Agnes & Susen

08.2008

Freitagabend treffe ich mich gegen 22:27 Uhr mit dem Loerz im Maximilian. Er ist höchst vergnügt und zeigt mir sofort irgendwelche Frauen, die ihm gefallen und ihn haben wollen. Ein herrlicher Einstieg in den Abend. Dass nebenher Fußball läuft, interessiert nur am Rande, obwohl Loerz ständig davon erzählt, dass er gewettet hat, dass Kroatien gewinnt und er so 425 Euro gewinnen kann. Nach Spielschluss wissen wir, dass es nichts wird mit dem vielen Geld.

Eine blonde Frau scheint besonders fasziniert von ihm. Er findet sie und ihre Freundin allerdings schrecklich, nennt sie Nasenbären und will nicht, dass sie ihn angucken. Dennoch geht er nach einiger Zeit zu den beiden rüber. Liegt wohl am Alkohol. Da er sowieso gerade gut drauf ist, lässt er die beiden seine Tattoos bewundern und anfassen. Er weiß halt, was Frauen wollen. Wenig später teilt er mir mit, dass die beiden mit uns in die Live Station kommen und ich mir aussuchen soll, welche der beiden ich haben will. Nun, da die Blonde total auf ihn abfährt, werde ich mich wohl um die andere kümmern müssen. Schade, denn die Blonde gefällt mir optisch besser. Nachdem er mich beiden vorgestellt hat und ich ein wenig mit ihnen geredet habe, will ich weder die blonde Susen noch die brünette Agnes. Das kann ja heiter werden.

Auf geht’s in die Live Station. Dort spricht Loerz zwischendurch immer wieder andere Frauen an. Dennoch weichen unsere Begleiterinnen nicht von unserer Seite. Mittlerweile finde ich Agnes ganz okay, und nett ist sie auch. Alles ist gut. Als sich zwei Frauen neben uns stellen, fragt der Loerz, wer die beiden sind und will, dass ich ihm sage, wie sie heißen. Daher frage ich eine davon nach ihrem Namen. Sie heißt Katja und ich stelle sie dem Loerz vor. Nach wenigen Sekunden hat der Loerz keine Lust mehr und lässt Katja stehen. Ich denke, dass es damit vorbei ist, da spricht mich Katja an. Ich will das nicht. Katja hat schlechte Zähne und ganz üblen Mundgeruch. Sie stinkt nach Kotze. Das ist abstoßend. Glücklicherweise platzt Loerz nach wenigen Augenblicken in unser Gespräch, an dem ich mich eh kaum beteilige. Ich verziehe mich zu Agnes und sage ihr, dass sie mich vor der stinkenden Katja beschützen soll. Das gefällt ihr, denn nun umarmt sie mich. Da ich nichts von Agnes will, bin ich sehr charmant zu ihr und mache Witze über ihr Alter, sie ist 36, über ihre Größe, sie ist nicht wirklich groß, und über ihr Gewicht. Nicht, dass sie dick wäre, aber sie findet ihren Bauch zu schwabbelig und nachdem sie meinen Bauch angefasst hat, wünscht sie sich, dass ihr Bauch auch so wäre. Da kann ich ihr nicht helfen.

Irgendwann meint der Loerz, dass wir die beiden mit zu ihm nehmen, um sie dort zu poppen. Dass wir sie mit zu ihm nehmen, erscheint mir möglich, das mit dem Poppen nicht. Ich will auch gar nicht mit Agnes poppen. Oder doch? Ich weiß es nicht. Um zu sehen, was passiert, gehe ich einfach mit. Man weiß ja nie.

Wir setzen uns auf sein Sofa und er macht eine Flasche Sekt auf. Vermutlich will er die beiden damit gefügig machen. Ich bin gespannt. Nach einiger Zeit scheint der Sekt zu wirken. Agnes wird zutraulich. Sie rückt immer näher, lässt tief blicken, sagt mir, dass sie schüchtern ist und dass der Mann den ersten Schritt machen muss. Da kann sie lange warten. Sie erzählt mir viel Privates und von irgendwelchen Männergeschichten. Vielleicht sollte ich ihr nicht so oft in die Augen gucken. Hinterher denkt sie noch, dass ich etwas von ihr will. Andererseits macht mir das aber Spaß und so mache ich weiter. Zwischendurch fasse ich sie immer mal an. Ich glaube, das gefällt ihr. Da ich gerne Ärsche anfasse, sage ich ihr, dass sie mal aufstehen soll, damit ich ihren Arsch begutachten kann. Sie steht tatsächlich auf. Da kann ich auch gleich testen, wie sich ihr Arsch anfühlt. Natürlich hat sie nichts dagegen und so darf ich anfassen. So mag ich das. Sie mag es anscheinend auch. Denn nachdem ich ihr gesagt habe, dass mir ihr Arsch gefällt, nimmt sie meine Hand und lässt sie nicht mehr los. Ich weiß zwar nicht, was das soll, aber es gefällt mir. Loerz und Susen machen währenddessen den Sextest einer Zeitschrift. Ein lustiger Abend. Ich sage Agnes, dass ich nichts von Beziehungen halte, weil das alles Quatsch ist. Wirklich abschrecken lässt sie das nicht und wenig später ist ihre Hand auf meinem Bauch und ihr Kopf liegt an meiner Schulter. Vermutlich ist es nur ein kleiner Schritt, sie zu küssen und mit ihr im Bett zu landen. Aber ich will nicht. Hinterher werde ich sie nicht mehr los.

„Sehen wir uns irgendwann mal wieder?“ – „Schon möglich. Wer weiß das schon?“ Nun wird es mir zu intim. Sich berühren ist eine Sache, sich zu verabreden eine völlig andere. Da hört der Spaß auf. Deshalb sage ich ihr, dass ich Frauen nie anrufe, wenn sie mir ihre Nummer geben. Außerdem ist es fast 05:00 Uhr, draußen wird es hell und ich will nach Hause. Also beende ich das gemütliche Beisammensein. Da die beiden Damen kein Auto haben, soll ich sie nach Hause fahren. Weil ich eine nette Zeit hatte, finde ich, dass ich das machen kann. Auf dem Weg zum Auto hakt sich Agnes bei mir ein. Sie soll das jetzt lassen, was ich aber nicht sagen kann, weil es mir tief in meinem Inneren auch irgendwie gefällt. Als wir an einem Taxi vorbeikommen, will Susen plötzlich lieber Taxi fahren. Eine hervorragende Idee. Die Idee, alleine mit dem Taxi zu fahren und mich Agnes wegbringen zu lassen, missfällt mir allerdings. Zum Glück will Agnes das nicht. Die beiden fragen, ob ich nicht am Abend ins Maximilian kommen möchte. „Nein. Ich werde nicht kommen“ Ihre Versuche, mich umzustimmen, ersticke ich im Keim. Es war ein schöner Abend. Belassen wir es dabei, bevor es noch unschön oder peinlich wird.

Im Parkhaus kann ich zunächst mein Auto nicht finden. Passiert mir öfter in diesem Parkhaus. Als ich es endlich gefunden habe, gönne ich mir eine Banane und fahre nach Hause. Es war schön, aber dass ich ungeküsst nach Hause fahre, hätte wirklich nicht sein müssen. Andererseits muss man auch nicht übertreiben und so muss ich keine Konsequenzen fürchten.



4 Kommentare

  1. … Finger weg, von allem, was keine „zwei“ — mindestens ne drei plus ist.
    Ausnahme: Intelligent, mutig und witzig. Dann sollte man aber auch heiraten.

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