Der nächste traditionelle Arzttag

Ich kann mir nicht helfen, aber ein Zahnarzttermin am Nachmittag verdirbt mir komplett den Tag. Vor allem, wenn der Zahn nach der aufwändigen Wurzelbehandlung weiter empfindlich auf gewisse Berührungen reagiert. Da ist doch direkt abzusehen, dass die Füllung, die heute gemacht werden soll, eigentlich Zeitverschwendung ist. Der Zahn muss raus. Man weiß nur noch nicht, wann es sein wird.

Da man an einem freien Tag nicht nur einen Arzttermin wahrnehmen sollte, beginnt der Tag aber zunächst mit der Blutentnahme. In der Regel tut so etwas nicht weh, diese Regel gilt aber heute nicht, denn ich hatte nie größere Schmerzen bei der Blutentnahme. Schon beim ersten Röhrchen bin ich alles andere als begeistert, bei Röhrchen Nummer zwei wird es schon etwas heftig und als Röhrchen drei, das größte der drei, aufgesetzt wird und das Blut fließen muss, bin ich kurz davor den Mist rauszureißen. Wie kann eine Blutentnahme nur so schmerzhaft sein? Morgen soll ich schon mit der Ärztin über die Ergebnisse reden. Vielleicht sind mehrere feste Arzttage in der Woche auch was für mich.

Bis zum Zahnarzttermin bin ich übellaunig und unentspannt. So verschwende ich gerne meine freien Tage. Die Praxis in Dortmund ist riesig und vor der Behandlung klärt mich die Frau mit dem Fußtattoo über den Ablauf auf. Sollte die Füllung nicht halten, kann man einen Stift einsetzen, allerdings muss man das selber bezahlen, was ich ganz toll finde, weil es das früher kostenlos gab. Überhaupt finde ich die Zusatzkosten beim Zahnarzt ziemlich nervig und frage mich, wann die Krankenkassen nur noch kassieren, aber nichts mehr bezahlen. Ich rege mich über so einen Kram aber in der Regel nicht mehr auf und freue mich stattdessen, dass eine attraktive junge Frau mir alles erklärt. Dem Arzt erzähle ich später von den Schmerzen beim Zubeißen und dann geht es los. Als die Matrize um den Zahn geschraubt wird steigert sich der Schmerz, je enger es wird. Der Zahn ist definitiv nicht tot, aber ich schweige und ertrage es tapfer. Wie ein echter Idiot. Als später die Füllung in Form geschliffen wird, protestiert der Zahn erneut. Und auch dazu äußere ich mich nicht, denn echte Deppen kennen keinen Schmerz. Oder so ähnlich.

Nachdem ich den Zahnarztbesuch einigermaßen verkraftet und mich gestärkt habe, will ich noch einen kurzen Spaziergang machen. Ich ziehe meine Jacke an, obwohl es dazu eigentlich zu warm ist und öffne die Tür. Kurz bevor ich raus in den Flur gehe, fällt mir auf, dass ich keine Hose trage. Unverzüglich schließe ich die Tür und ziehe mich ordnungsgemäß an. Vielleicht sollte ich bei Gelegenheit mal mit einem Facharzt darüber sprechen. Am besten an einem Montag, denn das ist mein Arzttag.

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