Benz statt Bus

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist meine Leidenszeit vorbei. Der Weg zur Garage ist frei und nach einer Weile springt der überbrückte Benz an. Obwohl er arg verstaubt ist, ist er noch immer Traumhaft und so gibt es eine kleine Rundfahrt, um ihn daran zu gewöhnen, dass er demnächst häufiger bewegt werden wird. Möglicherweise sitzt man im Hyundai Matrix bequemer, aber sonst gibt es einfach nichts, was für ein praktisches Auto spricht. Ein Auto muss schön sein und darf nicht mehr als zwei Türen haben. Alles andere ist nur eine Notlösung.

Am nächsten Morgen startet der Benz so als wäre er in den letzten sieben Monaten regelmäßig bewegt worden. Es kommt eben doch darauf an, dass man das richtige Auto fährt. Völlig entspannt fahre ich an den Bushaltestellen vorbei, folge dem Bus, von dem ich mich an neun Tagen transportieren ließ, und habe Mitleid mit allen, die im Bus sitzen. Ich genieße die Fahrt und fühle mich so viel freier als in den letzten Tagen. Dann aber werde ich traurig, weil ich finde, dass der Benz kein Fahrzeug ist, um damit täglich zur Arbeit zu fahren. Der Benz ist nur für besondere Fahrten da und kein Alltagsauto, weshalb ich hoffe, dass ich schon bald ein angemessenes Alltagsauto finde, um den Benz nur noch zu besonderen Anlässen nutzen zu müssen. Ein schöner Gedanke, bei dem mir direkt warm ums Herz wird. Es ist fast so als wäre das Leben schön.

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