Neujahr 2016

Da ist es nun, das neue Jahr und sieht genauso aus, wie das alte aussah. Es fühlt sich auch genauso nutzlos und nichtssagend an. So ein Jahreswechsel hat definitiv keine reinigende Wirkung. Vermutlich ist man für die meisten Veränderungen eh selbst verantwortlich. Und so denke ich kurz darüber nach, was ich in diesem Jahr besser als im letzten Jahr machen könnte und ob mich gute Vorsätze möglicherweise weiter bringen. Besser machen kann ich sicher vieles und gute Vorsätze bringen ohnehin nur dann etwas, wenn ich sie umsetze. Damit bin ich wieder beim besser machen. Kaum hat der Tag begonnen, schließt sich der erste Kreis. Ob das ein gutes Zeichen ist?
Vorsätze. Das sind so Sachen, die man gegen Ende eines Jahres sagt, um sie dann im neuen Jahr nicht umzusetzen. Also nichts weiter als belanglose Worthülsen, weshalb ich größtenteils darauf verzichte. Da mich aber niemand verklagt, wenn ich gute Vorsätze habe und diese dann nicht umsetze, lasse ich mir für dieses Jahr etwas einfallen, was ich unbedingt umsetzen muss. Den Anfang macht die Ausbilderprüfung, die Teil der vermutlich bescheuertsten Entscheidung des letzen Jahres ist. Diese Prüfung sollte ich bestehen. Nicht nur, weil ich dafür viel Geld ausgegeben habe, sondern auch deshalb, weil ich mich, sollte ich sie nicht bestehen, noch weniger akzeptieren könnte. Weil ich mich eh schon für einen ausgemachten Deppen halte, wäre es alles andere als hilfreich, wenn
ich die Prüfung versaue. Allerdings sind die Chancen, dass es so kommt,
eindeutig höher als die, es doch zu schaffen. So ist der erste Vorsatz des
Jahres der, dass ich ab heute jeden Abend die langweiligen Unterlagen lese und bearbeite, um am 11. wenigstens eine Chance auf 50% zu haben. Nach der schriftlichen Prüfung werde ich dann jeden Tag bis zum 22. versuchen, mir den ganzen Mist, den ich für die mündliche/praktische Prüfung wissen muss, zu merken. Was den Teil angeht sehe ich allerdings schwarz, dennoch könnte ich es mir kaum verzeihen, wenn ich durchfalle. Dann hätte ich noch weniger Respekt vor mir als ohnehin schon. Das wäre fatal.
Letztes Jahr hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, den Vorsatz, mehr Sport zu machen. Ich bin sensationell gescheitert, weshalb ein solcher Plan eigentlich nicht erneut aufgestellt werden sollte. Ich mache es dennoch und konkretisiere. Täglich fünfzig Crunches, in Fachkreisen auch Bauchpressen genannt. Das werde ich vermutlich nur wenige Tage umsetzen, aber jeder Tag mit Crunches ist besser als ein Tag ohne. Und meinem Bauch kann es
nur gut tun. Letztes Jahr wollte ich zweimal in den Urlaub fahren, einmal habe ich es geschafft. Dieses eine Mal sollte auch dieses eine Mal möglich sein. Mehr wird allein wegen meiner finanziell mehr als begrenzten
Möglichkeiten kaum möglich sein. Desweiteren nehme ich mir vor in diesem Jahr probeweise meine Haare zu färben. Dieses ganze weiß auf meinem Kopf gefällt mir einfach nicht. Sinnvolles wollte ich auch im letzten Jahr tun, weil ich aber nicht weiß, was sinnvoll ist, werde ich mir so einen Unsinn dieses Jahr nicht´vornehmen. Um einen Job werde ich dieses Jahr kaum rumkommen, aber das, was ich dann machen werde, wird vermutlich weder sinnvoll noch auf irgendeine Weise erheiternd sein. Den Job nehme ich aber nicht als guten Vorsatz, weil mir der Job, wenn überhaupt, passieren wird. Da werde ich keinen besonders hohen Anteil dran haben. Bis es mit dem Job klappt, werde ich weiter ehrenamtlich arbeiten, um die völlige Verarmung etwas abzufedern. Und da dieses Jahr kein naher
Verwandter mehr sterben wird, weil alle mittlerweile verstorben sind, kann ich wenigstens in dem Bereich entspannt ins neue Jahr blicken.  Der nächste nahe Verwandte, der stirbt, bin dann wohl ich. Ist man überhaupt mit sich selbst verwandt?
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