Die letzten Tage im April

Die warmen Tage passen nicht zu meinen Shirts. Vielleicht aber passen auch meine Shirts nicht mehr zu mir. Rein vom Gefühl her. Und manche sind mir auch zu klein. Ich bin zu alt und dünn für diese engen Teile. So bestelle ich mir neun Poloshirts bei Dress-for-less und hoffe, dass mindestens fünf davon passen werden.

Da meine Darmbeschwerden sich durchaus gebessert hatten, hatte ich beschlossen eine Stuhlanalyse durchführen zu lassen, um zu sehen, ob sie die Werte gegenüber der letzten Analyse im Jahr 2016 verbessert haben und wo es noch Probleme gibt. Dies habe ich mit dem Heilpraktiker zu dem ich nicht mehr gehen wollte besprochen und die entsprechenden Utensilien mitbekommen. Weil eher harmlose Darmprobleme für einen Hypochonder mit vermutlich schweren körperlichen Erkrankungen nicht genug sind, ich seit drei Tagen wieder heftigere Darmprobleme habe und tief in meinem Inneren sowieso an eine schlimme Krankheit glaube, kreuze ich auf dem Formular für die Stuhluntersuchung einen weiteren Wert an. M2-PK. Damit kann man wohl Darmpolypen und Darmtumore entdecken. Und weil eine meiner größten Ängste Krebs jeglicher Art ist und ich eine Darmspiegelung auch weiter nicht machen kann, ist dieser Test immerhin eine Option. Seit ich dieses Kreuz gemacht habe, geht es mir gleich noch ein bisschen schlechter, weil ich natürlich davon ausgehe, dass der Wert zu hoch sein wird. Irgendwie ist mein Verfall echt lästig und es kann nicht mehr lange dauern bis ich endgültig ein Wrack bin.

Teilnehmer habe ich den letzten Tagen des Monats keine mehr. Diese Maßnahme macht mich echt fertig. Nur gut, dass das bald ein Ende haben wird.

Die erste Massage des Monats hatte ich mehr als nötig und es tut ganz schön weh als ich mich ordentlich durchkneten lasse. Ich bin einfach zu alt und unentspannt, um länger als drei Wochen ohne Massage auszukommen.

Eine stets wiederkehrende Frage lautet: „Wie kann ich meine Zeit sinnvoll und entspannt verbringen, wenn ich nicht arbeiten muss, sondern frei habe?“ Die Antwort ist stets ein ratloses Schulterzucken. Was ist nur aus mir geworden?

Am Montag bin ich bei IKEA. Dort gibt es viele attraktive, junge Frauen zu betrachten. Ich glaube, dass ist besser als abends auszugehen, denn es gibt auch etwas zu essen und zu trinken, man kann sich überall hinsetzen und auch mal auf die Toilette gehen. Jetzt bin ich endlich im richtigen Alter, um bei IKEA Frauen gucken zu gehen. Hier scheint es auch weniger aufzufallen, was für ein alter Spanner ich doch bin. Bin schon gespannt, wann das endet.

Das Projekt Schnauzbart hat mittlerweile auch begonnen und schon bald habe ich einen Siebziger-Retro-Bart, der mein Gesicht schmücken wird. Vielleicht kommt aber am Ende auch alles ganz anders.

Laut dieser Liste habe ich dieses Jahr schon über hundert Filme geguckt. Ich liebe Statistiken.

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