Beim Kardiologen 2015

Wegen meiner gesundheitlichen Defizite und meiner vom Hausarzt festgestellten Arterienverkalkungen, sitze ich nun beim Kardiologen, um ihm meine Probleme zu schildern. Vor vielen Jahren saß meine Mutter regelmäßig hier. Ein schlechtes Omen? Nachdem ich meine Probleme geschildert habe, werde ich zur Ultraschalluntersuchung gebeten. Mein Herz, so sagt der Kardiologe, sieht normal aus. Immerhin. Er fragt sich, während er meine Halsschlagadern untersucht, was der Hausarzt gesehen haben will. Für ihn sehen die Halsschlagadern absolut normal aus. Es folgt die Untersuchung der Bauchschlagader. Der obere Teil lässt sich dank unnötiger Luftansammlungen nicht erkennen, der untere Bereich ist, so sagt der Kardiologe, vollkommen in Ordnung. Klingt gut, aber wer weiß, wie der obere Bereich aussieht? Möglicherweise ist da alles verrottet und verkalkt. Weil der Kardiologe gerade dabei ist, untersucht er auch die Adern in der Leiste. Auch hier kann er nichts entdecken, was nicht so ist, wie es sein sollte. Erneut sagt er, dass er keine Ahnung hat, was der Hausarzt gesehen haben will. Ich weiß es auch nicht. Ich bin ja nicht einmal Arzt. Nächste Untersuchung: Belastungs-EKG. Ich werde verdrahtet, der Blutdruck wird gemessen und ab geht die wilde Fahrt auf dem Sitzfahrradergometer. Ein kleiner Plausch mit der Angestellten und als der Widerstand auf 200 gestellt wird, mag ich nicht mehr, weil ich sonst zu stark schwitzen würde, was mir vor fremden Menschen unangenehm ist. Ich darf aufhören und werde wenige Minuten später zum finalen Gespräch mit dem Kardiologen gebeten. Er sagt, dass er nichts feststellen kann und alle Werte in Ordnung sind. Ich bedanke mich, bin erleichtert und verlasse die Praxis. Kaum bin ich draußen, frage ich mich, wer denn nun Recht hat. Der Kardiologe oder der Hausarzt? Früher oder später werde ich mir eine dritte Meinung einholen müssen. Aber nicht so bald, denn in diesem Jahr habe ich schon genug Zeit bei Ärzten verbracht. Doch eine dritte Meinung, so viel ist gewiss, wird es irgendwann geben müssen, weil ein Unentschieden zu viele Fragen offen lässt.

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