Gerlachs Gehwol Extra

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahren verbringen meine Familie und ich mehr Zeit beim Podologen als gewöhnliche Familien es normalerwiese tun. Das ist kein Fetisch, sondern wir tun dies, weil wir gepflegte Füße sehr zu schätzen wissen und gerne mit unseren Füßen angeben. Es ist uns schon immer wichtig gewesen, dass unsere Füße in einem astreinen Zustand sind. Unsere Eltern, Roberta und Anatol, waren immer große Fans Ihrer Gehwol Extra Fußpflege Creme. Auch meine Geschwister und ich waren uns sicher, dass es neben regelmäßigen Besuchen beim Podologen nichts gibt, was unsere Füße besser pflegt. Mittlerweile aber hat sich das geändert. Denn nachdem wir wegen eines Todesfalls einen neuen Podologen aufsuchen mussten, teilte dieser uns schier Unglaubliches mit. Er behauptete allen Ernstes, dass die Gehwol Extra Creme keinesfalls eine Wohltat ist, sondern vielmehr eine Gefahr darstellt, die man nicht unterschätzen solle. Ich wollte gerade den Podologen Ohrfeigen für eine solch infame Lüge, als er mir seine Aussage erklären tat. Dabei kam heraus, und er konnte es mir anhand des Internets beweisen, dass die Zutaten in Ihrer Creme alles andere als unbedenklich sind. Und nun sitze ich hier und schreibe Ihnen, weil ich es Ihnen einfach schuldig bin, nachdem ich jahrelang Ihre Creme benutzt habe.

Es tut mir außerordentlich Leid, dass sowohl ich als auch meine Geschwister Ihre Creme nicht mehr benutzen können. Gerne teile ich Ihnen mit, welche der Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind.

  1. Ethylparaben. Dieses Zeug soll hormonell wirksam sein und Störungen wie Veränderungen der Geschlechtsorgane an Tieren auslösen. Da Menschen und Tiere sich durchaus ähnlich sind, kann man es sicher nicht ausschließen, dass ich morgens mit veränderten Geschlechtsorganen aufwache. Das wäre mir nicht Recht, weil ich einen ausgeprägten Sexualtrieb habe.
  2. Methylparaben. Gleiche Problematik wie beim Ethylparaben. Das ist mir zu riskant.
  3. Paraffinum Liquidum. Vermutlich das gefährlichste Zeug in Ihrer Creme, weil es im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Krebs ist eine ganz miese Sache. Haben Sie mal jemanden an Krebs zugrunde gehen sehen? Üble Sache, das kann ich Ihnen sagen.

Sie können sicher meine Furcht, die ich nun vor Ihrer Creme habe, nachvollziehen. Ich weiß nicht, warum Sie so etwas tun und was es Ihnen bringt. Ich für meinen Teil kann das Risiko nicht weiter eingehen. Daher ist für meine Füße Ihre Creme gestorben. Ich möchte nämlich keinen Krebs, nur weil Sie gefährliches Zeug in Ihre Creme tun.

Ich hoffe, dass Sie nicht zu sehr enttäuscht von mir sind. Sollten Sie irgendwann die gesundheitsschädlichen Stoffe aus Ihrer Creme entfernt haben, können Sie gerne Kontakt zu mir aufnehmen. Ich bin dann gerne bereit wieder Produkte aus Ihrem Hause zu verwenden.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen
Herr Fischer

Parabene und Paraffinum liquidum in kosmetischen Mitteln

Guten Tag, sehr geehrter Herr Fischer,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Es ist sehr schade, dass Sie offenbar das Vertrauen in unsere Produkte verloren haben. Die Eduard Gerlach GmbH, ein Familienunternehmen mit fast 150jähriger Tradition, nimmt die von Ihnen geschilderten Bedenken gemäß des eigenen Qualitätsanspruchs sehr ernst.

Daher wollen wir Ihnen als langjähriger Nutzer auch gerne eine ausführliche Stellungnahme zu dem von Ihnen adressierten Thema Parabene und Paraffinum liquidum in kosmetischen Mitteln geben.

Bei der Herstellung unserer Produkte halten wir uns verbindlich an die in Deutschland gültigen Gesetze und Normen, die für kosmetische Produkte gelten. Im vorliegenden Thema ist dies u.a. die EU-Kosmetikverordnung 1223/2009, die auch für Deutschland bindend ist:

http://eu r-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:342:0059:0209:DE:PDF

Gemäß Anhang V dieser Verordnung sind Methyl- und Ethylparaben in kosmetischen Produkten zugelassen. Wir verwenden ausschließlich Methyl – und Ethylparaben in den zugelassenen Konzentrationen, z.B. < 0,2 % bei GEHWOL®” Extra. Dieses gilt ebenso für Paraffinum liquidum.

