Damals 2007 – Januar

Wenn ich mein Leben mit meinem Leben von 2007 vergleiche, dann war ich 2007 ein richtiger Aktivposten und bin heute nur noch ein Schlafmütze. Da es derzeit keine neuen Erlebnisse gibt, über die es sich zu berichten lohnt, gibt es deshalb heute drei Konserven aus dem Jahr 2007. Viel Spaß damit.


Ein besonderer Augenblick
Am Samstag sind Petra, David, Loerz und ich mal wieder im Prisma. Der Abend verläuft erwartungsgemäß. Loerz und David sprechen die eine oder andere Frau an, Petra tanzt zufrieden und ich stehe einfach nur da, als wäre ich ein Teil der Deko. Dann jedoch passiert etwas völlig unerwartetes. Ein paar Meter von mir entfernt steht eine Frau, erblickt mich, lächelt und kneift mir ein Auge zu. Auf so einen Moment habe ich sechsunddreißig Jahre gewartet. Also lächle ich leicht behindert zurück und gucke dann ganz schnell woanders hin, da mich die Situation irgendwie überfordert. Die Frau verschwindet wenige Augenblicke später und bleibt verschwunden. Ich werde diesen kurzen Augenblick trotzdem so schnell nicht wieder vergessen. Für einen kurzen Moment war ich zufrieden. Überfordert, aber dennoch zufrieden. Bis wir das Prisma verlassen, stehe ich mal hier und mal dort und bin ganz durcheinander, weil ich von einer attraktiven Frau angelächet wurde.

Schwanz sucht Frau…
…und ich bin blöd

Dass der Abend kein guter werden wird, war mir von vornherein klar, denn wenn man mit dem Motto Schwanz sucht Frau, ausgeht, habe ich traditionell keinen Spaß, weil zu der üblichen Verkrampfung auch noch der Druck kommt, dass endlich mal was passieren muss. Dennoch begebe ich mich mit Loerz, Sam und Tobias auf die Reise nach Bochum in den Prater. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Tobias und ich diesem Mottoabend lediglich als Begleitpersonen beiwohnen und wir mit dem Motto nichts zu tun haben wollen, denn Tobias hat eine Beziehung und ich einen an der Waffel. Dies nur zur Erklärung, warum wir mit dem Motto nix zu tun haben wollen. Wobei ich, wenn ich nicht ich wäre, sicher ein ähnliches Motto für den Abend mitgebracht hätte. Das Ausflugsziel und das Motto sind eine tödliche Mischung. Nicht, dass es keine schönen Frauen im Prater gibt, nur scheint deren Flirt- und Kennenlernbereitschaft gering. Möglicherweise liegt es aber auch an folgenden Worten, die über unserer Reisegruppe schweben: “Wir suchen eine Frau zum ficken.” Vielleicht sehen wir auch zu verzweifelt aus. Oder die Frauen hier sind komisch. Was weiß denn ich? Im späteren Verlauf des Abend schweben vermutlich folgende Worte über unserer Gruppe: “Wir sind verzweifelt, wir wollen jetzt endlich was zum Ficken!” Aber auch damit stellt sich der Erfolg nicht ein. Die Frauen wissen es einfach nicht zu schätzen, wenn sie ohne viel Aufwand einen Mann bekommen können. Je später es wird, desto unzufriedener werden Teile unserer Reisegruppe. Als die miese Laune bzw. die Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht, schlägt Sam vor nach Dortmund ins Bierhaus Stade zu fahren. Meine Begeisterung ist nun auf einem neuen Höhepunkt, weil ich mit unserem neuen Reiseziel schon seit jeher nichts anfangen kann, aber dennoch immer wiederkehre, was eindeutig gegen mich spricht.

Lethargie
Die Woche nach unserem Ausflug in den Prater und ins Stade ist der Höhepunkt der Ereignislosigkeit. Insgesamt bin ich kaum aktiver als ein Komapatient. Zweimal schaffe ich es zum Sport, viermal kann ich mich zu Kurzbesuchen bei Bekannten/Verwandten aufraffen und einmal gehe ich zum Pokern. Lediglich zwei Mal schaffe ich es nach 12.00 Uhr mittags mein Zimmer zu verlassen. Ansonsten sitze ich entweder völlig entgeistert vor dem PC oder liege leblos auf dem Sofa, lasse mich von Musik berieseln und verliere in unregelmäßigen Abständen für einige Momente das Bewusstsein. Würde hier ein Totengräber vorbei kommen, würde er mich vermutlich sofort beerdigen. Morgen werde ich zum Arzt gehen, um meinen Tod feststellen zu lassen.


Was sonst noch im Januar 2007 passiert ist und wie die beiden ersten Geschichten endeten, kann man hier nachlesen.

2 Kommentare

  1. das mit dem ausgehen wird irgendwann schwieriger. es sei denn, man geht dann auf die ü40 oder ü50-parties. gibts ja alles. aber da trifft man halt keine knackigen 30-jährigen.

    in der gothic-szene bei uns ist das etwas einfacher, da schweben ja viele ewiggestrige rum und durchmischen sich mit kiddies, die es toll finden, mal doc martens und zerrissene strümpfe zu tragen.

    vielleicht solltest du es mal mit mdma versuchen. das macht gesprächig, aktiv und annäherungsfreudig. vielleicht fehlt dir ja einfach ein bisschen dopamin. 😉 ich behaupte ja immer, man muss rauf aufs pferd, um dann festzustellen, dass man sich eigentlich ganz gut im sattel hält. dir fehlt eigentlich nur der steigbügel.

    • Ja, ich bin jetzt im Alter der Ü40- Parties. Aber da gehe ich nicht hin.
      Keine Drogen, das ist nichts für Kontrollfreaks wie mich.
      Und Du wirst staunen, wenn Du erst liest, was im Rest des Jahres 2007 passiert ist.

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