Ich fahre mit der Straßenbahn

Da mein Hyundai im Innenraum alles andere als appetitlich
aussieht, bringe ich ihn zum Fahrzeugaufbereiter meines Vertrauens nach Dortmund-Eving.
Weil ich nun bis morgen kein Auto habe, stellt sich die Frage, ob ich die etwa
acht Kilometer zurück nach Hause mit der Straßenbahn fahre oder zu Fuß gehe. Bevor
ich mir die Frage beantworte esse ich eine Kleinigkeit bei McDonalds, weil ich
mit leerem Magen nicht gut wandern kann. Anschließend gehe ich wieder ein Stück
zurück, um mir Gebrauchtwagen anzusehen, da ich nicht weiß, ob der Hyundai und
ich wirklich zusammen passen und eine Zukunft haben. Leider kann keines der
Autos mich wirklich überzeugen und so beschließe ich, zu Fuß nach Hause zu
gehen. Doch schon nach einem Drittel der Strecke bin ich total durchgefroren
und weil  es obendrein angefangen hat zu
regnen, entscheide ich  mich dafür mich den
Rest der Strecke mit der Straßenbahn transportieren zu lassen. Nachdem mir der
Loerz erklärt hat, dass ich ein Ticket der Kategorie A kaufen muss, weil das
Ticket für die Kurzstrecke nur für drei Stationen oder dreißig Minuten gültig
ist, kaufe ich ein solches Ticket, obwohl mir das unsinnig erscheint, weil die
Fahrt sicher keine dreißig Minuten dauern wird. Aber mehr als drei Stationen.
So ein Kurzstreckenticket erscheint mir fragwürdig, denn ich kann mir nicht
vorstellen, dass drei Stationen hier in der Gegend mehr als dreißig Minuten
entfernt voneinander liegen. Diese dreißig Minuten oder drei Stationen Regel ist
meiner Meinung nach Unsinn. Vielleicht sollte ich mal nachlesen, was es damit tatsächlich
auf sich hat. Nachdem ich genug über die Fahrkarten nachgedacht habe, frage ich
mich, wie ich das alles anhand dieser Fahrkartenautomaten hätte herausfinden
sollen. Meiner Meinung nach ist das nicht möglich. Oder es ist doch möglich und
ich bin nur zu blöd. Zwei Minuten bevor die Straßenbahn mich abholt, sehe ich,
wie eine Frau, die in die andere Richtung fährt, den Türöffner betätigt, um
einsteigen zu können. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Ich dachte die Türen
gehen einfach so auf. Ich möchte keinen Knopf anfassen, den vor mir schon
tausend andere Leute angefasst haben.  Als
die Straßenbahn vor mir hält, gehe ich zu einer Tür vor der viele Menschen
stehen, um auszusteigen, und warte bis einer von denen den Türöffner betätigt,
um gefahrlos und ohne Türöffnerberührung einsteigen zu können. In der
Straßenbahn bin ich umgeben von pubertierenden Menschen, die fröhlich vor sich
hinpubertieren. Sehr befremdlich. Der Geruch in der Straßenbahn ist
gewöhnungsbedürftig, was durchaus an den Menschen liegen kann, die sich in so
einer Straßenbahn tummeln. Da bleibt eine Geruchsbildung wohl nicht aus. Ich
weiß allerdings nicht, ob das so gesund ist und hoffe, dass ich mir nichts
einfange. So achte ich penibel darauf möglichst wenig zu atmen und nichts
anzufassen. Als wir fünf Stationen später das Ziel erreichen, warte ich bis
jemand den Türöffner betätigt und steige erleichtert aus. So ein Ausflug ist
schon ein echtes Abenteuer und ich bin wirklich froh, dass es vorbei ist und ich
nichts anfassen musste.
Tagged

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.