Letzter Urlaub 2018. Erste Woche

Montag:
Obwohl ich noch müde bin, muss ich um 08.00 Uhr aufstehen, denn ich habe viel vor. Zunächst wird ein wichtiges Urlaubsvorhaben umgesetzt: Ölziehen. Soll ja sehr gesund und nützlich sein. So startet der Urlaub mit einem Mund voll Kokosöl und es bleibt abzuwarten, ob ich nach zwei Wochen irgendwas feststelle. Wenig später wird es dann auch schon unangenehm. Eine Stuhlprobe für den Gesundheits-Check-Up wird produziert. Wie kann ein Urlaubstag schöner starten?

Anschließend sitze ich beim Heilpraktiker, der mich als seinen schwierigsten Fall bezeichnet und offensichtlich keine Ideen mehr hat. Er hat mir bei einigen Sachen sehr geholfen, doch ist dies, das wird mir während des Gesprächs klar, unser Abschied, was ich aber für mich behalte. Ich werde mir jemanden mit neuen Ideen suchen müssen. Unsere Zeit ist um.

Nach dem Mittagessen mache ich ein kurzes Schläfchen, dann sind sie plötzlich und aus heiterem Himmel da, die altbekannten Magen- und Darmschmerzen. Schlagartig passt sich meine Stimmung den Schmerzen an und ich fürchte, dass Urlaub vielleicht doch nix mehr für mich ist. Die Schmerzen begleiten mich den Rest des Tages. Am Abend schaue ich zwei Filme und nehme Vitango und P-sta-Tropfen bevor ich ins Bett plumpse.

Dienstag:
Nachts wache ich mehrfach mit Schmerzen auf und versuche mich damit zu beruhigen, dass ich nur deshalb Schmerzen habe, weil ich am Vormittag zur Zahnreinigung und dabei auf ein neues Zahnproblem hinweisen muss. Ich bin ein Psycho, so viel steht jedenfalls fest. Zahnarztbesuche und mieses Wetter, zwei Dinge, die mir echt alles versauen können.
Um 08.00 Uhr stehe ich unter Protest meines Körpers auf. Die später stattfindende Zahnreinigung ist ein Klacks, der Zahn, der neuerdings Probleme macht, wird zunächst nur beobachtet. Schlagartig geht es mir besser. Hatte ich schon erwähnt, dass ich ein Psycho bin?

Am Abend nach dem Duschen trage ich zum ersten Mal einen Bademantel. So ein Bademantel kann durchaus praktisch sein, optisch wertet er mich allerdings kein bisschen auf.

Mittwoch:
Auch am dritten Urlaubstag klettere ich um 08.00 Uhr aus dem Bett. Schließlich muss ich pünktlich ins Fitnessstudio. Zur Belohnung schaffe ich zwanzig Minuten auf dem Crosstrainer und zwanzig Minuten auf dem Laufband, bis das Knie mir ein Zeichen gibt, dass es genug ist. Ohne das Knie könnte ich tatsächlich noch länger laufen. Aber das ist irgendwie auch Quatsch, weil ich ohne Knie vermutlich gar nicht laufen könnte und es obendrein ziemlich komisch aussehen würde.

Donnerstag.
Zur Abwechslung muss ich endlich mal nicht um 08.00 Uhr aufstehen, sondern schon um 07.00 Uhr, weil das Coupé um 08.00 Uhr zum hübsch machen abgegeben werden muss. Ich hab sie echt nicht alle.
Um 09.00 Uhr sitze ich zum Check Up bei der Hausärztin und es dauert nicht ganz eine Stunde bis es endlich losgeht. Es ist die bisher gründlichste Check Up Untersuchung und bringt mir am Ende 400 Punkte fürs Bonusprogramm der Krankenkasse. Theoretisch bin ich gesund und in einem dem Alter entsprechenden Gesamtzustand. Mein Bauch ist allerdings voller Luft und schwer beschäftigt, was aber schnell kein Thema mehr ist als ich sage, dass das immer so ist. Könnte man ja auch mal untersuchen, aber ist vielleicht auch gar nicht wichtig. Lediglich mein Herz sorgte beim Abhören für Irritationen, weil es zu langsam oder zu leise schlägt, ich hatte nicht richtig zugehört und mag nicht nachfragen. Bei einem Ausdauersportler wäre das normal, bei mir ist es eher rätselhaft. Ich werde nächstes Jahr den Kardiologen dazu befragen.

Am Nachmittag lande ich völlig überraschend in Datteln als ich mir und dem Benz eine kleine Ausfahrt gönne. Petra habe ich vorsorglich auch mitgenommen, für den Fall, dass mir und dem Benz langweilig wird. Den Benz parke ich standesgemäß, um mit Petra ein wenig frische Luft zu schnappen. Ohne ersichtlichen Grund habe ich plötzlich das Bedürfnis bei Danielsmeier reinzugehen. Hierher fuhren meine Eltern früher oft und ich wusste nie warum, weil in meiner Erinnerung Danielsmeier kein Laden war, den man aufsuchen muss. Heute muss ich feststellen, dass es nicht nur auf drei Etagen Waren gibt, sondern ein Besuch durchaus lohnen kann. Petra kauft sich ein beleuchtetes 3D-Puzzle und ich kaufe mir drei Hosen. Ich glaube nicht, dass ich mir je zuvor mal drei Hosen auf einmal gekauft habe, finde es aber gut. Da ich dabei auch noch über hundert Euro gespart habe, muss ich meine Meinung über Danielsmeier wohl ändern. Vielleicht hatten meine Eltern doch Recht und man sollte ruhig ab und zu mal hierher kommen. Sei es auch nur, um einfach mal zu schauen. Verrückte Welt voller Überraschungen.

