28. November 2007. 21.24 Uhr. FZW. Zwei Frauen platzieren sich direkt neben uns. Eine von ihnen ist eher klein und hat einen ziemlich breiten Hintern. Da ich heute nett sein will, grinse ich sie an. Zur Belohnung spricht sie wenig später Sam an. Das fängt wirklich gut an.
Später entdecke ich die Frau mit der Mütze. Ich sehe sie heute bereits zum vierten Mal. Und obwohl ich sie angrinse, beachtet sie mich bereits zum vierten Mal nicht. Verdammt konsequent die Kleine. Als wir uns einige Zeit später auf eine Bank setzen, grinse ich eine kleine dunkelhaarige Frau an. Sie beachtet mich, wie schon in den Wochen zuvor, nicht. Stattdessen grinst sie Sam an. Er merkt es nicht einmal. Heute läuft es beängstigend gut. Wir gehen eine kleine Runde durchs FZW. Als wir zurückkommen, sitzt die Frau mit der Mütze allein auf einer Bank. Ich setze mich zu ihr, doch sie beachtet mich auch weiterhin nicht im Geringsten. Dann eben nicht. Suche ich mir halt eine andere, die ich glücklich machen kann.
Sam tanzt. Ich sitze auf einer Bank und beobachte die Frau mit der Mütze, als die blonde Frau mit dem breiten Hintern auf mich zukommt, sich neben mich setzt und mich anspricht. Ich glaube, sie hat etwas getrunken, doch das stört mich nicht. Wir unterhalten uns ein wenig und die Tatsache, dass sie Körperkontakt sucht, lässt nur eine Schlussfolgerung zu. Sie baggert mich an. Um ganz sicher zu gehen, erzähle ich ihr, dass Sam ein toller Typ ist. „Willst du mich an den vermitteln?” – „Ich vermittle dich an jeden, an den du vermittelt werden willst. Ich kann das gut.” Kurze Zeit schweigt sie. Dann sagt sie: „Ich will an Dich vermittelt werden.” – „Das ist zu einfach.” Mehr kann ich nicht sagen, denn irgendwie hat ihre Aussage mir vorübergehend die Sprache verschlagen. Ich muss mich neu starten und so schweigen wir einige Zeit. Noch bevor ich irgendetwas unsinniges oder witziges sagen kann, rückt sie mir verdammt nah auf die Pelle. Ein Kuss scheint jetzt unvermeidlich, doch zum Glück bin ich ein Meister darin, Dinge, die unvermeidbar erscheinen, zu vermeiden. Findet sie sichtbar nicht so gut. Und ich bereue auch sofort, dass ich sie nicht geküsst habe. Schließlich gibt es solche Chancen zu selten. Da darf ich nicht eine Sekunde zögern. Nun muss ich versuchen die Situation zu retten und eine zweite Chance zu bekommen. Ich biete ihr an, sie nach Hause zu bringen. Sie sagt, dass sie es sich überlegt und ihre Arbeitskollegen fragen wird, was sie noch vorhaben. Dann macht sie sich auf den Weg.
Wenige Minuten später kommt sie zurück und erzählt mir etwas von älteren Männern, die sich scheinbar nicht entscheiden können. Ich habe das Gefühl, dass sie von mir redet. Für eine 26-Jährige ist man mit 37 Jahren halt alt. Da ich mich, wenn ich jetzt etwas sage, nur um Kopf und Kragen reden würde, schweige ich und küsse sie stattdessen. Und zum ersten Mal küsse ich eine Frau, die ich erst seit wenigen Minuten kenne. Sie küsst gut. Warum kann ich nicht jede Woche eine Frau küssen? Wenig später verlassen wir das FZW.
Sie möchte natürlich, dass ich sie nach Hause bringe. Vorab bringen wir noch Sam nach Hause. Dieser schlägt vor, dass wir alle zu ihm gehen und dort einen Dreier haben. Ich sage ihr, dass sie sich nun entscheiden muss: Sie kann mit Sam gehen, oder sich von mir nach Hause bringen lassen. Ich teile nämlich nicht Sie entscheidet sich für mich und es sieht so aus als würde ich heute Sex haben. Doch es kommt anders, denn kurz bevor wir bei ihr ankommen, teilt sie mir mit, dass sie mich nicht mit nach Hause nehmen kann. Das ist wieder typisch. Da bringe ich eine Frau in der Hoffnung, dafür mit Sex belohnt zu werden, nach Hause und dann wird mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Scheinbar habe ich ein Händchen für die falschen Frauen. Zu mir können wir auch nicht, weil meine Eltern noch bei mir wohnen. Und so bleiben wir noch eine Weile vor ihrer Wohnung im Auto sitzen und küssen uns. Sie meint, dass sie das Gefühl hätte, wir beide wären 15. Das wird auch langsam zu einem Klassiker: Frauen, die mit mir im Auto sitzen fühlen sich immer verdammt jung. Ich frage mich, ob es an mir oder am Auto liegt. Oder ist es die Kombination, die die Frauen sich so jung fühlen lässt? Manchmal deute ich ihre wilden Küsse falsch und berühre sie an Körperstellen, an denen sie noch nicht berührt werden will. Nach kurzem Hinweis, lasse ich es, doch schon bald erregt mich das Küssen so sehr, dass sie mich ein zweites Mal bremsen muss. Trotz meiner Lust beherrsche ich mich anschließend und wir setzen die wunderbare Knutscherei noch eine Weile fort.
Aus Gründen, die mir komisch erscheinen, können wir nicht die ganze Nacht im Auto so weitermachen und müssen uns verabschieden. Es wäre vermutlich logisch, dass ich jetzt nach ihrer Nummer frage, um das irgendwann fortzusetzen. Doch ich hatte schon immer meine eigene Logik und frage sie nicht. Da sie auch nicht fragt, gehe ich davon aus, dass wir uns nicht wiedersehen. Es war schön mit ihr. Sie indes hätte sich vielleicht doch für Sam entscheiden sollen.