Zweites Training

Schon am Abend vor dem zweiten Training bin ich genervt. Dieses genervt sein war einer der Gründe, warum ich vor zwei Jahren die Mitgliedschaft bei McFit beendet habe. Es war stets eine furchtbare Quälerei mich immer mal aufzuraffen, um einen Moment zu trainieren. Jetzt geht der Mist schon wieder los. Daher stehe ich am Sonntag schon völlig genervt auf, nur um eine Stunde später aufzubrechen.

Das Training findet dieses Mal bei McFit in Dortmund-Eving statt. Irgendwie ist mir das sympathischer als in Lünen. Nach zwanzig Minuten auf dem Crosstrainer, die sich nicht so schlimm anfühlen, wie in der letzten Woche, mache ich irgendwelche Übungen mit Kindergewichten. Alles schön langsam und ohne dabei außer Atem zu geraten. Da stellt sich natürlich gelegentlich schon die Frage, ob das überhaupt einen Sinn macht. Anschließend geht es für zehn Minuten zurück auf den Crosstrainer. Nur zehn Minuten deshalb, weil ich plötzlich die grandiose Idee habe aufs Laufband zu klettern. Nach einer Minute schnellem Gehen stelle ich die Geschwindigkeit auf 8,5 und laufe los. Fast leichtfüßig als wäre es das Normalste auf der Welt. Zehn Minuten will ich laufen, muss ich laufen, um meinen Ansprüchen gerecht zu werden. Mein Plan nicht zu schwitzen und keine Schnappatmung zu bekommen, ist allerdings nicht umzusetzen. Lediglich wenn attraktive Frauen an mit vorbei gehen, stelle ich das Atmen fast völlig ein und tue so als würde ich völlig entspannt und unangestrengt vor mich hinlaufen. Gewisse Eitelkeiten, die man möglicherweise als Albernheiten abtun muss, kann ich mir auch in meinem Alter nicht abgewöhnen. Nach sieben Minuten gelingt mir aber auch das nicht mehr. Ich atme schwer, freue mich aber, dass mein Knie keine echten Beschwerden macht. Nach neun Minuten drossle ich das Tempo, gehe noch einen Moment und erlöse mich dann von den Qualen. Letztlich muss ich zugeben, dass das Training vielleicht doch einen Nutzen hat und träume sofort davon, schon bald wieder durch den Wald joggen zu können mit einem Knie, welches jeglichen Widerstand aufgegeben hat und mich einfach nur laufen lässt. Im Optimalfall laufe ich nächsten Sonntag zwanzig Minuten auf dem Laufband. Sollte ich das nicht schaffen, werde ich allerdings sehr enttäuscht von mir sein. Verdammter Druck.

7 thoughts on “Zweites Training”

  • Ich habe ja auch manchmal Lauf-Phasen. Mir hilft dabei immer Intervalltraining. Da gibt es im www gute Trainingspläne, auch für Anfänger, um sich langsam ans Laufen zu gewöhnen. Die sind, selbst für unsportliche Moppel wie mich, ziemlich leicht und damit gut umsetzbar. Kann ich dir empfehlen. Und bei Bedarf auch einen Link schicken. 🙂

    • Danke für das Angebot, aber mein Hauptproblem ist das Knie. Das hat irgendwann eine Abneigung gegen das Joggen im Wald entwickelt.

      • Ach, richtig. Ich hab deinen Post heute Morgen gelesen und von Arbeit aus geantwortet. Entschuldige.
        Knie! Dazu wollte ich nämlich eigentlich auch etwas schreiben. Ich bin auch knieempfindlich bzw. meine Knie sind – warum auch immer – total schnell überlastet. Spricht doch auch für Intervalltraining: Dann gewöhnst du dein Knie langsam an die Belastung. Würde das vielleicht gehen?
        Aber vielleicht rede ich auch nur Blödsinn. Das mag durchaus sein. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.