Der Einsatz der vorgenannten Parabene wurde desweiteren auf wissenschaftlicher Grundlage durch das Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/verwendungvonparabeneninkosmetischenmitteln.pdf

Zitat aus dieser Stellungnahme:

,,Das Institut kommt zu dem Schluss, dass Methyl- und Ethylparaben aufgrund der vorliegenden toxikologischen Daten in einer Konzentration von bis zu O,4 % als sicher für alle Bevölkerungsgruppen anzusehen sind.”

Ferner hat auch das SCCF, Scientific Commitee on Consumer Safety, der EU-Kommission das Thema wissenschaftlich fundiert beleuchtet:

http://ec.europa.eu/health/scientificcommittees/consumersafety/docs/sccso04l.pdf

Zitat aus dieser Stellungnahme:

“With regard to methylparaben and ethylparaben, the previous opinion, stating that the use at the maximum authorized concentrations can be considered safe, remains unchanged.”

Zum Thema Paraffinum liquidum in Kosmetika findet sich ebenfalls eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/mineraloele-i n-kosmetika-gesundheitliche-risiken-sind-nicht-zuerwarten.pdf/

Zitat aus dieser Stellungnahme:

,,In der jüngeren Vergangenheit wurden Mineralöle, die auch in kosmetischen Mitteln eingesetzt werden, von verschiedenen Stellen toxikologisch bewertet. Insbesondere zu pharmazeutischem Weißöl (Paraffinum liquidum) liegen Stellungnahmen vor, in denen neben der oralen auch die dermale Exposition berücksichtigt wurde (Health Canada 2015, ECHA 2015, IARC 2012). In all diesen Stellungnahmen wird zusammenfassend gefolgert, dass von hochverarbeiteten Mineralölprodukten (Weißölen) keine gesundheitliche Gefährdung ausgeht; dies gilt auch für Kosmetika.”

Leider lässt sich in der medialen Berichterstattung häufiger feststellen, dass Themen wie das angesprochene, oft nicht ausreichend wissenschaftlich fundiert und entsprechend differenziert kommuniziert werden. Dieses gilt gerade auch für verschiedene Plattformen im Internet, die sich auf Quellen stützen, die eine ausreichend wissenschaftliche Qualität vermissen lassen.

Ich hoffe, dass die angeführten wissenschaftlich belastbaren Quellen, die den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik sowie die Bewertung von unabhängigen Institutionen darstellen, eine differenzierte Betrachtungsweise erlauben und Ihrer Verunsicherung nachhaltig entgegenwirken.

Gerne würden wir auch Kontakt zu Ihrem Podologen aufnehmen, um auch hier eine wissenschaftlich belegte und faktenbasierte Aufklärung zu ermöglichen. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns dessen Kontaktdaten nennen könnten bzw. Ihr Podologe den Kontakt zu uns suchen würde.

Mit freundlichem Gruß
Dr. S.
Leiter Qualitätskontrolle

 

Sehr geehrter Herr Dr. S.,

mein Podologe hat mit großem Interesse Ihre Mitteilung gelesen und mir mitgeteilt, dass er Sie auf keinen Fall kennenlernen will. Er sagte, dass diese ganzen Grenzwerte doch ein Witz sind. Denn wenn man Grenzwerte setzen muss, dann spricht das nicht unbedingt dafür, dass etwas harmlos ist. Er war wirklich erbost und sagte weiter, dass irgendwann die Grenzwerte gesenkt werden und sie die Inhaltsstoffe dann anpassen und erneut sagen, dass alles harmlos ist und sie sich an alles, was der Gesetzgeber vorgibt, halten. Er meint, das sei doch Bullshit.

Nie zuvor sah ich einen dermaßen aufgebrachten Podologen. Ich dachte, der kollabiert. Dabei haben wir es doch nur gut gemeint.

Ihre Ausführungen klingen für mich plausibel, dennoch bleibe ich verunsichert. Daher habe ich entschieden, dass ich meine Füße in Zukunft nur noch mit reinem Bio-Kokosöl bearbeite. Damit bin ich erstmal auf der sicheren Seite. Dann halte ich nach einem angemessenem Podologen, der nicht gleich kollabiert, Ausschau und überdenke, wie es mit meinen Füßen in Zukunft weitergehen soll.

Ihnen danke ich für Ihre Bemühungen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles Gute.

Mit herzlichen Grüßen
Herr Fischer

© 12.2016

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