Magdeburg – Tag 5

Der Morgen beginnt mit einer Enttäuschung, denn im Backshop Beims gibt es keine Salamibrötchen mehr, weshalb die Verkäuferin mir ein Käsebrötchen empfiehlt. Seit wann ist Käse ähnlich wie Salami? Das ist ein für mich vollkommen unlogischer Vorschlag. Wenn irgendwas nicht da ist einfach Käse vorschlagen, weil Käse immer geht? Nicht mit mir, weshalb ich ein Brötchen mit gekochtem Schinken verlange. Hoffentlich wird das Morgen, wenn ich Abreise, besser, falls ich überhaupt wiederkomme. Falls ich nicht wiederkomme, endet die ganze Frühstückerei heute mit einer Enttäuschung. Hätte nicht gedacht, dass so etwas passieren kann.

Bei Thalia kaufe ich ein Buch mit dem Titel Die Liebe unter Aliens, weil es interessant klingt und die Erzählungen mir theoretisch gefallen könnten. Ich suche mir eine Bank in der Nähe des Allee-Centers und lese die erste Geschichte. Durchaus nach meinem Geschmack. Ich wandere zu einer Bank an der Elbe und lese die Geschichte zu Ende. Auf der nächsten Bank beginne ich die zweite Geschichte, die mir auch gefällt. Bevor ich sie zu Ende lesen kann, ist es auch schon Zeit übers Mittagessen nachzudenken. Letztlich geht es erneut ins Restaurant Orchidee, weil es da schmeckt und ich dort in einer Ecke sitzen kann. So gestärkt wandere ich einfach drauf los und lande im Stadtpark, was mich durchaus überrascht. Ich lese die zweite Geschichte zu Ende, betrachte die Menschen und lese die dritte Geschichte, die mich irgendwie nicht ganz so anspricht. Da ich mir vorgenommen hatte, heute eine vegane Waffel bei Waffle Chrush zu essen, breche ich bald auf. Eine blonde Frau auf einem Fahrrad kommt mir entgegen und lächelt mich an. Ich lächle zurück, weil es zu bekloppt wäre, es nicht zu tun. Dabei kann ich gar nicht mit blonden Frauen.

Bei Waffle Crush bekomme ich eine vegane Waffel mit Ananas, Oreo-Keks und Kokosraspeln serviert. Die ist lecker und macht satt. Derart gestärkt geht es weiter zur Elbe, wo ich die Biografie von Dieter Hallervorden lese und zufrieden bin. Lediglich die Bänke könnten bequemer sein, denn irgendwie finde ich nie eine richtige und angenehme Sitzposition für mich. Gegen 18.45 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Hotel, um das Buch abzulegen, die Toilette aufzusuchen und anschließend bei Subway etwas zu essen. Heute will ich über mich hinauswachsen und statt eines Wraps tatsächlich ein Sandwich bestellen. Es soll das Veggie Sandwich sein, doch obwohl ich mich vorbereitet habe, bin ich durcheinander und so kommt es, dass ich die freundliche Bedienung duze. Das ist gruselig und irgendwie respektlos, aber aus der Nummer komme ich nicht mehr raus. Ich schäme mich ordnungsgemäß für meine Duzerei, aber letztlich hilft das keinem von uns weiter. Ich habe versagt und in meinem nächsten Urlaub bestelle ich einfach wieder die fertigen Wraps.

Später kaufe ich mir noch ein letztes Eis im nicht umweltfreundlichen Becher, weil die Gefahr, mich zu bekleckern, so einfach geringer ist. Ich setze mich, wie schon beim letzten Mal, weit von den Menschen weg, weil ich mich inmitten von Menschen alleine meist nicht wohlfühle. Während ich anschließend ein letztes Mal durch die Straßen von Magdeburg wandere und überall Leute sitzen sehe, die sich angeregt unterhalten und Spaß haben, komme ich mir einen Moment wie Ronald Miller aus Can´t buy me love vor. Das ist irgendwie immer noch einer meiner Lieblingsfilme, obwohl ich längst zu alt dafür bin. Wie erwartet bin ich noch eher als gestern zurück im Hotelzimmer, nämlich bereits um 20.30 Uhr. Aber gut, man soll ja bekanntlich früh zurück sein, wenn man am nächsten Tag abreisen muss. 13,8 Kilometer habe ich zurückgelegt, mehr geht heute einfach nicht.

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