Am Abend fällt die traditionelle Herrenrunde aus diversen Gründen aus. Schade, aber auch nicht schlimm, denn so kann ich tun, was ich am besten kann; Filme gucken.

Freitag.
Und wieder stehe ich um 07.00 Uhr auf, weil ich den Benz um 08.00 Uhr gegen das Coupé tauschen muss. Das Coupé strahlt in neuem Glanz und der Benz wird es am Nachmittag auch tun. Ich weiß schon, wie ich mein Geld loswerde. Und was mir dabei besonders gefällt, ich finde es geil.

Um 11.00 Uhr lasse ich mich massieren, weil es gut für meinen alten Körper ist und ich noch Geld über habe, weil ich ja gestern beim Hosenkauf über hundert Euro gespart habe, die ich anderweitig ausgeben muss. Ich liebe es, mich mit plausiblen Erklärungen stets aufs Neue dazu zu bringen immer mehr Geld auszugeben. Sollte ich mal zu ganz viel Geld kommen, werde ich es sicher spielend leicht ausgeben können. Schon alleine deshalb hätte ich einen Geldsegen verdient. Vielleicht ist mir das viele gesparte Geld zu Kopf gestiegen, wie sonst ließe es sich erklären, dass ich, das fahrende Verkehrshindernis, später zum ersten Mal nach 2010 wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt werde. Da rase ich tatsächlich mit fast 42 km/h durch eine 30er Zone. Manchmal bin ich echt außer Rand und Band.

Den sauberen Benz hole ich gegen 16.00 Uhr ab und bin völlig begeistert. So ein geiles Auto und es gehört mir. Da bin ich nicht einmal mehr traurig, dass ich dieses Jahr fast 2000 Euro investiert habe, damit er immer besser wird. Erwähnte ich schon, dass ich es liebe Geld auszugeben? Natürlich hat dieses ganze Geldausgeben einen beachtlichen Haken. Es kommt derzeit weniger rein als ich ausgebe. Nicht, dass mich das irgendwann in Schwierigkeiten bringt.

Samstag.
08.00 Uhr. Völlig grundlos werde ich wach. Mein Körper ist wohl davon ausgegangen, dass ich heute irgendwas zu erledigen habe. Weil das nicht so ist, bleibe ich konsequent bis 08.30 Uhr im Bett liegen. Hilft zwar keinem, aber manchmal muss man auch was Verrücktes tun.
Als ich mich später nach dem Duschen eincreme, stelle ich fest, dass das Badezimmerfenster geputzt werden muss und mache mich sofort an die Arbeit. Kaum ist das Fenster geputzt, putze ich das Küchenfenster. Kurz bevor ich damit fertig bin, stelle ich fest, dass ich nach dem eincremen vergessen habe, mich anzuziehen. Das verwirrt mich und ich beende meine Fensterputzaktion, um mich anzuziehen und darüber nachzudenken, wieso ich so verwirrt bin.

Kurz vor Mitternacht beziehe ich mein Bett und frage mich, wieso ich das nicht schon am Tage gemacht habe. Dabei fällt mir ein, dass ich die Waschmaschine noch ausräumen muss, weil ich auf keinen Fall die Wäsche über Nacht in der Maschine lassen kann. Dummerweise steht die Waschmaschine im Keller. Da der Kellerschlüssel obendrein im Coupé liegt, muss ich zu so späte Stunde sogar noch das Haus verlassen, was ich sehr befremdlich finde. Als ich alles erledigt habe, stelle ich fest, dass ich statt dem Wohnungsschlüssel den Benzschlüssel eingesteckt habe und bewundere die verschlossene Tür. Klingeln bringt nichts, weil ich ja nicht da bin. Endlich weiß ich, warum ich vor vielen Jahren einen Wohnungsschlüssel im Keller deponiert habe. Und so wandere ich erneut hinunter in den Keller und später mit Schlüssel wieder hoch in die vierte Etage. Etwas Sport am Abend kann sicher nicht verkehrt sein. Sollte ich mir wegen meiner Verwirrtheit nicht langsam mal Gedanken machen?

Sonntag.
Pünktlich um 07.00 Uhr klingelt der Wecker. Das ist blöd, weil ich erst um 08.00 Uhr geweckt werden wollte. Dummerweise hatte ich vergessen, den Wecker davon zu unterrichten. Langsam wird es echt albern mit mir. Um 09.00 Uhr trainiere ich wieder und stelle erneut fest, dass ich keine Muskeln habe und Frauen häufig mit größeren Gewichten trainieren als ich.

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