Gedankensalat

Nachts sollte man schlafen. Alternativ könnte man auch Sex haben. Sich Gedanken über sein Leben zu machen, sollte man jedoch besser auf andere Zeiten verlegen. Da ich aber gerade weder schlafe noch Sex habe, muss ich mich wohl zwangsläufig (m)einem Gedankenkarussell hingeben. Heute möchte das Karussell sich mit meinem Leben und was ich daraus gemacht habe beschäftigen. Es fängt damit an, wie ich mir mein Leben vorgestellt habe als ich noch mitten in der Pubertät steckte. Und da gab es genau eine Vorstellung. Ich lebe mit einem großen Hund in meinem Haus am Ende einer Straße und fahre entweder einen neuen Porsche oder Mercedes. Das war wohl mein ganzer Lebensplan. Einen ernsthaften Berufswunsch gab es erst als ich das vierzigste Lebensjahr überschritten hatte. Da haben andere ihre Ziele längst erreicht.
Nachdem der Gedankengang abgeschlossen ist, geht es darum zu analysieren, was ich von all dem erreicht habe. Und da sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Einen Hund habe ich zwar nicht, möchte ich aber auch gar nicht mehr, weil ein Hund Verantwortung bedeutet und ich keine Verantwortung übernehmen mag. Außerdem machen Hunde Häufchen und die mag ich nicht wegmachen. Da würde ich mich nur übergeben.
Das mit dem Auto hat irgendwie geklappt. Es ist sogar ein Benz. Nicht neu, aber immerhin. Und ich musste ihn nicht einmal bezahlen, weil ich ihn geerbt habe. Das Haus ist eine winzige Eigentumswohnung. Auch da musste ich nicht wirklich viel zu beitragen.

Der Luxus meines Lebens wird durch ein zweites Auto aufgewertet. Auch da musste ich keinen großen Beitrag leisten, um es zu bekommen. Und der Jobwunsch, den es erst sehr spät gab, hat sich auch erfüllt. Ebenfalls ohne große Schwierigkeiten und ohne große Bemühungen meinerseits. Und so frage ich mich, ob es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, weitere Ziele zu haben, weil es ja leicht zu sein scheint, diese zu erreichen. Andererseits ist die Frage quatsch, weil ich ja schon fast alles erreicht habe, was mir möglich war. Das ist natürlich auch Quatsch, aber lässt mich wenigstens (wieder) einschlafen.

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