Damals 2006 – Drittes Quartal

Das dritte Quartal 2006 bot aufregende Erlebnisse bei denen manchmal sogar Frauen beteiligt waren. Für einen kleinen Überblick habe ich drei alte Texte rausgesucht, die ich, wie es fast schon Tradition ist, an dieser Stelle präsentiere. Viel Spaß damit.


Scheiß(ende) Taube
Als ich kurz vor dem Schlafengehen noch mal aus dem Fenster blicke, entdecke ich sie. Sie sitzt neben ihrer eigenen Scheiße auf meiner Fensterbank und schläft. Ich wecke sie, um ihr zu sagen, dass sie nicht bleiben kann, weil sie eine Taube ist und Tauben immer alles vollscheißen. Sie hört nicht zu. Ich drohe ihr Schläge an und deute mehrfach einen Aufwärtshaken an. Sie bleibt ziemlich gelangweilt und desinteressiert sitzen. Sie scheint mich nicht ernst zu nehmen. Als nächstes puste ich sie an. Und siehe da, es scheint ihr nicht so zu gefallen. Sie zuckt und bewegt sich leicht nach vorn. Nun puste ich immer fester und es scheint so als würde sie abfliegen wollen. Doch irgendwann geht mir die Luft aus. Sie sitzt noch immer da und glotzt mich blöd an. Nun gut, denke ich, wenn sie nicht angepustet werden will, dann versuche ich es mit dem Ventilator. Ich richte ihn genau auf sie, stelle ihn auf die höchste Stufe und schalte ihn ein. Irgendwie hat das aber nicht die erhoffte Wirkung. Vielmehr scheint ihr diese Art der Abkühlung zu gefallen. Ich schalte den Ventilator aus. Sie glotzt mich blöd an. Nun versuche ich es mit einer Taschenlampe und leuchte ihr direkt in ihr kleines Auge, aber auch dies scheint sie nicht zu beeindrucken. An ihrem Fuß entdecke ich einen Zahlencode. Sollte es sich bei ihr etwa um einen Glückstaube handeln, die am Fuß meine Glückszahlen für mich dabei hat? Ich frage sie, doch sie antwortet nicht. Ich denke, dass, wenn es sich um eine Glückstaube handelt und ich sie eine Nacht schlafen lasse, ich zur Belohnung möglicherweise schon bald reich sein werde. So erkläre ich ihr, dass sie bleiben darf, allerdings erteile ich ihr Scheißverbot und teile ihr mit, dass sie sich sofort bei Sonnenaufgang auf den Weg machen muss.

Um kurz vor 05.00 Uhr schaue ich nach, was die Taube so macht. Sie sitzt neben einem noch größeren Haufen Scheiße und tut so als ob sie schläft. Genau in dem Moment als ich ihr eine schallende Ohrfeige verpassen will, fliegt sie davon. Die hat mich voll verarscht, die (Scheiß)Taube.

