Weil das Leben einfach weitergehen muss. Täglich verlässt zwar jemand den Zug des Lebens, aber ein anderer steigt neu hinzu. Nur so kann es gehen. Der Zug bleibt niemals stehen.

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