Damals 2007 – April

Weil neue Arztberichte noch auf sich warten lassen, müssen alte Texte die Zeit überbrücken. Damals war ich ein aktiver Mensch und saß nicht ständig bei irgendwelchen Ärzen, um meine Leiden behandeln zu lassen.

Wie es sich gehört, gibt es hier drei kleine Häppchen aus dem April 2007 zu lesen. Viel Spaß damit.


Mein erstes Picknick
Obwohl ich, aus noch ungeklärter Ursache, immer wieder versuche eine ganze Woche am Stück einfach nur dazuliegen und die Decke anzustarren, gelingt es mir leider nicht, denn immer wieder kommt mir etwas dazwischen, was meinen unglaublichen Plan durchkreuzt. So ist es auch in dieser Woche. Direkt am Montag kann ich meinen Plan schon vergessen, weil ich gemeinsam mit Birte das erste Picknick meines Lebens mache. Ich habe davon bisher nur gehört, und wusste bis heute nicht einmal, wie man Picknick überhaupt schreibt. Und nun sitze bzw. liege ich völlig unerwartet mit Birte auf einer Decke, esse ein leckeres Salamibrötchen und trinke Frankenheim blue. Ich befürchte sogar ein wenig, dass es mir so gut gefällt, dass ich es demnächst wiederholen könnte. Früher wäre mir so etwas nicht passiert…

Der Fernseher und ich
Er ist Teil meines Lebens und gehörte irgendwie schon immer zu meinem Leben. Okay, so alt ist er jetzt auch nicht, aber es fühlt sich so an als wäre er immer da gewesen für mich. Wir sind quasi zusammen aufgewachsen. Ich wurde größer und älter und er wurde dann und wann durch ein neues Model ersetzt, weshalb es Quatsch wäre zu behaupten es ginge nur um den einen Fernseher. Er steht halt für die Fernseher meines Lebens. Er erklärte mir die Welt und die Menschen. Fast alles was ich weiß oder bin hab ich ihm zu verdanken. Täglich haben wir uns gesehen. Dann ging er vor einer Weile kaputt. Einfach so gab es kein Bild, später auch keinen Ton mehr. Ich starrte ihn ratlos an, er blieb stumm. Tagelang habe ich auf meinem Platz gesessen und nix ist passiert. Dann wurde er abgeholt und dort wo er stand klaffte plötzlich ein großes Loch. Eine gähnende Leere war alles was mir blieb. Ich starrte die Leere an und sie starrte mich an. Natürlich wusste ich oft nichts mit mir anzufangen während dieser Zeit, denn es gab keinen Ersatz während der Zeit seiner Behandlung und keine brauchbare Ablenkung. Alles war Trostlos…

Zandvoort
Das Wetter ist gut, meine Begleitung attraktiv und dennoch bringe ich es fertig fast nur zu meckern. Am Strand ist mir zu viel Sand, am Himmel zu viel Sonne und zu viele Menschen sind ebenfalls da. Anscheinend bin ich mit nix zufrieden. Und so versaue ich durch meine unfassbare Meckerei Birte und mir das Wochenende, ohne es wirklich zu merken. Am Strand liege ich völlig verkrampft auf einer Decke und kann nicht eine Minute entspannen. Nicht einmal eine Sekunde kann ich es. Vermutlich bin ich eine einzige Enttäuschung für sie. Welcher normale Mensch fährt auch an den Strand, verkrampft da total und meckert in einem durch? Doch nur jemand, der durch und durch widerwärtig ist. Aber wenn ich einmal in so einer Spirale gefangen bin, was ich meist den ganzen Tag bin, komme ich da nicht mehr heraus. Vielleicht verläuft unser Abend auch deshalb so völlig anders als von mir erwartet. Birte ist nämlich dermaßen K.O., dass wir den Abend im Hotelzimmer verbringen, anstatt etwas zu unternehmen. Natürlich kann es an der Luft liegen, aber vielleicht hat sie mein ständiges Gemecker auch zermürbt. Sie schläft sogar ein bevor wir Sex haben und ich frage mich ernsthaft, ob wir zwei wirklich zusammen passen. Aber das tue ich nicht nur, weil wir jetzt keinen Sex haben, obwohl ich das schon irgendwie bedenklich finde. Vor allem, weil ich ja durchaus an ausführlichem Sex interessiert bin und sie zu attraktiv ist, dass ich keinen Sex wollen könnte. Während sie schläft denke ich über unsere Beziehung nach und wie so oft in den letzten Tagen sagt mir mein Verstand, dass das mit uns nicht funktionieren kann. Wir sind beide zu kaputt für eine Beziehung. Wir sind zu oft unterschiedlicher Meinung und führen ständig unfassbar sinnlose Gespräche, die einfach nur anstrengend sind. Wir passen einfach nicht zusammen, doch leider höre ich zurzeit nicht auf meinen Verstand, weil ich diese Frau einfach haben will. Der Verstand wohnt in meiner Hose und will immer nur das eine. Darf man eigentlich Sex mit einer schlafenden Frau haben? Vermutlich besteht für mich echt keine Hoffnung mehr.


Wer wissen will, wie die Geschichten endeten und wie der Rest dieses aufregenden Monats ablief, der klickt einfach auf die 2007. Viel mehr gibt es aber da nicht zu lesen.

4 Kommentare

  1. Kein Wort glaube ich ihnen. Aber ihre misantrophen Geschichten sind super. ♥️

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