Rotzi

Vor mir geht ein Mann. Er trägt eine rote Windjacke, die
alles andere als sauber ist. Dazu eine schwarze Hose, möglicherweise Skihose,
die ebenfalls alles andere als gepflegt wirkt. Weil das hier im Ort aber nicht
so außergewöhnlich ist, beachte ich ihn nicht weiter. Er ist einer unter
vielen. Ich träume gerade so vor mich hin, da klatscht er spontan rhythmisch in
die Hände. Vermutlich hat er gute Laune. Nun winkt er fröhlich. Es ist nur
niemand da, dem er da winkt. Vielleicht ist er ein lustiger und freundlicher
Mensch, der gerade gute Laune hat. Oder er ist irgendwie gestört. Ein
fröhlicher Gestörter vielleicht. Wenige Meter weiter hält er sich ein Nasenloch
zu und rotzt den Schnodder aus dem anderen Nasenloch in die Hecke zu seiner
rechten Seite. Dann wechselt er die Seiten, dreht sich dabei weit nach hinten,
so dass ich direkt sehen darf, wie er den Schnodder aus seiner Nase abschießt.
Er bemerkt mich und schaut mich an. Missbilligend und angewidert gucke ich
direkt in sein Rotznasengesicht. Er dreht sich um, nimmt sich ein Taschentuch
und wischt seine Rotznase ab. Dann wechselt er die Straßenseite. Während er das
tut, murmelt er etwas, dass ich nicht verstehen kann. Ich frage mich, wie man
nur auf die Idee kommen kann, seinen Rotz auf diese Art und Weise durch die
Gegend zu schleudern. Das ist ekelerregend.

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