Deutsche Post

Sehr geehrte Damen und Herren von der Post,ich lese sehr gerne. Am liebsten gute Bücher. Und weil ich obendrein ein arbeitsloser Sparfuchs bin, organisiere ich diese Bücher übers Internet. Das spart Geld und ist immer wieder ein tolles Erlebnis. Aber oft nur bis zur Bestellung. Denn bevor diese Bücher zu mir gelangen haben sie eine Reise vor sich. Zumeist werden die Bücher mit der Post verschickt. Und da fangen die Probleme an.

Die Postzusteller haben es sich angewöhnt, Büchersendungen und alle anderen Sendungen, die nicht in den Briefkasten passen, einfach auf den Briefkästen abzustellen. Das mag ja für den Postzusteller, der bei uns meist eine Postzustellerin ist, praktisch sein, die Sachen einfach abzustellen, aber ich finde es unverschämt und frage mich, wie jemand auf die bescheuerte Idee kommen kann, so etwas zu tun. Sie müssen wissen, dass sich in dem Haus, in dem ich eine Wohnung habe, ein Arzt und eine Apotheke befinden. Somit kann jeder beliebige Mensch in das Haus und Dinge, die auf den Briefkästen stehen, mitnehmen. Und weil Gelegenheit bekanntlich Diebe macht, verschwinden die Dinge von den Briefkästen.
Mich macht so etwas wütend und ich habe kein Verständnis dafür. Als ich neulich den Postzusteller fragte, ob er etwas für mich auf den Briefkästen abgestellt hat, bejahte er dies. Dummerweise hat jemand, der nicht befugt war, diese Sendung entwendet. Ich habe den Postzusteller, der zur Vertretung hier die Post austrägt, darauf hingewiesen, dass er in Zukunft nichts mehr auf den Briefkästen abstellt, weil hier geklaut wird. Ich hoffe, dass er sich daran hält. Desweiteren habe ich einen Zettel mit folgender Aufschrift an meinen Briefkasten geklebt.

Vorsicht Diebe! Briefsendungen, Warensendungen, etc. bitte nicht mehr auf den Briefkästen abstellen. Vielen Dank.

Ich hoffe, dass es hilft. Bei der Rückkehr der verschwundenen Bücher hilft es sicher nicht. Und deshalb schreibe ich Sie heute an. Ich möchte, dass Sie mir die Bücher ersetzen. Ich verlange keine neuen Bücher, aber ich will meine Bücher. Schließlich sind Ihre Mitarbeiter für den Verlust verantwortlich. Sie können die Kosten für die Bücher gerne vom Gehalt des Mitarbeiters abziehen, wenn Ihre Versicherung dafür nicht aufkommt und Sie nicht kulant sein können oder dürfen.

Es handelt sich um folgende Bücher. Im Wendekreis des Krebses von Henry Miller und Schoßgebete von Charlotte Roche. Die Bücher können ruhig gebraucht sein. Wichtig ist nur, dass sie mir ersetzt werden.

Weil ich davon ausgehe, dass Sie nur das Beste für Ihre Kunden wollen, freue ich mich auf Ihre baldige Antwort und die Zusendung der verschwundenen Bücher.

Für Ihre berufliche Karriere wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg und für Ihr Unternehmen wünsche ich Ihnen zuverlässige Mitarbeiter, die darauf verzichten Postsendungen auf Briefkästen abzustellen.

Es grüßt Sie ein arbeitsloser Bürger, der den Glauben an die Deutsche Post noch immer nicht verloren hat.

Sehr geehrter Herr Fischer,vielen Dank für Ihre Nachricht.

Wir verstehen gut, dass Sie sich ärgern, weil unser Zusteller Ihre Sendung nicht korrekt ausgeliefert hat. Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten, die Sie deswegen in Kauf nehmen mussten.

Eines unserer Ziele ist es, das Vertrauen unserer Kunden durch qualitativ gute Arbeit immer wieder zu rechtfertigen. Dazu gehört auch, dass wir Sendungen zuverlässig und korrekt bei den Empfängern ausliefern. Dies ist uns in ihrem Fall nicht gelungen. Aus diesem Grund haben wir die Leitung der Zustellabteilung darauf hingewiesen, alles zu unternehmen, um sicherzustellen, dass Briefe künftig wieder zu Ihrer Zufriedenheit zugestellt werden.

Als kleine Wiedergutmachung für den Ihnen entstandenen Ärger fügen wir diesem Schreiben gerne ein paar Briefmarken bei.

Wir sind sicher: Durch interne Maßnahmen werden wir es schaffen, auch Sie wieder von der Qualität unserer Briefzustellung zu überzeugen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kundenservice BRIEF

*Dem Schreiben sind vierunddreißig 55 Cent Briefmarken beigefügt.*

© 08.2012

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