Mein Chat mit Molly
Es ist wieder einer dieser belanglosen Tage an denen ich mich einfach nur langweile. Ein Single ohne Sexleben mit wenig ansprechender Optik für den Frauen sich nicht interessieren. Ein Blick in den Spiegel bestätigt mir, dass sie dies zu recht nicht tun. Also bleibt mir scheinbar nichts anderes übrig als immer wieder zu chatten und in der großen Masse der Chatter unterzutauchen und vielleicht mit einer Frau in Kontakt zu treten. Und kaum bin ich wieder in der abstrusen Chatwelt, kommuniziere ich mit einer möglicherweise 25jährigen, die mich schnell langweilt, weil unser Gespräch völlig belanglos ist. So wie die meisten Chatgespräche, die ich führe. Vermutlich liegt es an mir, dass das so ist. Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem sie ein Foto von mir möchte. Ich kenne das und weiß und was passiert, wenn ich das Foto verschickt habe. Ich höre nie wieder etwas von der Frau. Zumindest ist es zumeist so. Mein Antlitz erschreckt die Frauen immer und immer wieder. Trotzdem verschicke ich auch diesmal ein Foto von mir. Überraschenderweise schickt sie mir daraufhin ein Foto von sich. Beim Betrachten des Fotos wünsche ich mir allerdings, sie hätte genauso reagiert, wie all die Frauen vor ihr. Sie ist leider nicht mein Typ. Zwar sehe ich auf dem Bild nur ihr Gesicht, aber das lässt auf einige Kilos zu viel schließen, was nicht schlecht sein muss, aber in diesem Fall darauf schließen lässt, dass mir das nicht gefällt. Manchmal kommt es eben doch auf das Gesicht an. Dennoch chatte ich weiter mit ihr. Allerdings fortan sehr wortkarg. Sie fragt, was denn los sei mit mir. Ich antworte, ich sei schüchtern und plötzlich wird das chatten mit ihr ganz anders. Sie macht nun ständig eindeutig zweideutige Bemerkungen, was mir durchaus gut gefällt. Deshalb vergesse ich beinahe mutwillig, dass mir ihr Gesicht nicht gefällt. Zweideutige Anmerkungen erwecken mich zum Leben und plötzlich habe ich irgendwie sogar Spaß. Dann, plötzlich und ohne Vorwarnung, gibt sie mir ihre Handynummer und beendet den Chat. Nun habe ich die Handynummer von einer Fau und habe nicht einmal danach gefragt. Und was mache ich gewöhnlich, wenn ich eine Handynummer habe? Nichts. Doch heute bin ich völlig außer mir und rufe sie an. Ihre Stimme klingt nett. Das Kind, welches im Hintergrund schreit, beachte ich einfach nicht weiter, denn ich will ja nicht heiraten. Am Telefon bleibt sie zweideutig und meine Bedenken wegen ihres Aussehens sind wie weggeblasen. Vermutlich ist das Blut aus dem Kopf in eine tiefere Region gewandert. Dennoch sage ich ihr nach einer Weile, dass ich Handygespräche zu teuer finde und das Gespräch nun beenden werde. Ziemlich Konsequent für meinen fast schon erregten Zustand.

Groupie
Ich schreibe in einer Internetcommunity mit einer Frau. Zufällig kennt sie meine Internetseite und ist davon so angetan, dass sie mich gerne persönlich kennen lernen will. Sie ist 32 Jahre, verheiratet, hat zwei Kinder und bietet sich mir als Groupie an. Ich finde das höchst interessant und stelle ihr ein Treffen in Aussicht, weise sie aber auch darauf hin, dass ich, wenn ich mich mit einem Groupie treffe, etwas mehr als nur reden will. Wie es sich für ein Groupie gehört, erklärt sie sich einverstanden. Verrückte Internetwelt. Selbstredend verlange ich als nächstes ein Foto von ihr, weil man schließlich wissen muss, wen man an seinen Körper lässt. Wie es sich für ein Groupie gehört, lassen die Fotos nicht lange auf sich warten. Zu sehen gibt es eine ziemlich gewichtige Frau, die nicht so wirklich meinem Beuteschema, sofern ich überhaupt eins habe, entspricht. Hochheben kann ich sie mit Sicherheit nicht. Doch da Groupies nicht unbedingt zum Hochheben sein sollen, ich noch nie ein eigenes Groupie hatte und neugierig bin, ob ein Groupie wirklich beim ersten Treffen zu sexuellen Handlungen bereit ist, verabrede ich mich selbstverständlich mit ihr. Alles andere wäre auch albern.


Wer nun wissen möchte, wie es mit Molly und Groupie weiterging und mit wem ich mich tatsächlich getroffen habe, der sollte auf die 2006 klicken.

2 Kommentare on "Damals 2006 – Drittes Quartal"


  1. Die Tauben verfolgen Sie ja! ;o) Sie haben mir den Tag gerettet! Ich habe sehr viel geschmunzelt, Sie schreiben so unterhaltsam und witzig, vielen Dank!

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